ENDLICH ist es soweit, jetzt nach langem Warten und mehreren Nachfragen ist hier meine Facharbeit über die Entstehung des HipHop !
Ich hoffe sie gibt euch einen tollen Einblick in die Welt des HipHop ! also dann viel Spaß !^^ :bg: 8)
1 Roots
1.1: Was heißt HipHop ?
Der Begriff HipHop wurde bereits im Laufe der 70er Jahre geprägt,aber erst durch Afrika Bambaataa erweitert. Er ist zusammengesetzt aus den Slangausdrücken hip (kennt man ja:in sein)und hop, was eine Umschreibung für Party/Tanzereignis ist. Daneben gibt es ja noch das Wort Rap. Dieses bedeutet allgemein schlagen, klopfen, pochen . Am Anfang des Jahrhunderts wurde es aber zum Slangausdruck für reden bzw. für ausplaudern ‚ verraten. Der ursprüngliche Rapper war also ein Verräter. In den 40/50em wandelte er seine Bedeutung und meinte dann rhythmisches Sprechen. In dieser Weise wird er auch heute noch gebraucht: Mit Rap ist also allein das Rappen gemeint - im Gegensatz zu HipHop. Mit HipHop ist die gesamte Kultur gemeint, die neben der Musik auch Breakdance ‚ Graffiti und dergleichen enthält. HipHop ist eine Lebensweise/Einstellung-Rap nur eine Tätigkeit.
1.2: Überblick
HipHop hat viele Ursprünge:
Da wäre als erstes das gesellschaftliche Umfeld zu beachten. HipHop ist die Musik der Ghettos, die durch Armut, Gewalt und Gangs geprägt sind . Von Bedeutung ist dabei auch die Situation der schwarzen Frauen. Ein weiterer Einfluss stammt aus dem Entstehen von Graffiti. Graffiti ist zwar Teil der HipHop-Kultur, hat aber ganz eigene Wurzeln. Und dann wären da natürlich noch die musikalischen Wurzeln : vor allem Reggea ‚ afrikanischen Einflüssen, dem Jazz, Funk, dem Wirken der Disco-und Radio-DJs und dem Gospel.
1.3: Reggea
Der Reggea aus Jamaica hatte einen gewaltigen Einfluss auf die Entwicklung von HipHop. Zum einen gab es hier bereits in den 40/50ern die Soundsystems: mobile Discotheken, in denen bereits einige DJ-Techniken entwickelt wurden . Auch fanden hier bereits sogenannte Battles, d.h. Wettkämpfe zwischen Djs statt. Der Reggea besitzt aber auch eine besondere Gesangsart ‚ das Toasting ‚ das dem Rappen sehr ähnlich ist ‚ allerdings schon in den 5Oern betrieben wurde‘. Auch fanden zu dieser Zeit schon Battles zwischen den Toastern statt. Dies wird später ebenfalls ein wichtiges Element der HipHop-Jams werden.
1.4: Afrikanische Einflüsse
Rap ist schwarze Musik-deshalb ist es wichtig, dass auch afrikanische Traditionen ein-flossen. Besonders die “Griots“bzw. “Storyteller“, eine wichtige Position in vielen afrikanischen Kulturen ‚ können als indirekte Vorbilder für die “Mcs“ angesehen werden. “Griots“bzw. “Storyteller~‘ haben die Aufgabe, bestimmte Mythen und Legenden zu bewahren und sie durch ihr Erzählen am Leben zu halten. Diese Erzählungen sind in der Regel von Trommeln begleitet und werden deshalb meist rhythmisch vorgetragen. Die traditionelle afrikanische Musik ist ähnlich aufgebaut, wie die des HipHops . Vor allem dominieren die rhythmischen Elemente-im Gegensatz zu europäischer Musik, der die Melodie im Vordergrund steht.
1.5: Jazz
Jazz hat HipHop nicht erst in jüngster Zeit, durch die vielen Fusionen, beeinflußt. Auch zur Entstehung dieser Kultur und Musik hat er beigetragen . Am auffälligsten ist dabei der Scat-Gesang, der ähnlich wie das Toasting und-dem Rappen sehr verwandt ist. Das Scatten ist ein rhythmisches Sprechen, das bereits ab 1900 auftauchte, aber vor allem im Jazz der 30er oft vertreten war. U.a. das Scatten von Louis Armstrong hat zu seiner Popularität beigetragen.
1.6: Funk
Der wichtigste musikalische Einfluß auf HipHop war aber wohl der Funk. Mit seinem Enstehen führte er einige Neuerungen innerhalb der Musik ein-obwohl vieles bereits im Rhythm‘n‘Blues und Soul angedeutet worden war. Das erste Merkmal ‚ das den Funk von seinen Vorgängern unterschied ‚ war, dass nicht mehr die Melodie, sondern der Rhythmus in den Vordergrund gestellt wurde. Funk ist in erster Linie Tanzmusik-und zwar in bis dahin deutlichster Form. Ein Beispiel dafür ist die Musik von James Brown, in der strekkenweise nur noch Rhythmus und überhaupt keinerlei Melodie oder Gesang vorhanden ist. Das erste Ziel war,aus der Musik all das zu entfernen,was dem Tanzen nicht nutzte,und sie auf das Wesentliche zu reduzieren.Das heisst natürlich nicht,dass der Funk simpler ist,als andere Musik-vielmehr wurden nur andere Aspekte in den Vordergrund gestellt.Von vielen Musikhistorikem wird hinter dieser Entwicklung ein weiteres Ziel vermutet: die Musik sollte aktiver, lebendiger und aggressiver werden.Funk wäre damit auch ein Ausdruck des neuen schwarzen Selbstbewußtseins und der Black Power Bewegung der 60er. Allerdings stand zwischen dem Funk und HipHop noch eine weitere Kultur: die Disco Bewegung.
1.7: Disco
Die Discomusik, wie sie seit den 6Oem existiert, kann wohl-musikalisch-als direkter Vorgänger von HipHop angesehen werden. Die ersten HipHop-DJs waren stark von denen der Discos beeinflußt. Getragen wurde sie zunächst von Schwarzen und Schwulen, die die ersten Clubs und 6tscotheken gründeten und besuchten. Damit gab es zum ersten mal Orte, die nur dem Tanz dienten. Das hatte zwei wesentliche Auswirkungen:
Erstens wurde der DJ zum Mittelpunkt. Er war nun nicht mehr der reine Plattenaufleger, sondern begann langsam mit der Musik zu experimentieren. Einige wichtige Techniken wurden in dieser Zeit vorbereitet, z.B. das erzeugen langer Spannungsbögen über mehrere Musikstücke hinweg, den fließenden Übergang und das Pitchen des Tempos der einzelnen Tracks. Dies ermöglichte überhaupt erst fließende Übergänge zwischen den Stücken. Allerdings wurden all diese Tricks oft nur als Effekte benutzt, die ein wenig Auflockerung bringen sollten-sie waren noch kein durchgehendes Element der DJ-Arbeit. Zweitens wurde die Musik nochmals abgespeckt-in Discos wurden zunächst zwar alle Musikstile gespielt, solange sie tanzbar waren. Doch entstanden bald Stücke, die noch mehr auf reine Tanzbarkeit aus waren, als dies der Funk wollte. Aus diesem Grund distanzierten sich viele ‘Funketeers‘ schnell wieder von der Discomusik, da sie ihnen zu plump und leblos vorkam. Für HipHop waren damit aber die entscheidenen Weichen gestellt !!!
2 Ghetto
2.1: Geschichte
Vor 1910 lebten die meisten Schwarzen im Süden der USA, Ghettos gab es noch nicht. Ab 1910 begann nun aber eine gewaltige Umsiedlungswelle der Schwarzen vom Süden in die Großstädte im Norden und teilweise an die Westküste. Grund dafür war vor allem, dass der Süden aufgrund der einseitigen Ausrichtung auf Landwirtschaft, die nicht mehr so stark gefragt war und den verlorenen Bürgerkrieg stark verarmte und zahlreiche Arbeitsplätze verloren gingen. Dies traf vor allem die schwarze Bevölkerung. Gleichzeitig entstanden aber wegen der massiven Industrialisierung im Norden dort aber so viele Jobs, dass eine große Nachfrage nach Arbeitskräften vorherrschte. Aus diesem Grund wanderten viele Schwarze (innerhalb weniger Jahre 115 Mio.) in die Großstädte des Nordens-und dort vor allem in die Innenstädte, in denen die neuen Fabriken entstanden. Dort wurden sie von der weißen Bevölkerung-die in puncto Rassismus dem Süden in Nichts nachstand-nicht gerade freudig empfangen. Zunächst versuchten die Weißen, durch Zuzugsverbote, die Schwarzen aus den Städten heraus zu halten. Da dies nichts nutzte, begannen sie aus den Innenstädten in die Vororte zu fliehen. Diese schotteten sich danach immer mehr von den lnnenstädten ab. Es kam zu einer Polarisierung zwischen weißen Vororten und schwarzen Cities. Da die Weißen finanziell sehr viel besser gestellt waren und zusätzlich neue Arbeitsplätze nun auch nicht megr in der Stadt, sondern am Rand geschaffen wurden, verarmten die Innenstädte. Die Ghettobildung setzte ein. Durch allerlei Maßnahmen wurden zahlreiche Hürden gegenüber den inneren Bezirken aufgebaut. Es wurde für die Schwarzen immer weniger möglich, in wohlhabendere Gebiete zu ziehen. Die Ghettos entwickelten sich für die meisten zu großen Gefängnissen, in denen die sozialen Probleme immer schärfer wurden. An diesem Zustand hat sich bis heute eigentlich kaum etwas geändert-zumindest für den Großteil der Schwarzen!!!
2.2: Situation
Die Situation in den schwarzen Ghettos ist erbärmlich-sie gleichen großstädtischen Slums. Es gibt kaum gesicherte und feste Arbeitsverhältnisse-und wenn, dann zu sehr viel geringeren Löhnen, als sie in vornehmlich weißen Gebieten gezahlt werden. Zudem gibt es kaum qualifizierte Arbeitsplätze. Die Arbeitslosigkeit vor allem auch unter Jugendlichen-ist sehr hoch. Hinzu kommt, dass die Bildungsmöglichkeiten für Schwarze sehr schlecht sind. Die öffentlichen Schulen sind schlecht ausgestattet und um auf private Schulen zu gehen, fehlt den meisten das Geld. Allerdings gibt es in puncto Bildung und Beschäftigung Unterschiede zwischen Männern und Frauen-letztere stehen bemerkenswerterweise besser da. Dies ist umso erstaunlicher, da ein Großteil der Frauen alleinerziehende Mütter sind. Auch sonst fehlt es im Ghetto an allen Enden: die Häuser sind in sehr schlechtem Zustand, es gibt nur sehr oberflächliche medizinische Versorgung, sinnvolle Freizeitangebote existieren so gut wie gar nicht. Verschlimmert werden diese Verhältnisse durch den allgegenwärtigen weißen Rassismus-der sich zum Beispiel in massiven Provokationen durch die Polizei äußert.
3 Gewalt
3.1: Überblick
HipHop entstammt den schwarzen Ghettos-und diese sind gezeichnet von Gewalt. Dies hat sich natürlich auch in der HipHop-Kultur niedergeschlagen. Die gesamte Bewegung ist auf Kämpfen-Battles-aufgebaut. Allerdings sollten diese ursprünglich friedlich durchgeführt werden-nicht mit Fäusten und Waffen, sondern Platten, Mikrofonen und Spraydosen. Doch nach und nach hat sich die Fraktion der Gangster-ob nun echte oder Möchtegernsdurchgesetzt. Einige Beispiele für die massive Gewalt im HipHop sind der Bridge-Battle oder die permanenten Konflikte zwischen der West- und Ostküste.
3.2: Gangs
Gangs gibt es schon seit den 50ern allerdings waren dies damals Freunde-Cliquen, aie sich ab und zu miteinander Schlägereien lieferten. ln den 6Oem schlossen sich diese Gruppen in der Regel der Black Power Bewegung an - wenn auch oft nur als Mitläufer. Nachdem diese Ende der 60er zerschlagen war, änderte sich alles. Es enstanden Gangs, denen es nur noch darum ging, möglichst weite Gebiete der Ghettos unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Gruppen gingen mit äußerster Gewalt gegen andere vor - und jene sahen keine andere Wahl, als mit den selben Mitteln zu reagieren. Die Gangkämpfe, wie sie auch heute noch überall zu finden sind, waren damit zum Normalzustand geworden. Oft bilden diese Gangs auch die unterste Ebene der Drogenmafia - allerdings werden sie nur für die Dreckarbeit herangezogen, weil sie für größere Aufgaben zu locker organisiert sind. Nun kann man sich hundert Erklärungen für dise Gewalt ausdenken - keine Zukunftsperspektive, allgegenwärtiger Rassismus, Arbeitslosigkeit und so weiter. Natürlich herrschen äußerst erbärmliche Verhältnisse in den Ghettos - aber das erklärt natürlich nicht, wieso man diese Zustände noch zusätzlich durch sinnlose Gewalt verschärfen sollte. Seit wann macht Armut dumm?
3.3: West vs. Ost
Seit Mitte der 80er herrscht ein - mal mehr mal weniger starker - Kampf zwischen der Ost-und der Westküste. Möglicherweise ging es einfach mal wieder nur darum, daß sich irgendwer als der Allerbeste darstellen wollte und alle anderen zu Versagern…
Zunächst lief dies nur im Rahmen des üblichen Dissens - sehr ausgeprägt z.B. zwischen NWA (Niggaz With Attidute) von der Westküste und Tim Dog aus N.Y.. Mit der Zeit kam es aber auch zu ernsteren Zusammenstößen - inklusive Toten. So wurde auch vermutet, das die Ermordung Tupac ‘2Pac‘ Shakurs auf diesen Konflikt zurückgeht und der Tod von Biggie ‘Notorius B.I.G.‘ Smalls eine Rache dafür war.
4 Frauen
4.1: Situation
Die schwarzen Frauen stehen einer doppelten Unterdrückung gegenüber: erstens, weil sie Schwarze sind und zweitens, weil sie Frauen sind - letzteres kriegen sie auch von den schwarzen Männern zu spüren, die sie nicht weniger verachten, als dies unter Weißen üblich ist. Als Schwarze haben sie unter der erbärmlichen Lage der Ghettos zu leiden. Allerdings ist dabei zu beachten, das Frauen im Ghetto in der Regel sehr viel selbständiger sind als die Männer. Sie haben eine bessere Bildung und sind weniger stark arbeitslos - so hatten 1968 79% der schwarzen Männer und 66% der Frauen in den USA einen Job, 1988 hatte sich dieses Verhältnis aber umgedreht: nun hatten 67% der Männer aber 74% der Frauen einen Job. Letztlich halten in der Regel die Frauen die sozialen Kontakte innerhalb des Ghettos aufrecht und organisieren den Alltag. Hinzu kommt, daß es dort sehr viele junge Mütter gibt, die aber häufig alleinerziehend sind. Das von den männlichen Jugendlichen gern praktizierte Gangster-Gehabe, wird von Frauen meist verachtet.
4.2: Frauen und HipHop
Die HipHop-Bewegung ist stark von Männern dominiert, die in der Regel kaum ein gutes Wort über Frauen verlieren (die eigene Mutter mal ausgenommen) - diese kommen oft nur als Schlampen oder Prostituirte innerhalb von Raptexten vor. Dennoch gab und gibt es einige weibliche Mcs, Breaker, Writer und Djanes. Unter den Rapperinnen waren u.a. Roxanne Shante, MC Lyte und Queen Latifah dafür verantwortlich, daß sich auch Frauen im HipHop zu Wort meldeten und dabei genauso viel Respekt verlangten, wie ihre männlichen Kollegen. Daneben gab es aber auch Rapperinnen wie die BWP (Bitches With Problems) oder Boss, die versuchten, den Männern im Gangstertum in Nichts nach zu stehen. Oder gleich - wie im Augenblick Lil‘ Kirn oder Foxy Brown - möglichst alle Klischees der Männer zu repräsentieren.
4.3: Sexismus
Schwarze Männer sind meist nicht weniger sexistisch eingestellt als die weißen Männer.
Innerhalb der HipHop-Bewegung und des Ghettos ist dies nicht anders. Frauen werden
hier meist nur als ‘Schlampen‘ oder ‘Nutten‘ dargestellt.
Einige Beispiele für die Ursache solchen Denkens:
Viele HipHopper schlossen sich der ‘Free Mike Tyson‘-Kampagne der Nation of Islam an. Tyson saß wegen der Vergewaltigung einer schwarzen Frau im Gefängnis - diese wurde innerhalb der Kampagne als Lügnerin bzw. weiße Agentin, die die Schwarzen spalten sollte, beschimpft.
Die Geto Boyz schilderten in ihrem Track Mind of a Lunatic‘ ausführlich eine Vergewaltigung.
Auch der 1996 erschossende Tupac Shakur saß wegen einer Vergewaltigung im Knast.
5 73-79: Aufbau
5.1: Überblick
In den Jahren 1973-79 begann sich HipHop langsam zu entwickeln. Diese Jahre sina vor allem mit drei Namen verbunden:
• Kool DJ Herc
• Grandmaster Flash
• Africa Bambaataa
Außerdem beginnt in diesen Jahren die Entstehung von Breakdance und Graffiti.
5.2: Kool DJ Herc
Herc wurde in Jamaica geboren. Die Familie zog 67 in die Bronx/N.Y., wo er zunächst Sprayer und dann DJ wurde (zum ersten mal legte er auf der Party seiner Schwester 1973 auf) - und zwar der erste wirkliche HipHop-DJ. Zwei wesentliche Quellen beeinflußten ihn:
einerseits seine jamaikanische Herkunft, die ihn in Kontakt mit Reggea und den dortigen Soundsystems brachte und andererseits die Disco-DJs. Sie hatten die ersten Mix-Versuche unternommen. Auf diese Techniken griff auch Herc zurück - baute sie jedoch aus und machte sie zum Kern seiner Auftritte. DJs waren damit endgültig keine reinen ‘Plattenaufleger~ mehr. Im Grunde gehen die meisten heutigen Mixtechniken auf Herc zurück - allerdings führte erst Grandmaster Flash diese zur Perfektion. Seine wichtigste Erfindung waren die Breakbeats: Funk-Tracks enthalten in der Regel Breaks, d.h. eine kurze Sequenz, in der ein Tempowechsel stattfindet, der Rhythmus wilder wird oder ähnliches geschieht. Herc stellte nun fest, daß genau an diesen Stellen am heftigsten getanzt wird. Er begann damit, sich alle Platten doppelt zu kaufen, um dann diese Breaks mehrmals hintereinander abspielen und sie so verlängern zu können. Die so erzeugten Schleifen sind die Breakbeats, die besonders treibend und tanzbar sind. Für HipHopMusik war dies entscheidend, denn Breakbeats bilden ihren rhythmischen Kern. Als Reaktion auf diese äußerst fetten Beats entstand der Breakdance. Herc führte ein weiteres wichtiges Element ein: die sogenannten Blockparties, die seit 75 in der Bronx und Harlem stattfanden. Diese Ereignisse haben ihren Ursprung in den Soundsystems aus Jamaica - Open-Air-Veranstaltungen mit mobilen DJ-Anlagen. Genau solche Parties führte Herc nun auch in NY. ein - sie boten damit ein erstes Forum für die gerade entstehende HipHop-Kultur. Auf den Blockparties trafen sich die unterschiedlichsten Leute - DJs, Sprayer und Breaker. Mit der Zeit begannen einige, zu der aufgelegten Musik kurze Sprüche zu schreien, die zuerst die tanzende Masse anheizen sollten. Später wuchsen sie zu längeren Texten, die sich an den Rhythmus der Musik anpassten - das Rappen war erfunden. Auf diesen Parties herrschte eine sehr kreative Atmosphäre, die es ermöglichte, daß HipHop als eigene Kultur entstehen konnte. In den frühen 8Oern verschwand Herc aber von der Bildfläche, auf der er erst Mitte der 90er wieder auftauchen sollte. Seinen Platz übernahmen Grandmaster Flash und Africa Bambaataa.
5.3: Grandmaster Flash
Grandmaster Flash war oft auf Blockparties von Kool DJ Herc und von dessen Auftritten so stark beeindruckt, daß er beschloß, selbst DJ zu werden. Ihm kam dabei die Rolle zu, die Mixtechniken, die Kool DJ Herc nur grob entwickelt hatte, zu perfektionieren und neue zu erfinden. Seine Mixe waren feiner und exakter. Außerdem konnte er auf neue technische Entwicklungen zurückgreifen: u.a. auf neuentwickelte Vorhörmöglichkeiten. Als die ersten tragbaren Drumcomputer auf den Markt kamen, setzte Grandmaster Flash diese als Ergänzungen zu seinen Plattenmixen ein. Mit der Zeit sammelte sich eine kleine Gruppe um ihn, die zu den ersten wirklichen MCs werden sollten: die Furious Five MCs, mit denen er Anfang der 80er auch Platten aufnahm. Wenn Kool DJ Herc der Pionier des HipHops war, dann war Grandmaster Flash derjenige, der HipHop zur ersten vollen Blüte verhalf.
5.4: Africa Bambaataa
Anfang der 70er war Africa Bambaataa Chef einer Gang. Als 1975 ein enger Freund erschossen wurde, wandte er sich von den Gangs ab und suchte etwas neues - etwas, was eine Gang zusammenhält, aber ohne Gewalt auskam. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Nation of Islam, die ihm nicht wirklich befriedigte, gründete er dann die ZuIu Nation als gewaltfreie Ersatzgang. Die ZuIu Nation sollte alle Jugendlichen aufnehmen und ihre zerstörende Gewalt positiv umformen: dazu verwandte er die Mitte der HipHop-Bewegung. Kämpfe sollten nicht mehr mit Waffen, sondern in Form von Battles unter DJs, MCs, Breakern und Graffiti-Writern stattfinden. Außerdem sollten die Mitglieder der ZuIu Nation weder mit Drogen handeln, noch diese selbst nehmen. Ergänzt wurden diese Vorstellungen mit Forderungen der Black Power Bewegung - allerdings auch mit teilweise stark afrozentischen Einstellungen. Dazu paßt auch, daß Africa Bambaataa seinen Namen von einem ZuIu-Häuptling übernommen hat - dem einzigen, der gegen die weissen Eroberer lange erfolgreichen Widerstand leisten konnte. Africa Bambaataa formte die zunächst locker zusammenhängende Gruppe der HipHop-Anhänger zu einer festeren Bewegung. Allerdings wurden die Ideale der Zulu Nation sehr bald in den Hintergrund gedrängt - Africa Bambaataa blieb aber als DJ aktiv. Nachdem er jahrelang hauptsächlich Elektro aufgelegt hatte, ist er heute leider dazu übergegangen Techno zu spielen.
5.5: Breakdance
Breakdance war eine Reaktion auf die von Kool DJ Herc erfundenen Breakbeats. Diese bestehen aus den besonders tanzbaren und treibenden Passagen von Funk-Tracks. Um auf diese wilde Musik angemessen tanzen zu können, entstand mit Breakdance ein eigener Tanzstil. Dieser erfreute sich sehr schnell großer Beliebtheit - und wurde durch Gruppen, wie die Rock Steady Crew permanent weiterentwickelt.
5.6: Graffiti
Wie Graffiti entstand, ist relativ unklar. Allerdings gibt es die Geschichte über einen New Yorker Botenjungen, der überall, wo er vorbei kam, seinen Spitznamen an die Wand schrieb. Er nannte sich TAKI 183 und muß so um 1970 oder vorher damit angefangen haben. 1971 berichtete die N.Y.Times über ihn - spätestens durch diesen Artikel haben sich wohl genügend Nachahmer gefunden. Genauso wird erzählt, diese ersten GraffitiAktivitäten entstammten dem Gang-Umfeld, die so ihr Revier markiert haben. Da dies auch heute noch der Fall ist, klingt auch diese Geschichte überzeugend. Aus diesen kleinen wohl eher unspektakulären Namenszügen (Tags) entstanden dann relativ schnell aufwendige Zeichnungen (Pieces). Diese Entwicklung muß sehr rasch vorangegangen sein, denn bereits 1972 wurde das erste ‘Anti-Graffiti-Gesetz‘ eingeführt, was der Sache aber keinen Abbruch tat. Zu erst waren Hauswände ein bevorzugtes Ziel der Sprayer, doch ab 1973 wurden auch Züge (hauptsächlich U-Bahnen) ein beliebtes Objekt der Begierde. Obwohl die Illegalität durchaus einen sehr großen Reiz des Sprayens ist, gab es doch immer auch Versuche, Graffiti hoffähig zu machen und als Anerkennung als eigenständige Kunst zu erlangen. Eine der ersten Versuche unternahm Fab 5 Freddy - ein Sprayer aus N.Y., der es sogar schaffte, Gallerie-Ausstellungen zu organisieren. Da dies aber nur auf mäßige Begeisterung stieß, beendete er diese Tätigkeiten bald wieder. In Europa kam diese Graffitiwelle erst Ende der 70er an - erfreute sich dann aber schnell großer Beliebtheit.
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