Oha, was für ein trauriges Thema. Basierend auf meinen Beobachtungen in den letzten 100 Jahren, der politischen und wirtschaftlichen Lage bring ich hier mal meine Vorstellung der Zukunft ein.
Wirtschaft:
Im Namen des Umsatzs, der Produktivität und des heiligen Gewinns. Kein Mindestlohn, kein Urlaub, keine Gewerkschaften. Der Mensch der Zukunft verbringt den Großteil seines Lebens mit arbeiten. Nicht in einem einzigen Job, sondern in vielen unterschiedlichen. Er hat nämlich keinen „Festvertrag“ sondern nur einen „Arbeitsdynamikvertrag“, welcher besagt, dass der Arbeitnehmer zu jedem Einsatz muss, den der Landvogt ihm zuweist. Der Arbeitsplatz wird durch staatliche Zuschläge gefördert und bringt am Ende das gesetzliche Lebensminimun von 400 Euro/Monat. Es gibt auch nur noch eine Hand voll Unternehmen, denen alle Einrichtungen im Land gehören. Alle Mitglieder der Regierung sitzen in den Aufsichtsräten dieser Unternehmen.
Politik:
Setzt sich nur für die Interessen der Wirtschaft ein, um den Arbeitsstandort Deutschland vor der ausländischen Konkurrenz zu schützen und sicher zu gehen, dass die Produktivität stets auf einem hohen Niveau bleibt. Einigkeit wird in der Politik groß geschrieben, daher gibt es nur noch 3 Partein. Die Koservativ-Wirtschaftsliberalen, die Sozial-Wirtschaftsliberalen und, nachdem die Grünen mit den Überresten der FDP fusioniert sind, die Gewinnorientiert-Wirtschaftsliberalen-mit-Blick-auf-nachhaltige-Energien-ab 2140. Um die Einigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu garantieren, sind alle anderen Partein wegen Aufhetzung und Unterstützung von kriminellen Aktivitäten wie Meinungsfreiheit oder Demonstrationen verboten.
Soziales:
Es gibt kein Arbeitslosengeld und keine Rente mehr. Alle Arbeitslosen werden nach dem Arbeitslosenproduktivitätsabkommen von ihren Grundrechten befreit und müssen, wie die restlichen Arbeiter, auf Abruf bereit stehen um jeden Einsatz anzunehmen, der reinkommt. Kinder haben die staatsbürgerliche Ehrenpflicht für ihre Eltern aufzukommen und sich um sie zu sorgen. Können sie dies nicht werden Eltern sowie Kinder zwangsverfplichtet und müssen ebenfalls jeder Arbeit nachkommen, die ihnen zugewiesen wird. Zudem werden alle Aktiva und Pasiva gepfändet um es für die Eltern in ein versteuertes, und bereits bei einer vorbestimmten Bank veranschlagtes Finanzprodukt einzuzahlen.
Bildung:
Aufgrund des Produktivitätssteigerungs- und Wirtschaftsinklusionsgesetzes haben die Länder den Bildungsauftrag an die Wirtschaft abgegeben. Die Wirtschaft stellt nun den Lehrplan, das Material und die Lehrer für die ersten 5 Schuljahre zur Verfügung. Ab der 6. bis zur 8. Klasse können die Schüler ihr Wissen in einem unbezahlten 2 jährigen Praktikum vertiefen. Danach wird dann der Schulabschluss gemacht und die Kinder gehen in die Welt der Erwachsenen über, nachdem sie den politischen Konditionierungstest erfolgreich abgeschlossen haben.
Medien:
Die Zeitungen gehören nun zu einem Dachverband aus Wirtschaft, Medien und Politik. Die Verantwortlichen entscheiden welche Nachrichten auf welchen Wegen wie formuliert mit welcher Aussage an welche Menschen weiter gegeben werden. Natürlich bezahlt jeder Arbeiter ein Abo von seinem staatlichen Unterkunftsminimumaufwand, welchen er für seine Arbeit bekommt. Abo nicht kündbar! Die Fernsehsehnder gehören ebenfalls zu den verstaatlichten Privatsendern und argieren nach dem gleichen Prinzip. Auch hier gilt: Alle Nachrichten/Berichte und Reportagen müssen vom Dachverband abgesegnet werden und Andersdenkende werden ausgesondern, verurteilt und ins Umerziehungs- oder Arbeitslager geschickt.
Befragt man in dieser Zukunft den gemeinen Bürger, so wird er bezüglich seiner Situation Antworten: Uns geht es gut und zwar so gut, wie noch nie!
(Wer die Ironie findet, darf sie behalten)