Original von Dodoran
Ist doch nicht nur mit WoW so, sondern auch viele andere Spiele haben dieses Potential.
Meine Erfahrung hat gezeigt dass dies nicht so ist. (in meinem Fall, also alles IMHO) Ich spielte vorher nie viele Spiele… alle waren immer irgendwie langweilig usw… selbst Spiele wie Zelda OoT habe ich bis jetzt nur einmal durchgespielt also schaetzungsweise vielleicht 40 Std. Vielen Spielen fehlt der Sinn. Bei WoW war das anders, aber ich werde erklaeren…
Viele die hier sagen, es sei extrem, zocken doch in wahrheit auch viel, aber eben nicht WoW sondern etwas anderes.
Das ist bei mir eben ueberhaupt nicht der Fall. Ich habe meine PS2 das letzte mal vor vielen Monaten zum spielen verwendet. Ausser WoW spielte ich fast NIE. (habe auch keinen PC sondern einen Mac, d.h. ich kann auch gar nicht so viel PC-Spiele spielen weil es aufm Mac nicht viele Spiele gibt)
Warum das Spiel so eine Anziehungskraft hat? Hmmm ich glaube das liegt daran, dass es aus dem Ramen fällt es macht spaß und man „lernt auch noch leute kennen“, bzw. man ist nicht immer alleine beim zocken. Deswegen motiviert es auch immer weiter.
Das Spiel bekommt ihre Anziehungskraft durch das was ein MMORPG ausmacht: Die anderen Mitspieler. Waere das Spiel nur offline-faehig und fuer den Singleplayer ausgelegt waere es relativ kurzweilig wie andere Singleplayer-Spiele auch. Es gaebe auch keinen wirklichen Sinn noch bessere oder schoenere Ruestungen und Waffen zu haben. Es gaebe keinen dem du das dann zeigen koenntest.
Stellen wir uns vor WoW waere ein Singleplayer-Spiel: Die anderen Spieler koennten Bots sein… da faellt dann die ganze intelligente oder nicht so intelligente Kommunikation mit anderen Spielern weg.
Es ist auch klar dass Bots nie einen richtigen Menschen ersetzen koennen. Das Spiel ist da schon viel zu komplex dazu… d.h. der Spielspass kommt vor allem auch durch das perfekte (oder manchmal auch nicht so perfekte) Zusammenspiel zwischen den Spielern in einer Gruppe.
Ich kann mich gut an mein erstes mal in der Instanz Todesmienen in Westfall erinnern… mit einer 5er Gruppe… zu dem Zeitpunkt nahm die Motivation und der Gefallen am Spiel spuerbar zu. Nachdem ich das erste mal in einer richtigen 5er Gruppe war… da dachte ich einfach nur WOW, das war jetzt richtig geil.
Du hast das Gefuehl dass du gebraucht wirst. Dass du wichtig bist. Dass es ohne dich gar nicht laufen wuerde in der Gruppe. (und das Spiel ist ja auch darauf ausgelegt: eine Instanz kann man meistens nur mit voller Gruppenbelegung schaffen, sobald ein Spieler fehlt wird es schon spuerbar schwerer – ausgenommen natuerlich Sonderfaelle wie von nem 60er durchgezogen werden usw. und sicher gibts auch Ausnahmen)
Man fuehlt sich also in einer guten Gruppe wohl. (so entsteht der grosse Spielspass) Und hier entsteht eine Gefahr: Du baust deinen virtuellen Freundeskreis auf… du bist in einer Gilde… alles schoen und gut… ein Problempunkt ist oft der Leistungsdruck der sich aufbaut, wenn man immer mit einem guten Freund oder in einer Gruppe spielen will: Alle muessen mehr oder weniger im gleichen Levelbereich sein um sinnvoll zusammenspielen zu koennen. (damit es jedem was bringt)
Praktisches Beispiel: Ich habe mit meiner Lvl 36 Priesterin eine Lvl 36 Kriegerin gefunden und mit ihr gespielt… wir verstanden uns an dem Abend so gut dass wir einen Level nach dem anderen schafften. Es schien dann selbstverstaendlich dass wir in naechster Zeit nur noch gemeinsam spielen, denn wir waren ein richtiges Dream-Team… (letztendlich spielten wir tatsaechlich von 36 bis 45 immer auf relativ gleichem Level und es machte extrem Spass so gut zusammenarbeiten zu koennen und immer die selben Quests zu haben)
…hier entstand aber gleichzeitig der Leistungsdruck: Um mit ihr Spielen zu koennen – mit den gleichen Quests usw. – mussten wir immer einen relativ aehnlichen Level haben… sie spielte relativ viel und ich musste da mithalten… denn es machte enorm viel Spass mit ihr… das wollte ich nicht aufgeben… also spielte ich mehr als sonst. Nach zwei Wochen hoerte ich dann aber auf und schaute nur noch ab und zu vorbei… wie zu erwarten ueberholte sie mich im Level…
Was ich damit sagen will: Es besteht ein Gewisser Gruppenzwang… ob man es nun will oder nicht. Man kann den Konkurrenzkampf im Level ignorieren… sicher… aber dann kann man halt nicht mehr nur mit seinen besten Kontakten spielen, weil die einen ueberholen usw. usw. Hier pushen sich die Leute gegenseitig hoch und machen sich gegenseitig voneinander abhaengig. Das ist das Geheimnis bei der Sache. 
Wir haben also bis jetzt zwei Punkte: Spielen in der Gruppe macht Spass - auf der anderen Seite kann hier aber auch ein gewisser Gruppenzwang entstehen wenn man sich einen Freundeskreis aufbaut. (oder Gilde)
aber das hat doch jedes x beliebige mmoprg auch. Ja sogar pso aufm cube.
Ein weiterer Punkt ist - man muss es einfach zugeben: World of Warcraft ist DAS beste Spiel seines Genres und kein anderes Spiel kommt vom Umfang, von der Aufmachung und von der Professionalitaet an WoW heran. Dabei spreche ich jetzt nicht nur vom Spiel selber: Auch das Marketing stimmt. Der Markenname wurde gut genutzt. Das Spiel ist gut verbreitet… eine hohe Verbreitung ist ideal fuer ein MMORPG: Ein MMORPG ohne andere Spieler macht eigentlich keinen Spass. (siehe oben genannte Punkte)
Bei anderen MMORPGs fehlt es oft an der Spielermasse… hier fehlt das Marketing… das was die Leute ins Spiel bringt… WoW hat das geschafft und verbreitet sich nun auch ohne viel Marketing… die Leute empfehlen es ihren Freunden, und diese Freunde ihren Freunden usw… wieso empfiehlt man das Spiel einem anderen? -> Um seinen eigenen Spielspass zu erhoehen (wenn man dann mit RL-Freunden spielen kann mit denen man sich versteht machts dann noch mehr Spass, usw. siehe oben genannte Punkte)… Die Leute machen sich selber dadurch noch mehr abhaengig. Aber es ist gut fuer ein MMORPG und gut fuer den Hersteller -> $$$.
Verbreitet sich dann aehnlich wie ein Virus…
Also was Gonzo wissen wollte:
Man müsste mir erst mal erklären warum diese RPG so eine Anziehung ausüben.
Du hast bei „RPG“ drei wichtige Buchstaben vergessen: MMO -> MMORPG: Massively Multiplayer Online Role-Playing Game.
Das Spiel bekommt seinen grossen Reiz (und auch seine Gefahren) erst durch das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Spielern. Jemand der fast immer alleine spielt, kann einfacher aufhoeren als jemand der sich im Spiel schon ein grosses soziales Netz aufgebaut hat. (und es ist menschlich, dass man sich gerne ein soziales Netz aufbaut, Freunde aufbaut usw. das liegt in unserer Natur)
Und jetzt stell dir noch vor: Das Spiel hat kein Ende… man kann endlos weiterspielen… und so gehts halt dann vorran.