Claude M. Moyse

Aloha!

Vielen dürfte der Name Claude M. Moyse ein Begriff sein und noch viel mehr wurden schon mit seiner Arbeit konfrontiert ohne es zu wissen.

[LEFT]Der Kerl war damals Chefredakteur des Club-Nintendo Magazins und war ebenfalls für die Übersetzung vieler großer Super Nintendo Klassiker, wie unter anderem Secret of Mana oder Secret of Evermore, aber auch The legend of Zelda Links Awakening zuständig.

Ein Spruch von ihm ist zum Beispiel das herrlich aus der Reihe fallende „nie ohne Kondom“, welches diese Strom-Blobs von sich geben, wenn man sie mit dem Zauberpulver bestäubt. Inspiration dafür war wohl das Aussehen der Monster, welches an selbige erinnert.

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[LEFT] Auch ist in Links Awakening ein besonderes Lied zu hören, wenn man seinen Namen eingibt:
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[ame]http://www.youtube.com/watch?v=hETZLrQz_uE[/ame]

[LEFT]Ein weiterer Klassiker unter den Moyse Zitaten ist die Lindenstraße in Secret of Mana,
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[LEFT]oder die Freakshow in Secret of Evermore, in der einem vorgegaukelt werden soll, dass ein Mann („Mr.Head“) enthauptet weiterlebt. In der deutschen Version sagt dieser ganz stolz, dass er keine Probleme mit Rheuma hat. Im Original gibt es diesen Joke nicht.

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[LEFT]Ich finde das großartig. Zwar weiß ich bis heute nicht, ob man seinen Namen nun französisch (quasi „Moahs“), oder eher englisch aussprechen soll, aber der Mann hatte echt Eier, wie ein Youtuber so schön sagt, um in einem Zelda-Spiel von Kondomen zu reden. Das sind einfach Sätze, die einem in Erinnerung bleiben und herrlich zum Lachen gebracht haben. Da verzeihe ich ihm auch, dass er nicht hundert prozentig originalgetreu übersetzt hat (immerhin soll er die Vorgabe gehabt haben lustig zu sein).

Was haltet ihr von ihm und seinen Übersetzungen?

Quellen: gedanken-faenger.blogspot.de, [ame=„http://www.youtube.com/watch?v=yduaFbUe_tw“]jpgamestube[/ame]
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Claude M. Moyse ist ein absolut genialer Übersetzer. Schade, dass er das nicht mehr macht. Gerade Link’s Awakening hatte dank ihm einen unglaublichen Charme in der Übersetzung, den die Oracle-Spiele bereits nicht mehr aufweisen konnten.

Sehr empfehlen kann ich übrigens diese Anekdote von Moyse: http://www.neogaf.com/forum/showthread.php?t=424989

Ach der Claude. Für den hab ich 10 Jahre lang für seine Magazine geschrieben^^
Allerdings würde mir jetzt, so im Nachhinein, kein besonderer Schreib- oder Übersetzungsstil einfallen. Kondome und die Lindenstraße ja aber ansonsten… Gab ja auch nicht wirklich viel, das man hätte vergleichen können. Die meisten Spiele damals kamen ja von ihm und seinem Team. Und die meisten Spiele hab ich nicht mal selber gespielt^^ Schlimm hingegen fand ich sein „Hollerö“, welches irgendwann um 97 herum im Club Nintendo Heft auftauchte und so schnell auch nicht wieder verschwand.

Musste echt lachen, aber leider kein schönes Ende. Wobei sie sich das aber auch irgendwie hätte denken können…

Der hat doch auch den kleinen Jungen als St. Pauli-Fan in einem Spiel eingebaut? Welches war das nochmal?

Sehr schöner Beitrag und viele kleine Dialoge, an die ich mich gern erinner. Habe den Namen zwar noch nicht gehört, werde ihn aber jetzt sicherlich behalten

Mann kann die Diskussion ja auch in eine etwas andere Richtung führen: Was haltet ihr generell davon, dass so frei mit Lokalisierungen umgegangen wird?

So gut freie Übersetzungen für die Kunden der jeweiligen Sprache auch sein mögen, bin ich eher dagegen. Auf der ganzen Welt sollten die Texte für sämtliche Sprachen etwa den gleichen Inhalt haben. Natürlich lässt sich das nicht 100%ig umsetzen, aber man sollte sich schon streng an die Vorlage halten.

Wichtiger ist mir, dass die Übersetzungen ohne Rechtschreib- und Ortografiefehler sind und, je nach Spiel, in einem angemessenen sprachlichen Niveau verfasst wurden. In fast jeder deutschen Spieleübersetzung werden die falschen Anführungszeichen verwendet („…“ vs. „…“), was mich schon stört.

Ist beides das selbe. :stuck_out_tongue:

Also Anführungsstriche stören mich persönlich jetzt nicht, aber schlimmer finde ich Sprüche, oder Wortspiele, die im englischen (bzw der Ursprungssprache) funktionieren und dann wörtlich übersetzt werden. Da wäre mir eine Alternative lieber. Beispielsweise sagt ein Nebencharakter in Resident Evil 5: „Das wird ein Schmerz im Arsch.“ (Sogar extra mit Anführungsstriche unten. ;))

Hachja, der gute Claude.

Afaik gibts irgendwo im Internet ein relativ aktuelles (2008/09 ??) Interview mit ihm, in dem er u.a. über die konzerninterne Hierachie (verschiedene Eingänge beim Europagebäude) und die generelle Arbeitsatmosphäre spricht.

Außerdem erwähnt er in dem Interview dass er Final Fantasy VI damals wohl fertig übersetzt hatte, das Spiel aber dann (bekanntermaßen) nie erschienen ist. Man muss schon sagen, trotz des eigenwilligen Übersetzungsstils (Großostheim im Intro zu Secret of Evermore, ja klar..) und ein paar „Schnitzern“ (Holerö etc.) war das ganze immer sehr charmant und hat auch stark zum Charme mancher Spiele beigetragen. Leider aber auch vieles dem Original gegenüber versaut (Hagen aus Secret of Mana ist eigtl eine Frau u.a.)

hust Es heißt Orthografie hust
Na ja, solange du keine Karriere als Übersetzer von Videospielen anstrebst ^^

Sowas ist ja wohl ein klarer Übersetzungsfehler und geht gar nicht. Klar, sprachliche Korrektheit sollte vor allem gegeben sein, das habe ich einfach mal vorrausgesetzt :wink:

Das ist nicht zufällig das Interview, das ich hier schon verlinkt habe? http://www.neogaf.com/forum/showthread.php?t=424989

Ein Fehler ist was anderes. Hier wurde wörtlich übersetzt. Davon abzuweichen ist im Grunde das selbe was Moyse auch gemacht hat. Er hatte die Vorgabe „make it funny“ und obendrein findet man in DE andere Sachen lustig, als in anderen Ländern. Lustig ist’s geworden, finde ich.

Die Geschichte mit Hagen ist aber ein No-Go.

Freiheiten in der Übersetzung nehmen sich die Übersetzer doch eh raus. Und zwar beim Fehler machen! Es gibt so viele Übersetzungen, bei denen man sich fragt, ob der, der das übersetzt hat überhaupt wusste, um was es ging. Ich schließe jetzt mal einfache Übersetzungsfehler durch Nichtbenutzung von Wörterbüchern aus (Bsp. jemand soll was übersetzen und weiß nicht, dass silicon was anderes als silicone ist. Oder wo der Unterschied zwischen hull und casing liegt.) Freiheiten: nein. Anständige Übersetzer: Ja!

Der Claude, hach ja, das waren noch Zeiten damals. Das Club Nintendo-Magazin kostete noch Geld, bot noch nette Soundtrack-CDs und die Spiele hatten schöne Anleihen an die deutsche Kultur (besagte Lindenstraße). Die Übersetzungen bzw. Anpassungen wirkten zwar teilweise etwas befremdlich aber mich persönlich haben sie nie wirklich gestört, solange sie nichts essentielles ruiniert haben. Und sowas wie die Erwähnung der Lindenstraße oder Großostheim stört ja nicht wirklich (im Gegensatz zu dem Thank you/I love you bei Final Fantasy X).

Hagen war eine Frau? Hmm, das gleicht dann wohl den Artea-Schnitzer aus Lufia (2) aus. Dieser wurde nämlich in der deutschen Version zwangsweise als Frau behandelt (Klischee: Sind Elfen schwul? –> Legolas :ugly: ). Grund war da aber nicht der Übersetzer, sondern die Denke von Nintendo of Europe. Dort wollte man etwas gegen die geringe Frauenquote (zwei Frauen, fünf Kerle) machen. Tja, dann wird der Elf halt einer Geschlechtsumwandlung unterzogen.

Mit Kujas (FF9) Geschlecht gibt’s ja auch so ein paar Ungereimtheiten. :ugly: War „er“ im Japanischen nicht eine „sie“? :ka:

WTF? Und wie haut dann die ganze Story mit der Verlobung hin? Gabs da etwas schon gleichgeschlechtliche Liebe in der Welt von Mana? :ab:

Ich finde es schrecklich, wenn die Texte einen aus der Spielwelt reissen. Lindenstraße ging mal sowas von garnicht…

Kommt natürlich auch auf’s Spiel an. Bei manchen Spielen passt sowas eher als bei anderen. Da fällt mir ein: Eine deutsche Earthbound-Übersetzung von Moyse wäre doch mal echt faszinierend gewesen, was meint ihr?

Wann hat denn das CN Magazin Geld gekostet? Einzig das Abo und dazu gab es dann auch die Soundtracks oder ähnliches, aber im Handel lag es immer umsonst aus. Ich hab noch meine alte Mitgliedskarte aus den 80ern^^