Allgemeiner Anime/Manga-Diskussionsthread

ja…genau so etwa geht es mir auch. Finde auch vor allem Anfang kommen die “Power Level” irgendwie richtig zufällig rüber.

Es sind ja nicht nur die Power-Level. Ich habe auch permanent das Gefühl, dass mir die Welt und deren Regeln überhaupt nicht erklärt werden. Ich weiß noch, wie der Bösewicht am Ende der zweiten Staffel seinen Masterplan (?) erklärt hat und ich mich danach wortwörtlich gefragt habe „also… was will der jetzt genau?“. Es ist einfach super weird.

Mal was anderes: Ich kann doch unmöglich der einzige sein,der so pseudo-niedliche Openings hart anstrengend findet…?!

Vielleicht werde ich zu alt für sowas! :smiley:

Ich finde JJK auch zu wirr, aber so ging es mir seit S1F1. Ich fand Hell‘s Paradise wesentlich eingängiger und vom Plot her sogar noch durchtriebener und makaberer. Kann ich nur empfehlen. Hierzu gibts auch nen sehr guten Manga.

@Mjyrn

Isekai ist es ja nicht, da er nicht in eine andere Welt kommt, aber ich weiß, was du meinst.Ich denke schon, dass einige, recht tragische oder wichtige Elemente der Handlung nur deshalb funktionieren, WEIL die beiden wiedergeboren wurden. Aber ja, manches ist schon ein wenig… schwierig. Zum Beispiel, dass Ai deren Mutter ist und dass die beiden als Geschwister wiedergeboren wurden. Es wird ja auch immer wieder mit der „Brisanz“ der Beziehung gespielt. Kann daher schon verstehen, was du meinst.

Ich hätte mir hier einfach eine klarere Linie gewünscht. So verzettelt man sich zwischenzeitlich zu lang in Sidequests und baut durch Anspielungen unnötig irritierende Spannungen auf. Richtig schlimm war es aber am Ende, das überraschend wirr ausfällt und teils katastrophal umgesetzt ist. Essentielle Handlungsaspekte kommen plötzlich zu kurz und für bestimmte Ereignisse am Ende besteht einfach keine Notwendigkeit. Die Geschichte hätte gefühlt mindestens drei (gekünstelte) Plottwists früher enden müssen. Ein bisschen mehr dazu im Spoiler:

Ich mochte zum Beispiel die Idee, dass Aqua während der Suche nach seinem Vater, indirekt zahlreiche Kontakte knüpft, die ihm zum späteren Dreh seines Films verhelfen. Das war erzähltechnisch ein echt smarter Move, weil der Twist lange auf sich warten lies, aber dennoch stetig aufgebaut wird. Der Aha-Moment, als alle Fäden zusammenfinden, war klasse.

Auch mochte ich den Twist, dass es zwar AUCH darum ging, die Verbrechen des Vaters offen zu legen und ihn gesellschaftlich zu ruinieren, aber eben nicht nur. Es war ihnen auch wichtig dem Vater mitzuteilen, dass Ai (nicht zuletzt aufgrund ihres komplizierten Charakters) auch aus Liebe gehandelt hat, als sie ihn verlassen hat. Sie wollte ihm was Gutes tun, was natürlich ein besonders harter Schlag in die Gefühlswelt des Vaters ist und die Gesamtgeschichte, die geprägt ist, mit vielen gezeichneten Figuren, umso tragischer wirken lässt. An diesem Punkt hätte die Geschichte ändern sollen.

STATTDESSEN verpufft jegliche Wirkung des Films auf den Vater, sowohl gesellschaftlich, wie emotional (???) und Aqua sieht sich gezwungen, seinen eigenen Tod zu planen, um den (aus seiner Sicht alternativlosen) Mord an den Vater zu kaschieren. Dafür hat es aber überhaupt keine Notwendigkeit gegeben. Mag ja alles sein, dass das Ende von Anfang an feststand und dass die Geschichte das irgendwo auch hergibt (da sie letztlich aus, vielen kaputte Seelen und komplizierten Schicksalen besteht), aber dann muss ich sagen, war die Hinführung dazu so gar nicht gut umgesetzt. Dabei stört mich gar nicht so sehr, dass die Geschichte nicht gut ausgeht - sie ergibt einfach keinen Sinn und widerspricht an zahlreichen Punkten vorangegangenen Entwicklungen. Ruby betont zum Beispiel zig Mal, dass sie zwar ihrer Mutter nacheifern möchte, sich aber gleichzeitig von ihr emanzipiert hat - am Ende wird sie aber doch zum Ebenbild ihrer Mutter.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal so emotional auf ein Ende reagiert habe, einfach weil ich SO WÜTEND war, dass das so lieblos, wirr und fehlerbehaftet umgesetzt wurde.

Warum hat mir eigentlich keiner gesagt wie gut „Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt“ ist?? Bin sooo froh, dass ich den Anime nach den eher mauen, zwei drei Folgen am Anfang weiter verfolgt habe. Gehe grad auf das Ende der zweiten Staffel zu und junge, junge, das wird besser und besser.

Weil du Doshin the Giant nicht magst, wollte ich dir das nicht gönnen. :stuck_out_tongue:
Hab die erste Staffel vor hundert Jahren mal gesehen und fand ich echt cool, aber ich kann es nicht leiden, wenn eine Staffel plötzlich vorbei ist und ich ewig auf die nächste warten muss, die dann vielleicht gar nicht kommt (RIP Log Horizon & No Game No Life) oder die vllt auch einfach scheiße ist (Promised Neverland). Und wenn die kommt, weiß ich gar nicht mehr, was in der vorherigen passiert ist.
Deshalb schaue ich so was gar nicht mehr, sondern nur noch abgeschlossenes wie zuletzt Sand Land. Übrigens sehr empfehlenswert. Der ganze Manga (Kurzgeschichte, 1 Sammelband) in acht Folgen abgefrühstückt und dann nochmal acht Folge einer komplett neu geschriebenen Fortsetzung.

Was hat das mit Doshin the Giant zu tun? Habe das Spiel auch nie gespielt und kaum eine Meinung dazu. Verstehe den Zusammenhang gerade irgendwie nicht.

Ist halt eine Adaption einer noch nicht abgeschlossenen Light Novel. Aber ja, die Wartezeiten zwischen den Staffeln sind bei vielen Anime mittlerweile wirklich zu lang geworden.

Unsere alten Podcast-Tage sind so vergessen. :cry:

Ein weiterer Grund, warum ich’s abgebrochen habe. Ist mir bekannt. Dasselbe auch bei Rising of the Shield Hero. Fantastische erste Staffel, aber halt nicht abgeschlossen.

Ach Leute… ich weiß einfach nicht, was ich aus Jujutsu Kaisen machen soll… Ich habe jetzt gestern die Folgen 4 und 5 der dritten Staffel gesehen und… joa.

Ich habe zu meiner Frau gestern noch recht negativ gesagt, dass mir das zu „artsyfartsy“ ist, bzw. zu sehr einen auf Arthouse-Kino macht - und irgendwie kann ich nur schwer beschreiben, was ich damit meine… ich versuche es aber mal:

Viele Szenen sind sehr beeindruckend und teils sehr mutig animiert. So gibt es in Folge 5 beispielsweise eine Szene, in der die Kamera für fünf Minuten (?) einfach komplett stillsteht und dadurch eine irgendwie interessante, aber auch irgendwie (bewusste/gewollte) unangenehme Atmosphäre entsteht. Folge 4 ist hingegen ein einziges (und sehr auffälliges) Zitat von Kill Bill.

Was mich daran aber so sehr stört ist, dass ich das Gefühl habe, dass die Regie hier um der Regie Willen eskaliert. Es fällt mir schwer, darin einen ZWECK oder ein ZIEL zu erkennen, weil mich die Serie inhaltlich einfach komplett verliert. Wenn mich gerade nicht alles täuscht, war es Folge 3, die quasi nur aus einem einzigen Dialog bestand, in der versucht wurde zu erklären, was der Stand der Dinge ist und was der Antagonist eigentlich vor hat. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: Eine KOMPLETTE FOLGE ist eine einzige, lange Erklärung - und dennoch wurde kaum etwas wirklich verständlich erklärt. Klar, irgendwie hat das der Anime auch gebraucht und in seinen Grundzügen ist mir danach die Handlung einigermaßen klar geworden (zumindest mit reichlich Mut zur Lücke), aber schon in den Folgen danach raffe ich wieder nichts.

Und das schlimmste ist: Dadurch FÜHLE ich auch einfach nichts. Ich fühle überhaupt GAR NICHTS beim schauen. Wenn ich sehe, wie Maki einen auf Itachi Uchiha macht und ihren kompletten Clan blutig und brutal niedermetzelt, dann sitze ich da und denke mir „oh krass, die Szene ist ein riesiges Kill Bill Zitat“. Ich bin nicht geschockt, nicht fassungslos, nicht irgendwie emotional befangen. Ich bin… irgendwie gleichgültig, weil ich mir versuche einen Reim darauf zu machen, warum das überhaupt passiert (und vor allem warum in dieser extremen Form).

Selbst die spektakulären Kämpfe ergeben für mich irgendwie keinen Sinn. Alles geht kaputt, alles wird zerteilt, permanent zerspringt die Umgebund in tausend Stücke, Menschen bluten aber nichts davon ist irgendwie… geerdet. Das Ganze gipfelt dann darin, dass eine Erzählerin aus dem Off irgendwas erklärt (was gefühlt überhaupt keinen Sinn ergibt) wärend auf dem Bildschirm das komplette Feuerwerk abfackelt.

Oder könnt ihr in diesem Fight aus der zweiten Staffel noch verstehen, was da eigentlich abgeht? In einem Schnitt sind die am Boden, im nächsten in der Luft, im nächsten im Tunnel, dann geht wieder ein Haus kaputt, dann explodiert alles, sie Kämpfen wieder am Boden… äh was? Und dann wechselt gefühlt auch noch andauernd der Artstyle während des Kampfes.

Und dabei geht es mir gar nicht so sehr darum, dass der Kampf komplett over the top ist. Wahrscheinlich SOLL es sogar einfach diesen Effekt haben, dass der dem Zuschauer ein bisschen den Boden unter den Füßen wegzieht, aber irgendwie… fühle ich das ab einem gewissen Grad einfach nicht mehr. Dann habe ich nur noch Fragezeichen und das „Michael-Bay-Problem“ im Kopf. Wenn fünf Minuten lang alles eskaliert, dann staune ich zwar einen Moment lang, aber irgendwann kippt das Staunen ein wenig darin, weil mich die zwanzigste Explosion kalt lässt und ich genervt bin, weil ich dem nicht mehr folgen kann. Das erzeugt dann ein wenig ein Gefühl von „das hätte ich mir sparen können“, wenn ihr versteht, was ich meine.

Bleiben wir mal beim Naruto-Vergleich (sicherheitshalber im Spoiler, weil man daraus Rückschlüsse auf die dritte Staffel JJK ziehen könnte):

Itachis Verrat an die Uchihas hatte deshalb so viel Gewicht, weil wir mit Sasuke mitgefühlt haben und wir das auf persönlicher Ebene nachempfinden konnten. „Was macht das wohl mit einem Kind wenn er mit ansehen muss, wie sein eigener Bruder und Anker innerhalb der Familie alle anderen abschlachtet?“ Wir haben als Zuschauer einen Bezugspunkt (Sasuke), haben uns durch Naruto mit ihm mehr oder weniger angefreundet und können uns in ihn hineinversetzen. Wir sind entsetzt, als wir endlich das Ausmaß seiner Vergangenheit erfahren. All das fehlt mir aber bei Maki. Ich habe das Gefühl, sie kaum zu kennen und sie unterscheidet sich ja auch optisch massiv in der dritten Staffel, was sie noch mehr entfremdet.

Vorher:

Nachher:

Alles in allem, verstehe und begreife ich nicht in Gänze, warum da so ein Gemetzel stattfindet.

Auch als Makis Mutter am Ende eine 180-Grad-Wende macht, indem sie sagt, dass sie ihre Töchter eigentlich doch geliebt hat und anschließend diesen anderen Clan-Anführer-Kandidaten (der locker schon längst hätte tot sein müssen - es wurde Mortal Kombat-mäßig mit einer Röntgenaufnahme gezeigt, wie sein Schädel zertrümmert wurde…) mit dem Messer umbringt, verstehe ich einfach nicht was zur Hölle da gerade abgeht! Meine Frau saß da auch neben mir und hat sich laut denkend gefragt, warum sie ihn in der Szene umgebracht hat und ich konnte das nicht beantworten. Nicht einmal ansatzweise.

Und das ist dann letztendlich auch mein Problem mit der Staffel. Es hat ein bisschen was von „Style over Substance“, wenn ich so darüber nachdenke. Wenn ich weder auf kognitiver Ebene der Handlung so richtig folgen kann, noch auf emotionaler Ebene irgendwie betroffen bin, dann geht die Serie irgendwie spurlos an mir vorbei - trotz der ganz offensichtlichen Produktionsqualität.

Und deshalb ist Demon Slayer für mich auch ganz klar der bessere (moderne) Konkurrent. Auch Demon Slayer hat ein unfassbares Production-Value, ist dabei aber weniger komplex und zugänglicher (man könnte auch „konventioneller“ oder „weniger mutig“ sagen) und die Charaktere sind mir einfach näher. Ich verstehe ihre Beweggründe und fühle mit ihren Schicksalsschlägen mit. Dadurch bin ich persönlich involviert. Demon Slayer erfindet bei weitem nicht das Rad neu und wenn nicht diese unglaubliche Animationsqualität wäre, würde ich auch durchaus unterschreiben, dass es ein wenig überbewertet (aber dennoch gut) ist, aber all diese Komplexität und der Arthouse-Flair eines JJK bringt mir letztlich einfach nichts, wenn ich den Eindruck habe, dass sich unter der Oberfläche gar nicht so viel verbirgt, wie es mir weiß machen will.

Schaut hier zufällig jemand JJK und kann das nachempfinden?

Zum Abschluss noch ein komplett anderes Thema, passt aber ganz gut zum Thema Arthouse: Der obskure Anime „Angel’s Egg“ aus den Achtzigern erscheint erstmals auf Deutsch. Das interessante dabei ist, dass der Regisseur von Ghost in the Shell dahinter steckt, sowie Yoshitaka Amano der das Charakterdesign und Artstyle beigesteuert hat. Den kennt der ein oder andere vllt aus den früheren Artworks von Final Fantasy. Der Film wirkt dadurch optisch sehr besonders und hebt sich deutlich von heutigen Anime ab.

Der Film selbst ist vor allem deshalb so obskur, weil er sehr aufgeladen ist, mit biblischen und philosophischen Metaphern, aber gleichzeitig fast ohne Dialoge auskommt und eine sehr vage und abstrakte Handlung verfolgt. Worum es in dem Film eigentlich geht und was der Film damit sagen möchte, ist tatsächlich bis heute ein vieldiskutiertes Thema, das unter anderem wohl auch From Software, bzw. Dark Souls inspiriert hat.

Stimme dir eigentlich auch zu…irgendwie alles etwas drüber bei JJK und nicht im Sinne von “abgedreht” sondern vom Stil her. In anderen Bereichen würde man “Over Engineering” sagen. Werde damit auch überhaupt nicht warm.
Vielleicht schaue ich mir mal den Manga an, aber das Thema mit den Erklärungen finde ich auch schon seit Anfang an irgendwie eigenartig…kann aber auch ein Anime-Problem sein.

Für mich wirken vielen der neueren Shonen vor allem etwas “aufgezwungen”, dass unbedingt die “jüngeren Generation” ein weiteres Naruto/Dragon Ball/One Piece schaffen/hypen will. :sweat_smile:

Demon Slayer ist so ein bisschen mein “nebenbei” Anime…während ich etwas koche oder so mache ich immer 2-3 Folgen nebenbei an. Da hab ich keine Angst irgendwie was essentielles nicht mitzubekommen, wenn ich mal für paar Sekunden nicht genauer hinhöre/schaue.

Ist es nicht. Der Manga verwendet oft mehrere Kapitel hintereinander als reinen Infodump, ohne dass auf den Bildern mehr gezeigt wird als das Gesicht der jeweils sprechenden Person.

Und leider ist der Manga an vielen Stellen auch echt nicht so gut gezeichnet. Ich erinnere mich noch daran, dass ich auch die Panelführung manchmal verwirrend fand.

Interessant, dass du Dragon Ball erwähnst. Die sogenannten Big Three sind ja One Piece, Naruto und Bleach, die zeitgleich sehr groß geworden sind. Dragon Ball war ja viel früher.

Aber ja, darüber habe ich auch schon ein wenig nachgedacht… was wäre so der Nachfolger der Big Three? Die beiden größten Anime im Moment sind ja wahrscheinlich wirklich Jujutsu Kaisen und Demon Slayer - wobei mich auch hier wundert, warum ausgerechnet die populärsten Anime in letzter Zeit so düster und blutig geworden sind. Die oben genannten drei konnten zwar auch ordentlich austeilen, waren aber doch über weite Strecken wesentlich leichter verdaulich. Vielleicht ist My Hero Academia noch am ehesten ein Nachfolger…?

hab extra nicht Big Three geschrieben, weil ich mehr #TeamDragonball als Blech bin :laughing: Aber Demon Slayer ist meiner Meinung nach eher populär, weil er so bisschen die Ära von wirklich gut animierten Animes eingeleitet hat.
Aber ja MHA könnte man da einordnen. Boruto hab ich auch in diesem Kontext schon gehört, was es irgendwie witzig macht :rofl:

Für mich ist Hell‘s Paradise der heisseste Scheiss der letzten Jahre. Warte da auf die Fortsetzung. JJK hab ich im Herbst im Kino gesehen, als der Film auf Japanisch gezeigt wurde. Werde mit JJK auch nicht besonders warm, finde alles zu wirr und überladen. Vom Stil her gefällt es mir gut.

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