Der Lehrer-Rückblick

Aloha!

Nächste Woche Montag ist der 14. Februar und das bedeutet für mich, dass mein Studium wieder losgeht. Manche von euch wissen das vielleicht schon: Ich studiere Spanisch und Musik auf Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen.

Dreh- und Angelpunkt dieses Threads sollen eure Lehrer sein! Manchmal denke ich an meine Schullaufbahn zurück und überlege mir, welche Lehrer ich als besonders gut und welche als reichlich bescheiden in Erinnerung habe und warum. Viele von euch werden folgenden Gedanken sicher auch kennen: „Wenn ICH Lehrer wäre, würde ich das anders machen!“. Dieser Gedanke ist für mich nicht nur ein Gedankenspiel, sondern auf dem Weg Realität zu werden und daher würde mich mal interessieren, was euch so zu diesem Thema durch den Kopf geht, wenn ihr an eure Lehrer denkt (aber selbstverständlich keine Namen nennen!).

Ich selbst denke gerne an einen Musiklehrer von mir zurück, der mich wohl sehr geprägt hat und der mit Können und Humor bewiesen hat, dass er sein Fach versteht. Außerdem hatte er mir damals eine kleine Klavier-Privatstunde angeboten, was mich ziemlich verwundert hat und wo er mir zumindest eine Kleinigkeit nochmal vor Augen geführt hat, an die ich gar nicht mehr gedacht hatte. Sowas bleibt in Einnerung.

Auch einen Englischlehrer werd ich so schnell nicht vergessen. Weniger wegen seiner fachlichen Kompetenz (die durchaus vorhanden war) und mehr wegen seiner Art und Weise zu unterrichten. Er war ein Sklaventreiber, gab viel zu viele Hausaufgaben, wegen derer ich zu Hause ziemlich sauer war… ABER er war verdammt lustig und sympatisch. Er hat es geschafft, trotz allem einen spannenden und lustigen Unterricht zu zaubern und das Paradoxon gemeistert, dass man gerne in seinen Unterricht kommt! Hammer!

[LEFT]Falls sich wer fragen sollte, was es mit dem Bild auf sich hat: Im Anime Great Teacher Onizuka geht es um einen Punk, der beschließt Lehrer zu werden um eine hübsche Schülerin abzugreifen. Aufgrund seiner Vergangenheit und seiner unorthodoxen Methoden schafft er es aber einen Draht zu seinen Problemschülern zu bekommen.
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Ich hatte insgesamt 15 Jahre Schulunterricht und 1 1/2 stehen noch an. Dabei habe ich sowohl die, meiner Ansicht nach, Creme de la Creme der deutschen Lehrer erlebt, als auch den dreckigen, hinterhältigen, zukunftszerstörenden Bodensatz. Dabei ist festzuhalten, dass die guten Lehrer allesamt über Dinge verfügten, von welchen der dreckige Rest nicht einmal wusste, wie man es schreibt: Ein hohes Maß an Empathie und Relfexionsfähigkeit. Und diese beiden Punkte, lieber Tiago, das sag ich dir vorweg, wirst du in keinem Lehramt- oder Magisterstudium auf dem Lehrplan haben. Wie ich mit anderen Menschen und mit mir selber umgehe, lernst du entweder, wenn du im sozialpädagogischen Bereich arbeitest oder, wenn du gut bist, bringst diese Fähigkeiten schon mit. Letzteres ist aber bei den meisten Lehrern eine Ausnahme. Ein weiterer Tipp: Tu dir selbst einen gefallen und warte mit der Praxis nicht, bis sie auf dem Lehrplan steht. Such dir abseits des Studiums oder in den Semesterferien einen Praktikumsplatz, denn viele angehende Lehrer können eigentlich nicht mit Menschen umgehen, merken das aber erst während der Praxis, ziehen das Studium aber trotzdem durch, weil sie, wenn sie die Praxis erreicht haben, schon so viel Zeit/Geld investiert haben.

Und auch hier weiß ich, dass es nicht auf dem Lehrplan des deutschen Lehrertums steht aber, und das vor allem, wenn du Sprachen lehrst, versuche, über Bücher oder Kurse, dir anzueignen auf welchem kognitiven Entwicklungstand deine zukünftige Klientel sein wird, sprich, wie lernt diese Altersgruppe am besten. Wie ist der neurobiologische Aufbau in dieser Altersgruppe etc.

Nochmal auf deine Frage zurückkehrend: Die besten Lehrer/Sozialpädagogen die ich kannte/kenne verfügen alle über eine sehr gute Menschenkenntnis. Sie sind fähig sich in die Situation des anderes hineinzuversetzen und hinterfragen regelmäßig ihre eigenen Normen und Ansichten und gleichen diese mit anderen ab. Sie wussten, wie wir ticken und wie wir uns am besten Dinge merken konnten. Zudem waren sie fachlich größtenteils einfach nur top.

Der angesprochene Bodensatz hingegen wusste entweder selber nicht, was sie da unterrichteten oder sie haben Kinder wie Babys, Jugendliche wie Kinder und Erwachsene wie Jugendliche behandelt. Wenn ein Schüler mit den Unterrichtsmethoden nichts anfangen konnte, dann lag die Schuld beim Schüler. Weil man hat ja selber studiert, also ist man allwissend. Pass bloß auf, dass du dich nicht mit solchen Typen abgibst. Ich hoffe, es hilft dir weiter.

In den letzten 14 Jahren hab ich auf den verschiedensten Schulen auch viele verschiedene Lehrer kennengelernt. Dabei war da alles: richtig gute, richtig schlechte und andere, die man nach einiger Zeit vergisst, weil sie schlicht und einfach solide Arbeit geleistet haben - nicht mehr und nicht weniger.

Was mir bei genauerem Nachdenken einfällt ist, dass ich einen Lehrer, den ich mit 12 gut fand, heute vielleicht nicht mehr gut finden würde - einfach weil man auch als Schüler älter wird und somit auch ander behandelt werden möchte. Wie Gaius auch schon erwähnt hat, sollte ein Gespür dafür da sein, wie man mit der jeweiligen Altersklasse umgehen sollte. Obwohl ich auch sagen muss, dass das die meisten gut geschafft haben.

Was mich bei den Lehrern genervt hat, die ich eher negativ in Erinnerung habe, sind demnach eher andere Dinge: Unterrichtsmethoden, Arroganz und einen Schutzmantel gegenüber Kritik.

Der Punkt „Unterrichtsmethoden“ ist natürlich nicht einfach, weil auch jeder Schüler andere Formen bevorzugt. Was aber mMn gar nicht geht ist, wenn der Unterricht nur aus Arbeitsblatt mit Lückentext austeilen –> Folie auflegen –> Lücken ausfüllen und abschließendes Durchlesen besteht. Sowas hab ich z.B. in der Berufsschule recht extrem gehabt und mich öfter gefragt, warum ich dafür überhaupt aufstehe. Da hätte man die Unterlagen genauso gut per Post zusenden können, denn lesen kann ich selbst.

Mit Arroganz meine ich vor allem so eine Einstellung wie „Ich bin der Lehrer, ich mache keine Fehler“. Das haben zeitweise auch manche an den Tag gelegt und das kann auch sehr die Lust rauben. Es kann eben passieren, dass man beim Tafelanschrieb nen Fehler macht oder auch mal ein Detail nicht weiß. Nur dann sollte man sich das beim Hinweis eines Schülers auch eingestehen können. Darauf ein einfaches „Oh, danke für den Hinweis“ kommt wesentlich besser als erstmal ein Entsetztes „Das kann nicht sein!“ oder „Das hab ich nur gemacht um Sie zu testen“. Letzteres kann zwar auch mal mit nem Augenzwinkern kommen, aber nicht dauernd.

Der Schutzmantel gegen Kritik sollte eigentlich auch klar sein: Lehrer, die sich voll und ganz gegenüber Vorschlägen verschließen. Gerade wenn man mit älteren Schülern zu tun haben, sind diese durchaus auch in der Lage fundierte Kritik zu äußern. Dagegen sollte man sich nicht verschließen, sondern einfach mal darüber nachdenken. Auch direkt nach positiven und negativen Aspekten zu fragen zeigt, dass man nicht die Perfektion für sich beansprucht und sich auch selbst verbessern möchte. Dafür nimmt man sich als Schüler im Normalfall auch gerne nach dem Unterricht mal noch n paar Minuten Zeit.

Ansonsten ist es natürlich auch schön, wenn man merkt, dass der Lehrer Spaß an seinem Beruf hat. Das ist leider nicht selbstverständlich, doch nichts ist schlimmer als von jemandem unterrichtet zu werden, der eigentlich gar nicht so mit jungen Leuten kann. Damit werden beide Seiten nicht glücklich.

Und achja, was ich persönlich immer schön finde: Zeigen, dass man nicht alles immer bierernst nehmen muss. Natürlich soll der Unterricht nicht als Comedy Club enden, doch mal ein Witz zur Auflockerung bringt auch niemanden um - vor allem wenn das Thema staubtrocken ist.

Tiago, DICH hätte ich gerne als Lehrer! :bg:

Ist das jetzt ein Kompliment, oder nicht? :ugly:

Wie, wir haben schon 2014 !? Verdammt, hab mein Studienbeginn ja voll verpennt!

:bg:

Meinte ich natürlich positiv :wink:

Ist mir auch schon aufgefallen :smiley:

Wie in drei Teufels Namen komme ich auf FEBRUAR?! :o

Schöner Thread :slight_smile:

Momentan besuche ich die E-Phase was der 10. Klasse entspricht. Während dieser Jahre Schule habe ich viele,viele Lehrer gesehen. Ich teile meine Eindrücke einfach mal mit.

Zunächst erstmal ein positiv Beispiel. Von der 5. Klasse bis jetzt hatten wir, durch Pech und Pannen, insgesamt 6 verschiedene Englisch Lehrer. Durch die vielen Lehrerwechsel haben sich meine Noten auch so ziemlich gewechselt, von 2 bis 4. Doch durch einen verdammt coolen Lehrer habe ich wieder Interesse am Fach gefunden. Er war streng und seine Arbeiten waren Sau schwer, weil er den Unterricht aber echt verdammt geil gestaltet hat er dadurch meine Liebe zum Fach geweckt, zum Beispiel haben wir Harry Potter auf englisch gelesen und er hatte während der ganzen Zeit die Klasse in diese 4 Team-Häuser? in Harry Potter aufgeteilt. Dabei haben wir verschiedene Aufgaben in der Gruppe gelöst, in der die Gruppen auch Plus Punkte sammeln konnten falls etwas echt gut geworden ist, war echt cool, dass sage ich als größter Harry Potter Hater der Welt :wink:

Negativ Beispiel ist unser neuer Chemie Lehrer … kann nicht erklären, unfaire Benotung und seine schlechten Witze haben wir dort den Spaß am Fach genommen …

Wenn ich mir dich als Lehrer vorstelle fällt mir ein, dass wir auch mal einen Mathe Lehrer der gerne gezockt hat. Konnte mit ihm als einziger in der Klasse immer über Zelda und Co. reden :slight_smile: Sein Unterricht war auch ziemlich gut, naja so gut Mathe eben seien kann.

Durch die ganzen neuen Lehrer an unserer Schule wird der Kontrast zwischen den älteren Lehrern nur noch größer. Besonders von der Unterrichtsgestaltung her. Also ich finde als Lehrer sollte man Autorität und Spaß haben, aber mir ist sogar mehr Autorität lieber als Spaß, sonst lernt man nichts, ich zumindest :smiley:

Ich hatte Pech. Meine Grundschule wurde, als ich in der 5.Klasse war, geschlossen. Fast der gesamte Klassenverband ist gewechselt, was alles erleichtert hat, aber bis auf 2 Fächer, gabs überall neue Lehrer, für ein Jahr.

Mein Gymnasium wurde, als ich in der 9. Klasse war, zum schließen bestimmt, d.h. es kamen keine neuen 7.Klassen dazu. Zum Ende hin, hatten wir in fast jedem Fach, jedes Jahr neue Lehrer und die waren nie „Hauptberuflich“ an der Schule, sondern nur Stundenweise. So hatte ich das Vergnügen ne Menge Typen kennen zu lernen.

Die schlechten Lehrer:
Musiklehrerin:
Der Grund, warum die 11. Klasse ein Paradies wurde, ich konnte Musik endlich! abwählen. Die Frau hat Sachen verlangt… davon hatte ich nie was gehört und kann es bis heute nicht.
Taktklopfen anhören und die Noten aufschreiben. Sie zeigte, zum einsingen, irgend son „SoReMi… blabla“ Handzeichen und ich sollte in der passenden Tonlage was singen (Oder so ^^) Die 6 sind nur so auf meinen Notenspiegel gerasselt. Da hat sich dann schnell die Phase entwickelt, wo es mir scheißegal war. Tja bis heute geht mir Musik sonst wo vorbei.

Mathe ab der 9.
Der Lehrer liebte es Aufgaben vorn an der Tafel vorrechnen zulassen, natürlich von den schlechten Schülern. Ich war einer davon. Ich habe ne richtige Phobie vor seinen Stunden entwickelt. Regelmäßig vor der Klassen sein „Nicht-Wissen“ bewiesen zubekommen, hat stark an den Nerven gezerrt. Tja, das ging so weit, das meine Eltern das Gespräch gesucht haben. Ein großer Fehler. ^^ Danach war ich der Grund, dass meine beiden Banknachbar auch so schlecht waren. Und sicherlich habe ich nicht gestört, denn dazu war ich viel zu sehr eingeschüchtert.

Mathe ab der 11.
Da hatte ich Glück im Unglück. Mein Vater, als er hörte wen ich in Mathe als Lehrer bekommen hatte, nahm mich in den Arm und meinte, dass es ihm Leid täte, dass das wichtigste Zeugnis sehr schlechte Mathenoten haben wird. Bingo Abi mit Mathe 4. Da kommt Freude auf. Mein Vater hatte das Arschloch auch schon.
Der Herr Dr.(er wollte mit Herr Dr. angesprochen werden) hatte den Anspruch, auch einen Grundkurs auf ein Mathestudium vorzubereiten. Der gesamte Klassennotenspielgel ist abgerutscht. Alle Mathekurse haben sich zusammengeschlossen um den Typen loszuwerden, aber vermutlich war die Schule froh, überhaupt einen zu haben.

Die beiden Mathelehrer würde ich, wenn ich sie auf der Straße sehe, gern beleidigen und den Stinkefinger zeigen. In mir steigt gerade eine extreme Wut über die beiden kack Ratten.

die Guten:
Zu erste eine Frau, der ich mein ABI zu verdanken habe, weil sie beide Augen zugedrückt hat. Meine Lehrerin in Französisch. Ich hab in der 12 und 13, wo ich sie hatte, einfach nichts mehr gerafft. Die Defizite waren so gewaltig und der gesamte Unterricht wurde in französisch abgehalten.
Naja, Test, Klausuren, Mitarbeit alles 5-6. Ich durfte aber immer zusätzliche Arbeiten einreichen, die, wie durch Zauberhand immer 15 Punkte waren (danke an meine Nachhilfe). XD. Der Beschiss ist offensichtlich. Aber sie hat immer nur mit einem Augenzwinkern gemeint, was für ein Wunder es sei. Ich habe die 4 sehr gern angenommen und bin der Frau bis heute dankbar.

Deutsch ,Politik von der 7. bis zur 13. (Klassenlehrer bis zur 10)
Ein Hammer, der Mann. Zum einen hat er ein unglaubliches Wissen. In den höheren Klassen merkt man ja teilweise, was für Fachidioten an der Front stehen. Egal was man fragte, wenn ers nicht wusste gabs ers zu und versuchte es über das Herleiten.
bei schlechten Noten hat er immer nachgefragt, hat Themen versucht anders anzugehen usw. Nicht dieses typischen, nach dem Test können wir alles vergessen.
In der Nachtbetrachtung, würde ich sagen, er war ein Linker, also ein strammer. ^^ Das fiel nicht in seinem Politikunterricht auf. Wunderbar hat er versucht verschieden Sichten auf Problem zu geben. Toll.
Leider kam er mit Arschloch- Schülern nicht klar. Er erlaubt uns, seine Notenvergabe zu kritisieren. Was ja nicht schlecht ist. Doch nach und nach haben es zu viel Schüler ausgenutzt und die Diskussionen wurden sehr heftig. Mir war später so, dass es ihn wirklich verletzte, wie Schüler mit ihm sprachen.
Er war der einzige, zwar auch dem Umstand geschuldet, dass es einen starke Fluktuation der Lehrer gab, dem ich ein Geschenk am Ende gab. Ich habe mich bei ihm auch für den tollen Unterricht in all den Jahren bedankt.

Erdkunde/ Sport ab der 11.
Ok, sehr dankbare Fächer. Aber der Junge war auch der Hammer. An seinem ersten Tag kam er rein und meinte so in der Art, er käme gerade von einer richtigen „Assi“ - Schule und er sei so verdammt glücklich, bei uns sein zu dürfen.
Er war der Meinung, die Schule ist ne geile Zeit und das sollten Lehrer nicht kaputt machen. Er stand uns auch gegen den Mathelehrer bei. Sein Unterricht war dafür aber normal.
Sein Sport war hart. Viele haben sich beschwert, das er uns „kaputt“ macht. Ich bin ihm aber dankbar, dass er das Fußball und Volleyballmonopol gebrochen hat. Endlich gabs mal andere Sportarten im Sportunterricht. Und wenn ich ehrlich bin, geschadet hat der richtige Sport auch nicht. ^^
Wie der Zufall es wollte, wohne ich neben der Schule, wo er jetzt unterrichtet. Bei ihm bleibe ich gerne, wenn wir uns über den Weg laufen, für nen Schwatz stehen.

Dazwischen gabs viele, die ich bestimmt vergessen habe. Viele hätte bestimmt mehr Potential gehabt, wenn ich nicht so desinteressiert durch die Schule gegangen wäre. Ich bin der Meinung, jedenfalls bei meinen Lehrer, die wollten uns was auf den Weg geben und die meisten haben es auch gemacht.

An viele Lehrer kann ich mich gar nicht mehr genau erinnern.
Aber ein Paar sind mir noch aufgrund ihres positiven und auch negativen Verhaltens in Erinnerung geblieben:

Meine Klassenlehrerin von der 9. - 10.
Grundsätzlich war sie eine nette Person. Sie hat immer mal wieder kleine Scherze gemacht und den Unterricht somit etwas aufgelockert. Auch nach dem Unterricht konnte man sich mit ihr prima unterhalten, ob nun über schulisches oder privat. Das hätte durchaus eine schöne „Beziehung“ aufgebaut, wenn sie nicht manchmal…ja fast schon jähzornig und cholerisch reagiert hätte. Wenn man mal die Hausaufgaben vergessen hatte war sie natürlich verärgert und hat es sich notiert - völlig i. O. Wenn sie allerdings einen schlechten Tage hatte, hat sie wegen soetwas gerne lautstark rumgebrüllt und alle anderen gleich mit runtergezogen. Das hat sie Stimmung so heftig gedrückt, dass ein entspannter Unterricht nicht mehr möglich war.
Ich hätte mir gewünscht sie hätte ihre Laune nicht immer so sehr an uns ausgelassen.

Ein Lehrer an der Berufsschule, ich weiss gar nicht mehr was er unterrichtet hat, aber es war in Fach im Informatikbereich. So ein kleiner Nerd :stuck_out_tongue_winking_eye:
Er war ziemlich lustig drauf. Auch noch relativ jung. Während den ersten Stunden haben wir uns als naja…Kennenlernspiel alphabetisch nach unserem Lieblingsspiel aufstellen müssen. Sowas war doch schon recht cool, aber das muss auch passen. Du weisst sicher selber wie dämlich es rüberkommt wenn eine „ältere“ Person krampfhaft versucht cool rüberzukommen. Aber bei ihm hat es gepasst, war authentisch^^
Der gesamte Unterricht war ziemlich locker und entspannt, aber er hat trotzdem nichts wirklich schleifen lassen.
Und auch in ernsten Situationen hat er mMn gut reagiert. Ich wurde leider mehr oder weniger gemobbt in der Klasse (Eifersucht weil ein Mädel besser war als die Jungs in einer Informatikklasse ;P) und ich Heulsuse hab iwann wirklich Tränen in den Augen gehabt, da hat er entsprechende Personen mächtig zusammengefaltet und war ziemlich sauer. Und sowas tut schon weh wenn man den Lehrer mag. Und er war/ist wirklich beliebt aufgrund seiner Art. Das fand ich super und hat ihm doch ne Menge respekt eingebracht. Danach war Ruhe^^

Einen anderen Lehrer habe ich sehr negativ in Erinnerung. Das war in der 11. Klasse, Wirtschaftsgymnasium. Er hat leider sehr viel stumpfsinnig vor sich hin gelabert. Frauenwitze gehörten zur Tagesordnung, genauso wie Storys über seine drölf Exfrauen die alle natürlich Schuld am Scheitern der Beziehung waren. Vegetarier hat er bloßgestellt. Und der Höhepunkt war die zweite Klausur die absolut exakt den gleichen Inhalt hatte wie die erste Klausur. Er hat es einfach nicht fertig gebracht uns neue Inhalte beizubringen weil er nur damit beschäfigt war uns irgendwelche Storys zu erzählen. Das hat echt genervt.

Und dann zum Schluss meine „Lieblinge“. Der Berufsschulunterricht während der Ausbildung. Wir hatten fünf Lehrer. Im ersten Block war von diesen Lehrern nur eine zu gebrauchen, und das war die Englischlehrerin. Wir hatten Spass, haben was gelernt und es war gut so wie es war.
Die anderen konnte man wirklich vergessen. Wir haben es gehasst und uns so sehr drauf gefreut wieder arbeiten zu dürfen!
Ein Lehrer hat uns nur Voträge halten lassen. Also wirklich nur! Er hat uns die Themen aufgedrückt und uns dann machen lassen. Vorträge sind gut, aber Schüler sind mMn nicht dazu da sich gegenseitig den Stoff beizubringen. Eine Klausur durch einen Vortrag zu ersetzen find ich gut, denn soziale Kompetenzen wie Teamarbeit sollen ja auch gefördert werden. Aber er hat sich dadurch einfach ein einfaches Leben gemacht. Irgendwann von 30 Jahren mal selber Unterrichtsstoff erarbeitet und dann alle Jahrgänge danach selber arbeiten lassen. Witzlos!
Das spiegelte sich auch in den Lehrgängen wieder. Alle Jahrgänge vor uns hatten in den Lehrgängen zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung erhebliche Probleme in seinem Themengebiet. Es musst so viel aufgeholt werden wofür eig. keine Zeit gewesen wäre.
Er selber ist dann wegen Krankheit irgendwann ausgefallen und wir haben einen Neuen bekommen, gott sei dank, denn was besseres hätte uns nicht passieren können!
Wir bekamen einen jungen, frisch ausgelernten Lehrer, der sich selbstständig in das für ihn völlig unbekannte Thema eingearbeitet hat und uns wirklich wirklich sehr viel beigebracht hat. Der Unterricht war abwechslungsreich, interessant und vor allem: lustig! Und auch wenn etwas nicht verstanden wurde, konnten wir sooft nachfragen wie wir wollten, er hat es jedem mit einer Engelsgedult erklärt (wir waren allerdings gegen Ende auch nur noch 7 Azubis…) Das Ergebnis war, dass wir so gut vorbereitet waren auf den Abschlusslehrgang, das andere Azubis von anderen Schulen echt erstaunt waren was wir alles wussten :wink:
Letzendlich hatte ich in diesem Fach auch die Höchstpunktzahl in meiner schriftlichen Prüfung. Ich denke er hat dazu beigetragen^^

Die anderen waren sich alle ähnlich. Die hatten ihren Stoff, ihre Kopien und Folien und haben das Zeug heruntergerattert. Wirklich innovativ war da nix.
Eine Lehrerin hat leider auch sehr oft Fragen abgeschmettert mit der Begründung „dafür haben wir keine Zeit, wir müssen den Stoff durchkriegen“
Auch hat besagte Person mehreren Azubis (auch in Jahrgängen über oder unter uns) Sätze wie „Vll solltest du dir eine andere Ausbildung suchen“ an den Kopf geworfen. Ausschlaggebend dafür war eine(!) schlecht gelaufene Klausur (die übrigens in jedem Jahrgang schlecht ausfällt…)
Sie hat sich alles so hingedreht wie sie es gerade brauchte. Wenn man Fragen stellte war man doof, zeigte man Widerstand wurde man als „aufmüpfig und frech“ beschimpft.
In einer Klausur fragte sie nach „Vier Formulierungsbeispielen, wie in einem Gutachten ein Satz begonnen werden könnte“, ich nannte vier gängige Formulierungen, sie strich mir alle an und gab nicht einen Punkt darauf, mit der Begründung: Sie wollte genau DIE vier Formulierungen die in diesenjenem Buch stehen, genau die von Prof. XYZ und keine anderen. Sagte uns aber zu Beginn der Ausbildung, dass es wichtig sei, dass man beim Schreiben eines Gutachtens seinen eigenen Stil entwickelt.
Das sagte ich ihr und daraufhin wurde sie zickig, beleidigte mich und ich musste mich wirklich zurückhalten nicht loszuschreien.

Ohje, doch mehr geworden als ich wollte. Ich hoffe es nützt dir was und wünsche viel Erfolg für die Laufbahn als Lehrer :wink:

Im Buch „Isch geh Schulhof“ bricht der Autor die Qualität von Lehrern auf 3 Aspekte runter, ich würde noch einen 4. hinzufügen.

Humor, Empathie, Durchsetzungsvermögen, Fachwissen.

Also meine Lehrer waren eigentlich alle in Ordnung.
Nur in der achten hatten wir eine Lehrerin die war einfach nur furchtbar.
Auch noch in Englisch UND Mathe.
Die hat die Schüler regelrecht gemobbt und konnte es nicht ertragen wenn jemand fröhlich war.
Wahrscheinlich lag es daran das Ihre Ehe total im Arsch war…^^

Ist natürlich immer fraglich inwiefern man der Lehrerin das dann übel nehmen kann/darf. Letzten Endes sind Lehrer auch nur Menschen und manches lässt sich eben trotz alles Professionalität schwer verhindern.

Toll ist das aus Schüler-Sicht jedenfalls nicht. Die können schließlich nix dafür.

Nee manche Lehrer sind auch einfach nur BÖSE und/oder VERBITTERT.

Ich bin ja noch Schüler, und dennoch kann ich sagen, dass ich schon gute und schlechte Lehrer getroffen habe.

Angefangen an meiner Griechischlehrerin. Sie ist Professorin an der Mainzer Uni, ist also Prof Dr. Professur in Latein, Promotion in Griechisch. Ganz ehrlich? Super. Super. Super. So viel wie in Griechisch, obwohl es oft ausfällt (Sie ist Landesberaterin Griechisch oder so), lerne ich in keinem anderem Fach, auch nicht nur Griechisch. Latein, Italienisch, Deutsch, Spanisch… Sucht Euch was aus. Super. Sie versteht ihr Fach und muss sich auch nie auf den Unterricht vorbereiten, da sie sowieso alles weiß. Egal was man im Griechischen fragt, man bekommt eine super Antwort. Sei es, warum denn dieses Wort groß geschrieben sei oder warum der Barbie Pegasus Pink ist. Super.

So ähnlich ist meine ehemalige Lateinlehrerin. Sie hat uns ungemeinen Druck ausgesetzt, aber bei ihr haben wir Latein durch und durch gemacht. Sie hat uns ihr wissen auf unbeschreibliche Weise vermittelt, so kann ich jetzt zumindest ein wenig Latein.

Ganz anders meine jetzige Lateinlehrerin. schnarch Ich schlafe bei lebendigem Leibe ein, lerne nix, rein garnichts, obwohl ich mich anstrenge. Sie ist die Langeweile in Person. Nicht böse, ich mag sie, aber wir brauchen 5 verdammte Stunden für einen Satz. Vielleicht liegt es nur an meiner Klasse.

Meine alte Englischlehrerin ist scheiße. Sie hat Schüler (dRunter auch mich) systematisch fertig gemacht. Nix gelernt, rein garnichts. Sie hat eine blöde Technik angewendet, bei der man voraussetzt, dass die Schüler mindestens 23 sind und schon 12 Jahre englisch hatten. Sie ist der Grund, warum ich englisch in der mss nicht nehme.

Mein chemielehrer ist dafür aber der Grund, warum ich Chemie als LK nehme. Er hat mir das Fach erklärt, sodass ich mir das Super vorstellen kann. Hätte ich ihn nur in Bio…

…denn in Bio ist eine die wie meine Lateinlehrerin ist, mit dem kleinen Unterschied, dass wir in ihren Augen scheinbar Kleinkinder sind.

Oh, sehr interessantes Thema :slight_smile:

Eines, bei dem ich mich ebenfalls angesprochen fühle, weil ich wie einige bereits wissen auch einer derjenigen bin, die sich zu der Kühnen Entscheidung haben hinreißen lassen, Lehrer zu werden :smiley:
Ich studiere ebenfalls für Gymnasium/Gesamtschule, die Fächer Mathematik/Sozialwissenschaften.

Zu dem was Gaius gesagt hat kann man eigentlich nur noch hinzufügen: So ist es. Mehr Praxis ist allgemein vonnöten, und das ist ja nun Glücklicherweise durch die Umstrukturierung des Lehramtsstudiums zum Bachelor/Master-System (zumindest hier in NRW) ja auch schon umgesetzt worden:
Ich z.B. habe das erste Praktikum („Eignungspraktikum“), schon vor dem Studium absolviert, was hier möglich ist, es war sogar letztendlich der Ausschlaggebende Punkt dass ich mich dafür entschieden habe, weil es so super lief.
Nach 2 Semstern folgte dann das Orientierungspraktikum, noch folgen werden das Unterrichtspraktikum sowie dann im Master das Praxissemester, bevor es am Ende ins Referendariat geht.

Ich denke mit diesem Ansatz ist schon sehr viel geholfen, weil die angehenden Lehrer so bereits während des Studiums auch die Möglichkeit haben, die Theorie umzusetzen, und vor allem, sich selbst in ihrer Lehrerausbildung zu hinterfragen und selbst zu reflektieren - was bei den Praktika einmal in der Schule durch Reflexionsgespräche, und in der Uni in den Begleitseminaren stattfindet. Ich fand es bisher klasse.

Ich denke über Lehrerpersönlichkeiten kann man viel streiten.
Auch ich erinner mich an viele schräge Lehrer, z.B. meinen Relilehrer, der eh kein Bock auf nix mehr hatte, alle früher gehen ließ, sich während den Stunden mit Mitschülern über Motorräder und seinen Rasenmähertraktor unterhielt, von dem er gefühlt jede Stunde erzählte, während der Klausuraufsicht einschlief, und in den Pausen in sein Auto Pfeife rauchen ging, und allen sagte: „Wollt ihr Lehrer werden? Macht dat nich…“
dann den Erdkundelehrer der immer mit dem Schlüsselbund wedelnd ankam, stets darauf aus war, den Schülern „Besinnungsarbeiten“ aufzugeben, und anscheinend einfach einen Hass auf Kinder hatte,
und z.B. ein Positivbeispiel, den jungen Geschichtslehrer der Methodisch top drauf war, interessanten abwechslungsreichen Unterricht gestaltet hat, fachlich top, nett, aber nicht zu kumpelhaft war, obwohl er am Ende mit uns im Park Fußball spielen ging.

So einer wie letzterer ist natürlich eins meiner zentralen Vorbilder für später - aber das wichtigste ist finde ich, dass man zum einen authentisch, also man selbst bleibt. Sonst macht man sich und den Schülern was vor, und geht kaputt.
Und dass überhaupt die Grundmotivation für diesen Beruf da ist, und man ihn nicht wählt, weil man keine alternativen hat, nur auf nen sicheren Job oder das Geld aus ist oder so. Denn das sind denk ich genau die Lehrer, die den Kindern später das Leben zur Hölle machen, weil sie selbst keine Lust mehr haben und kurz vorm Burnout stehen.

Ich hab gemerkt (anfangs durch Nachhilfe geben), dass mir unterrichten einfach Spaß macht, dass ich es verstehe, mich in die Probleme bzw. Fragen von anderen hineinzuversetzen, und deswegen hab ich mir gesagt, warum soll ich dann nicht meine Begeisterung für Mathematik und Politik versuchen an die Schüler weiterzugeben?

Mein Anspruch ist ein SEHR guter Lehrer zu werden. Denn das ist nötig, vor allem wenn man die zur Zeit breit diskutierete Hattie-Studie betrachtet (sehr zu empfehlen), die besagt, dass der Lehrer mehr denn je der Schlüsselfaktor für den Lernerfolg der Schüler ist.

Natürlich sind Lehrer auch nur Menschen. Aber ich denke, wenn von allen Seiten, Lehrer, Schüler, Eltern und Politik da mehr Offenheit und Mut zur Reflexion reingebracht wird, kann sich die Situation der Lehrer-Schülerverhältnisse auch in Zeiten wie heute, in denen niemand mehr an einer Hauptschule in Köln-Kalk unterrichten will, verbessern. Man darf einfach nie stehen bleiben - bzw meinen man hätte ausgelernt ^^

Ich kann hier übrigens noch einen sehr interessanten Artikel zu dem Thema empfehlen, der das von mir angesprochene zum Thema Hattie nochmal näher erläutert:
http://www.welt.de/debatte/kommentar…er-Lehrer.html

Sowie ein Video zum Schmunzeln (schon was älter, aber der Wahrheitsgehalt ist immer noch hoch)
[ame]http://www.youtube.com/watch?v=Y7ww9p2MQVg[/ame]

Achja, auf eines freu ich mich aber auch ganz besonders: Das Gesicht der Schüler, die mich ungläubig anstarren wenn ich in der Klausuraufsicht meinen 3DS zum Zocken aus der Tasche hole 8)