G8 - Gutes Turbo-Abi?

Aloha!

Baden-Württemberg, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mallorca, Freistaat Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg, Hessen und Thüringen haben alle etwas gemeinsam - sie gehören zu Deutschland und haben die gymnasiale Form G8 (Abitur nach 12 Jahren). Als einziges Bundesland hat Rheinland-Pfalz (yay) dieses G8 Modell nur an Ganztagsschulen, sonst nicht. (Boah, hab ich Glück!)
Mein Cousin wohnt in Dortmund und hat jeden Tag (er: 8. Klasse) jeden Tag bis 15:30 Schule. Ich habe (9.Klasse, jetzt ohne AG) an geraden Wochen dienstags und an ungeraden dienstags und freitags bis 15:30 Schule.
Mir gefällt es so. Keinen wirklichen Druck, keine Lange Schule, dafür habe ich nach der 12. Klasse noch 3/4 Jahr Schule (vor Osterferien Ende, mein Abitur voraussichtlich: 2018 ).

Andere haben jede Woche 4-5 Mal Nachmittagsunterricht (auch vielleicht bis 5), dann noch Hausaufgaben etc.

Was haltet Ihr davon? Sollte in Deutschland wieder die G9-Form eingeführt werden oder lieber ein 3/4 Jahr weniger, dafür extrem viel in der Woche?

Also ich muss sagen, dass ich G9 schon sinnvoller fand als G8. Zum Glück war ich der letzte G9er Jahrgang in NRW.
Allerdings glaube ich nicht, dass es jetzt gut wäre wieder zu G9 zurückzugehen. Mittlerweile haben sich alle an G8 gewöhnt und auch Lehrplan, Verwaltung etc. haben sich mittlerweile eingespielt.
Ich habe damals selber miterlebt, was die Umstellung für ein Chaos verursacht hat, und glaube, dass genau dieses wieder entstehen würde, wenn man jetzt wieder auf G9 wechselt. Und zumindest bei meiner Schwester ist es jetzt auch nicht soo viel mehr Unterricht den sie durch die Verkürzung mehr hat. Ja, es ist mehr, aber nicht so viel mehr, dass es ZU viel wäre.

(Wobei ich sagen muss, dass die Umstellung damals auch Vorteile hatte. So konnten wir zum Beispiel als Abschlussjahrgang mit doppelt so vielen Schülern eine deutlich aufwendigere/umfangreichere Abifeier auf die Beine stellen)

Ich bin auch Klasse 8 und hab 3x die Woche bis von 7:30-15:00 Uhr Schule.
Dazu kommen wie du sagst auch noch die ganzen Mengen an HA und man muss echt viel zuhause machen.
Anstrengend ist es schon, aber unter Druck stehe ich noch nicht. Könte auch dran liegen das ich nicht weiß wie G9 war / ist.

Aber ist G9 nicht schon wieder eingeführt worden?

Meiner Meinung, als auch Erfahrung nach, ist G8 einfach besser.

Die ursprüngliche Intention war es ja, durch dieses zusätzliche Jahr, das nicht in der Schule verbracht wurde, ein Jahr mehr in der Arbeitswelt ist, was wiederum ein Jahr mehr Geld in den Rentenkassen ist, den demographischen Wandel „auszugleichen“. Auf diese Schnapsidee gehe ich hier aber nicht ein.
Der einzige Unterschied zwischen G8 und G9 ist „nur“ eine vereinfachte Mittelstufe für G9. Die Oberstufe, auf die es dann auch ankommt, bleibt immer noch die selbe. Daher sehe ich keinen wirklichen Grund Kinder bis zur Oberstufe zu schonen, da sie es dann anfangs der 10. noch schwerer haben, da der ganze Druck für sie so ungewohnt ist. Das „Kinder Leiden“ mag zwar leicht erhöht sein, was aber auch damit zusammenhängen könnte, dass auch viele Kinder, die für das Gymnasium eigentlich komplett ungeeignet sind, ein Gymnasium besuchen, was sie dann natürlich überfordert, egal ob G8 oder G9. Ich für meinen Teil war der erste Jahrgang der komplett G8 unterrichtet wurde. Wirklichen Druck habe ich nie empfunden. Und von den unendlichen Stunden in der Schule habe ich auch nichts gehört, ja, ab und an war man mal in der 6. noch bis 14.45 in der Schule, aber das auch nur maximal 2 mal in der Woche. Der Umstieg in die Oberstufe fand ich daher recht angenehm. Diese 4-5 mal Nachmittagsunterricht in der Woche finde ich stark übertrieben und realitätsfern, zumindest meinen Erfahrungen nach.
Ein anderer Aspekt, der durchaus für Schüler interessant seien könnte, ist eben dieses eine Jahr, das man „spart“. Wenn man so rechnet ist man ein Jahr früher mit dem Studium/Ausbildung fertig und kann früher in die Berufswelt einsteigen. Man könnte ebenfalls das gewonnene Jahr in einem Auslandsjahr verbrauchen, was sehr sinnvoll für später ist.
Ein Aspekt der für Schulen wohl ausschlaggebend ist, G8 ist einfach billiger. Durch G8 bekommt man Zuschüsse vom Staat, welche für manche Schulen in Deutschland überlebenswichtig sind. Zum Anderen haben viele Schulen, schlichtweg einfach zu wenig Klassenräume, geschweige denn Lehrer, um einen vollständig G9 anzubieten. In den Augen den Schulleiter, ist G9 ein unnötiges Jahr mehr, das einfach viel Geld kostet. An unserer Schule wird momentan auch um dieses Thema diskutiert, was unsere Schule den anbieten soll. Natürlich war die Lehrerschaft für G8 und die Schülervertretung für G9. Diskussion ohne Ergebnis. Der Schulleiter hat das letzte Wort.

Deshalb finde ich persönlich, dass G8 den Schülern einfach mehr bringt. Der „Druck“ schärft sie auch nochmal fürs spätere Leben, Oberstufe, Berufswelt, Studium.

Das stimmt zumindest für NRW nicht. Hier gibt es in der Oberstufe eine vorgegebene Mindestanzahl an Wochenstunden, die man irgendwie zusammenbekommen muss. Und die ist für G8 höher als für G9. (Nicht viel, 2 Stunden oder so.)

Diese 4-5 mal Nachmittagsunterricht in der Woche finde ich stark übertrieben und realitätsfern, zumindest meinen Erfahrungen nach.*

Mein Bruder ( Oberstufe selbes Gymnasium ) hat Montag bis Donnerstag Nachmittagsunterricht. Mittwochs sogar bis 16:30.
Bundesland ist übrigens Hessen.

Wie viel Schulstunden pro Woche hat er denn ?

is mir neu! ich mache momentan auf dem zweiten Bildungsweg mein Abitur und habe im Grunde weniger Stunden als noch auf meinem alten Gymnasium in der 11 und 12 und ich war G9er, mein ganzes leben lang..

Also bei uns war es so, dass die G8er mit Projektkursen auffüllen mussten, wenn sie eine bestimmte Anzahl an Stunden nicht erreicht haben. Das galt für die G9er nicht.

Mallorca gehört ja mal sicher nicht zu Deutschland :wink:

Schulbeginn immer um 7:30 also
Montag bis Donnerstag 4*9 +2 mittwochs + 6 Freitag
Sind 44 davon sind 4 Stunden Pause

Also genau 40 h.

Ich hatte mit dem „normalen“ Abi, aber dank einer inkompetenten Rektorin auch 4mal die Woche nachmittags Unterricht. :ugly: Dafuer einen Stundenplan, der einem schweizer Kaese glich.

Ich halte wenig vom G8, weil es einfach keinen grossen Sinn macht, ein Jahr zu streichen ohne etwas am Lehrplan anzupassen.

Niedersachsen will ja wieder g9 einführen..Gymnasium: Niedersachsen plant Rückkehr zu G9 - DER SPIEGEL

Mir hats damals nicht geschadet. War ja sowieso mit 18 aus der Schule :stuck_out_tongue:

Also ich bin g8-er in baden württemberg und hatte im ersten halbjahr 37 und jetzt 35 stunden in der woche. Plus informatik-AG hätte ich noch 2 mehr in der woche.
Was daran schlimm sein soll, erschließt sich mir nicht.
Genau so, wie das geflenne, dass die Oberstufe ja sooo schwer ist ;').

Viel mehr diskussionswürdig finde ich das thema, dass ab absehbarer zukunft, die eltern entscheiden können (!) auf welche schule ihr kind geht. So kann jedes doofe kind, egal wie gut es in der grundschule war, ins gymnasium und der ruf vom gymnasium wird noch schlechter. :offtopic:

Da ich selber nie viel von dem ganzen G8/G9 Zeugs verstanden habe: Wir reden hier doch davon, dass man nach der Grundschule direkt ins Gymnasium kommt richtig?

Ich zum Beispiel habe mein Abi nach der Realschule abgeschlossen und das waren 3 Jahre. Somit 13. Zählt das jetzt als G9? Oder verstehe ich da was falsch? (BL: BaWü)

Bin selber im Moment im letzten Jahr fürs Abi und nach meinen Erfahrungen hätte G9 uns besser getan.
Hessen ist seit einigen Wochen in Großteilen wieder zu G9 zurückgerudert. Gut so! Denn das was wir hier in Offenbach/Frankfurt erlebt haben war echt nicht schön.
Oftmals gab es viel zu viel auf einmal. Die gesamte E-Phase war für Lehrer und Schüler ein Graus, wenn es um organisierten Unterricht ging. Oftmals ist viel ausgefallen, Klausuren mussten zu früh geschrieben werden und es gab keine Zeit mehr die Schüler auf die Berufswelt vorzubereiten. Letzteres ist ein riesen Problem in meinem und im vorherigen Jahrgang.
Nehmen wir als Beispiel die Schule meiner jüngeren Brüder, eine Gesamtschule:
Ab der 8. Klasse werden sie langsam für die Berufswelt aufmerksam gemacht, es werden Seminare gehalten und die Schüler müssen ein Praktikum kriegen usw.
Meine Schule, Gymnasium, hat dies auch alles getan… fast. Während das Praktikum zu einem richtigen Zeitpunkt stattfand haben wir dies nur einmal erlebt, andere Schulen machen das 2-3 mal. Seminare für Berufe, Auslandsjahr und Studium haben sie alles in die Q-Phase gequetscht und es war so viel auf einmal, wir haben nichts/sehr sehr wenig davon behalten! Wir wissen nur noch, dass niemand von uns ein duales Studium machen möchte :wink:
Dennoch, durch den G8 Druck haben wir die typischen, negativen Folgen erlebt und es hat uns geschadet. Ich kann im Namen meiner Mitschüler sprechen und behaupten, dass uns noch ein Jahr Schule lieber gewesen wäre als diesen Stress zu erleben.

Im Abi wird man doch maximal aufs Studium vorbereitet. Was stellst du dir unter „Vorbereitung auf die Berufswelt“ vor? Bei mir (13. Jahre Schule) hieß es immer, wer ein Praktikum machen möchte, kann dies in den Ferien erledigen und nicht während der Schulzei und bei der Vielzahl an Studiengängen, muss sich schon jeder Schüler individuell damit beschäftigen.

Die Zeit, in der wir aber keine Schule haben gibt es kaum. Unser Unterricht geht oftmals bis in die 12. Stunde (ca. 19 Uhr endet es). Ich bin davor gut verschont, habe die richtigen Fächer abgewählt, aber andere Schüler haben es schwerer.

Mit Vorbereitung auf die Berufswelt meine ich, dass man im Unterricht erklären sollte, was einen erwartet, wie man sich richtig darauf vorbereitet und welche Regeln man zu beachten hat in einem Betrieb o.ä.
Sowas hatten wir in der Form nicht wirklich Wie man eine Bewerbung schreibt haben wir in einer Deutsch Stunde beigebracht bekommen und sonst nie wieder! :motz:

Natürlich sollte man sich auf das alles selber vorbereiten und seine Zeit ausnutzen, aber man sollte Zeit überhaupt haben, sowie ein solideres Grundwissen in den Bereichen. Wir können uns nicht alles selber beibringen.

Das Gymnasium ist eben immer noch darauf ausgelegt, dass man ein Studium beginnt und nicht unbedingt, dass man mit ner Ausbildung anfängt. Darum wird sowas eben auch nicht großartig erläutert. Und ehrlich gesagt kann ich das irgendwo verstehen - mir wurd auf der Hauptschule damals auch nichts über die Uni erzählt.

Wenn einen sowas interessiert, dann muss man sich eben selbst informieren - beim Arbeitsamt oder ähnlichen Institutionen. Oftmals gibts doch auch jemanden an der Schule, der in Sachen Studium/Berufseinstieg berät. Ein wenig Eigeninitiative darf man schon verlangen - das kommt bei Chefs übrigens oft sehr gut an.

Da ich selbst mein Abitur über den zweiten Bildungsweg gemacht habe, kann ich ehrlich gesagt kein fundiertes Urteil über das G8 abgeben. Anhand der Leute, die ich so in meinem Semester kennengelernt habe, würd ich sagen, dass vielen ein Jahr mehr Schule vielleicht gar nicht schaden würde (im Bezug auf die Reife). Aber das ist natürlich ein sehr subjektiver Eindruck.

Also gibt es keine wirklichen Ferien mehr? Sind die Zeiten von 6 Wochen im Sommer vorbei? (Oder müsste ihr da dann immer irgendwelche Hausarbeiten schreiben und nach den Ferien abgeben)
Falls ihr noch Wandertage habt, könnt ihr ja mal vorschlagen, dass ihr mal an die Uni zum Tag der offenen Tür geht oder halt wie Fabian sagt, mal zum Arbeitsamt.

Weiß nicht so recht, ob in der Schule nochmal extra unterrichtet werden müsste, was man in einem Betrieb zu beachten hat.
Mit einem netten, höflichen Auftreten sind schon alle Grundlagen erledigt. Nach dem Abi fängt man ja auch als Auszubildender an und da lernt man das eh alles nochmal, wobei das eh von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich ist. Je nach Branche und Größe wird eh alles anders gehandhabt.