Dies ist ein Thema, das mir schon seit einiger Zeit unter den Nägeln brennt. Ich hab bis jetzt damit gezögert ein Thema zu erstellen, weil es so komplex und groß ist. Ich versuche das Thema/den Inhalt so objektiv und präzise wie möglich wiederzugeben, da das Abkommen aber hinter verschlossenen Türen verhandelt wird und nur die Aspekte als sicher gelten, die durch Undiskretion an die Öffentlichkeit gelangten, kann niemand mit Sicherheit sagen, wie das Konstrukt am Ende wirklich aussehen wird.
Was ist das TTIP?
Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft auch Trans-Atlantic Free Trade Agreement (TAFTA), ist ein Freihandelsabkommen, zwischen den USA, Ländern Nordamerikas und der EU.
Wer verhandelt über das TTIP?
Vertreter der US-Regierung der europäischen Kommission verhandeln über die Richtlinien und Vetragsbedingungen des Abkommens. Diese Verhandlungen sind geheim und weder die einzelnen Regierungen der Länder noch das EU-Parlament wissen, welche Richtlinien oder Regeln in Bedingungen geschrieben werden. Es gibt also keine demokratische Kontrolle. Durch indiskretion sind dennoch einige Fakten an die Öffentlichkeit gelangt.
Welche Vorteile hat das TTIP?
Das Londoner Centre for Economic Policy Research sieht ein wirtschafliches Potential von 119 Mrd. Euro sowie ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum um 0,5% pro Jahr. Studien des Ifo-Institutes oder der Bertelsmann-Stiftung gehen davon aus, dass sich das Handelsvolumen zwischen Deutschland und der USA verdoppelt und fast 200.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen würden. (Hier muss jedoch angemerkt werden, dass diese Aussagen spekulativ und hypothetisch sind, es wird also viel im Konjunktiv geschrieben „könnte, würde, wäre“. Zudem werfen Kritiker beiden oben genannten Einrichtungen vor eine zu große Nähe zur Wirtschaft zu pflegen und nur als vorgegebene Ergebnislieferant zu fungieren. Zudem kritisiert selbst der Leiter des Ifo-Institutes die Auswirkungen des TTIP)
Welche Nachteile hat das TTIP - Welche Kritikpunkte gibt es?
Wie bereits beschrieben finden die Verhandlungen unter Ausschluss der öffentlichkeit, sowie unter Ausschluss der Volksvertreter statt. Kritiker monieren, dass hier Lobbyisten-Vertreter unter sich, ohne Kontrolle von außen, für den Staat bindene Regeln festlegen. Einmal in Kraft getreten, können Änderungen am Freihandelsabkommen nur dann erfolgen, wenn sämtliche Mitgliedsstaaten diesen zustimmen. In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit wird kritisiert, dass die in den Studien angegebenen Zahlen nicht realistisch sondern die optimistischten Schätzungen darstellen. Zudem soll die Studie der Londoner Agentur besagen, dass das Wirtschaftswachstum erst ab 2029 einsetzt und dann nur im Promille Bereich. Die größte Gefahr jedoch sehen die Kritiker in der Deregulierung der Märkte, sowie der Abschaffung von Regeln und Normen, da solche auf ein allgemeines Minimun zurückgeschraubt werden sollen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Möglichkeit für Unternehmen Länder auf Schadensersatz zu verklagen, wenn Gesetze oder Richtlinien das Generieren von Umsatz verhindern oder erschweren. Wenn also ein Gesetz den Verkauf von genveränderten Mais untersagt, kann ein Gen-Mais-Hersteller dieses Land auf Schadensersatz verklagen.
Dies gilt im Wirtschafts- als auch im Investorenbereich. Beispielsweise könnte ein Gesetzt, dass es verlangt gentechnisch verändertes Lebensmittel zu markieren zu einer Klage führen. Beschließt ein Land den Ausstieg aus der Kernenergie kann ein Kernenergieunternehmen dieses Land daraufhin verklagen. Natürlich wird der Schadensersatz aus dem Haushalt gezahlt und nicht von der Wirtschaft. Neben dieser Klagemöglichkeit sehen Kritiker ebenfalls Umgehungen oder Aufweichungen in den Bereichen der Arbeitnehmerrechte (Unterbindung von Betriebsräten/Gewerkschaften/Arbeitsverträge), Umwelt- und Gesundheitsstandarts (Fraking/Atomenergie - Genveränderte Lebensmittel) und auch dem Finanzsektor (Deregulierung- Rücknahme aller Kontrollen, die nach der Finanzkrise 2007 vorgenommen wurden)
Sind die Befürchtungen real?
Hier lassen sich Parallelen zum Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko (NAFTA) ziehen. Wenn Schadensersatzforderungen, dann in Millarden Höhe.
Gibt es Widerstand?
Gibt es und nicht zu knapp. Attac hat eine Unterschriftensammlung von 715.000 eingereicht, Campact hat 650.000 Unterschriften gesammelt. Gewerkschaften und Parteien machen mobil da TTIP ihrer Meinung nach nicht mit den demokratischen Grundwerten zu vereinbaren sind.
Wie geht es weiter?
Ich hab keine Ahnung. Irgendwann werden die Damen und Herren die Verträge fertig haben und diese dann zur Abstimmung vorlegen. Meiner Meinung nach ist dies alles Wahnsinn und der Staat unterwirft sich mit dem TTIP den wirtschaftlichen Interessen von wenigen, mit wenig Nutzen für die Allgmeinheit und einem enormen Risiko in allen Bereichen.
Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen korrekt wiedergeben. Sollten euch Fehler aufgefallen oder Verbesserungsvorschläge vorhanden sein nur raus damit.
Wie ist eure Meinung zum TTIP? Erwartet uns ein goldenes Zeitalter mit Wohlstand und Sicherheit für alle oder ist dies nur der Auftackt zur nächsten und vielleicht letzten Wirtschaftskrise?