Crytek erklärt die Grafik von Ryse

Viel wurde diskutiert über die Auflösungen und die Unterschiede zwischen XBox One und PlayStation 4. Begriffe wie 1080p oder 60fps sind zu geflügelten Worten geworden.
Dass gerade ein Spiel in 900p-Auflösung zum bestaussehenden Spiel der aktuellen Generation gewählt werden würde, darf da schon überraschen. Ryse: Son of Rome vonCrytek konnte Kritiker und Fans optisch überzeugen und besticht mitgrandiosen Effekten.

Die XBox One hat im Gegensatz zur PlayStation keinen festen RAM-Pool von 8GB GDDR5 verbaut, sondern setzt auf zwei seperate RAM-Pools für GPU und CPU. Die GPU arbeitet ebenfalls mit dem schnellen GDDR5-RAM, während die CPU mit dem langsameren, aber latenztechnisch besseren DDR3-RAM arbeiten muss. Zwischen den beiden Bereichen vermittelt ein 32MB-kleiner, extrem schneller ESRAM mit hoher Bandbreite, der der XBox One eigentlich zu Spielen in 1080p bei 60fps verhelfen soll. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass dies wohl für viele Entwickler nicht so leicht zu erreichen ist. Crytek hingegen hat gezeigt, wie effizient für die XBox One zu programmieren ist.

Cryteks Sean Tracy erklärte nun, wie die Grafikdarstellung in Ryse zu realisieren war:

Demnach stand Crytek bei der Entwicklung seiner Engine vor dem Problem, dass der ESRAM zwar die nötige Geschwindigkeit aufweist, aber mit 32MB zu klein dimensioniert ist. Deswegen haben sie die sogenannte Tiled-Shading-Technik entwickelt, bei der das Bild in Kacheln aufgeteilt und dann eine Liste mit Lichteffekten generiert wird, die einen Compute-Shader verwenden. Alle Lichter außerhalb einer spezifischen Kachel werden aussortiert. Dann wird das Shading auf die bereinigte Liste für jede Kachel einzeln angewendet. In der Praxis ersparte das den Entwicklern enorm viel Bandbreite, welche dann für weitere Effekte genutzt werden konnte, um Ryse schließlich zu dem Grafikspektakel zu machen, das es ist.

Weiter verriet Tracy, dass diese Technik in der CryEngine 3 voll implementiert ist und somit allen Lizenznehmern zur Verfügung steht.
So können wir in Zukunft auf weitere grafikintensive Spiele für die XBox One hoffen, die mit der CryEngine 3 programmiert werden.

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