Good Thought Bundle

Die Wahrnehmung bestimmt zu einem großen Teil unsere Realität. Die Signale werden warhgenommen, an unser Gehirn geschickt und dort interpretiert. Je nach Interpretation erfolgt dann eine emotionale Reaktion auf das Wahrgenommene. So treffen äußere und innere Realität aufeinander. Was genau wir von den vielen Impulsen unserer Umgebung wahrnehmen hägt zu einem großen Teil von unserer persönlichen Prioritätssetzung ab. So nehmen wir Dinge besonders wahr, wenn sie für uns eine Relevanz haben. Diese Vergabe von Wichtigkeit kann die Wahrnehmung stark beeinflussen. Sind wir genervt und unter Zeitdruck und warten auf die Bahn, und diese fährt dann in den Bahnhof ein nehmen wir vielleicht, aufgrund unserer inneren Realität (genervt sein), die langsame Geschwindigkeit der Bahn viel intensiever wahr als wenn wir nicht unter Zeitdruck stünden. Ja, vielleicht hätten wir an der Einfahrtgeschwindigkeit überhaupt nichts auszusetzen.

Wahrnehmung kann natürlich aber auch positive Reaktionen hervorrufen. Auch hier hängt es wieder mit der Wichtigkeit des Wahrnehmungsreizes zusammen und wie sehr wir auf positive Reize achten.

Ohne jetzt zu tief in die Sozialpsychologie einzudringen, ich verfolge seit einiger Zeit wieder aktiv die „Schätzung des Positiven“. Hierbei geht es darum, sich am Ende eines Tages nochmal alle Dinge in Erinnerung zu rufen, die an dem Tag positiv waren. Nicht in zynischer Hinsicht (bsp. War ein blöder Tag, schön, dass er jetzt zu Ende ist), sondern aufrichtig und ehrlich. Diese Methode hat ihren Ursprung in der Logotherapie von Viktor Frankl und der Aussage „Ja sagen zum Leben“. Man kann diese Methode außerdem zur These der Salutogenese zählen (Beschäftigt sich mit der Frage „Was hält mich gesund?“) genauso wie zur Thematik der Resilienz (Die Fähigkeit schwere Situationen zu meistern/Widerstandsressourcen)

Bevor ich mir jetzt hier die Finger wund tippe und euch langweile: Ich möchte ganz gerne in diesem Topic die Dinge sammeln, die für euch positiv sind. Heute, hier und jetzt sowie allgemein. Sinn des Ganzen ist es, die Sensibilität auf positive Momente/Situationen zu schärfen und diese, nach der These „Input = Output“ zu fördern und herbeizuführen. Wer gutes beachtet, tut anderen auch gutes. Darüber hinaus möchte ich gerne wissen, hab ihr soetwas wie ein Good Thought Bundle? In der 8. Klasse kamen Hopi Indianer bei uns in der Schule zu besuch und wir haben im Rahmen des Kulturaustausches Good Thought Bundles hergestellt. Kleine Lederbeutel, in die man Talismane hineinlegt. Objekte, die eine positive Bewandnis für uns haben. Ich habe zwar den Beutel noch aber ich hab angefangen eine Pinwand für das Positive zu bestücken. An dieser Wand hab ich Dinge, die für mich in Verbindung mit guten Erfahrungen stehen. Das Grid 2 Nummernschild welches ich hier bei PSO gewonnen habe, Geburtstagskarten meiner ersten (sicherlich nicht letzten) Überraschungsparty, Konzertkarten, Fotos der Hochzeit meiner Schwester usw. Alternativ kann man auch ein Album anlegen. Wer die Methode vertiefen will, der kann auch Zukunftsgestaltung betreiben. Wie soll meine spätere Wohnung/Haus aussehen? Welches Auto will ich fahren? Usw.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sich jeder, der hier postet, in aller Ruhe bewusst macht, was heute an positiven Erfahrungen auf ihn/sie eingewirkt hat und wie er/sie darauf reagiert hat (sofern möglich). Ich bitte auch darum zynische oder nicht ernst gemeinte Kommentare zu lassen.

MFG euer Gaius^^

Hallo Gaius,

bei mir im Leben gibt es jeden Tag viel Positives. Das reflektiere ich auch am Ende des Tages.
Aber für mich, das ist keine Kritik, ist diese Reflexion (das Wort ist so falsch…) etwas so Privates, dass ich das nicht im Internet teilen möchte.

Was ich aber sagen möchte, ist, dass dieser Thread hier grandios ist und ich allen viel Erfolg bei der Mitgestaltung wünsche.
Dazu möchte ich die Form deiner Beiträge einmal loben. Du legst oft Hintergründe dar, erzählst vorneweg von Methoden und bringst den Usern relevantes Wissen sehr verständlich näher.
Da hätten wir nun doch einen kleinen Punkt, den ich heute positiv fand. Denn als Deutschlehrer freue ich mich immer über Struktur und Eloquenz in Texten.

Danke, das freut mich wenn es dir gefällt. Hey, schon hab ich eine weitere positive Erfahrung. ^^
(Beobachtung: Positives Feedback - Reflexion: Ich habe einen Beitrag verfasst, der gut ankam - Interpretation: Den Leuten (mehrzahl) gefällt es, wenn man „konstruktive“ Beiträge schreibt - Umsetzung: Ich kann positive formulierte Beiträge verfassen, die konstruktiv zum Thema sind. :wink: )

Ich kann es gut verstehen, wenn du hier privates nicht posten möchtest. Ich hab es auch nicht als Striptease-Thema erdacht, in dem jeder private Dinge von sich preis gibt, bzw. vielleicht sollte ich die positiven Erfahrungen besser kategorisieren: Jeder soll für sich selber überlegen, wieviel er über seine positiven Momente erzählen möchte aber man kann es auch allgmein lassen. Ich mach mal ein Beispiel:

  • Heute waren wir mit der Klasse im Miniatur Wunderland in Hamburg. Ich empfand die Gruppenaktion als positiv, da sie mir ermöglichte mich mit einigen Klassenkameraden auseinander zu setzen und das Gespräch zu suchen. Ich glaube, dass ich so in der Lage war, einiges an schlechten Beziehungen wieder gerade zu rücken.

  • Ich habe heute wieder ein paar Schichten in meinem Zweitberuf bekommen und freue mich auf das tolle Team und darauf, dass mir dadurch finanzieller Druck genommen wird.

Meine Freundin hat mir vorhin lecker Schoko-Crap (ja, ich weiß, schreibt man anders, find’s so aber besser :P) :). Ich empfand es positiv, weil sie geil geschmeckt haben und ich mich über „Crap“ amüsiert habe :bg:.

Also ich muss für mich persönlich sagen, dass ich mich als einen sehr traurigen, nachdenklichen, oft auch missverstandenen Menschen sehe. Wenn ich mich durch etwas/jemanden angegriffen sehe, zeige ich das. Sei es jetzt virtuell oder im echten Leben. Ich denke, der ein oder andere wird das durchaus schon bemerkt haben. Ich hab die negative Eigenschaft, Dinge zu „zerdenken“, d.h. mir so viele Gedanken darüber zu machen, dass irgendwie nur noch das negative da steht und ich mich in weiteren Gedanken zu verlieren drohe. Habe ich diese Stimmung ein mal erreicht und höre dann Musik, die eine gewisse pessimistische/depressive Grundstimmung verbreitet, ist der Abend an sich für mich gelaufen.

Allerdings gibt es ein paar Dinge, die einen Tag für mich noch retten können. Zum einen ist es die Musik bestimmter Bands/Künstler, besonderes die, die ich live erleben durfte (ich hör ja meistens Künstler die schon ewig im Geschäft sind, wenn überhaupt noch aktiv), zum anderen die Erinnerung an Erlebnisse mit Menschen die mir nach wie vor sehr viel bedeuten.

In meinem Schlafzimmer steht in einem tiefen Bilderrahmen die Mütze, die der Sänger von Iron Maiden, meiner Lieblingsband, bei meinem ersten Konzert getragen hat. Ich hatte das Glück sie zu fangen als er sie ins Publikum warf. Das ist für mich so ziemlich der bedeutendste materielle Besitz. Abends einzuschlafen und die Mütze und mitsamt die Erinnerungen an diesen wundervollen Tag wach zu rütteln, macht mich einfach glücklich. Auch morgens als erstes diese Mütze zu sehen schafft an sich eine positive Grundstimmung, die mich stets mit einem lächeln aufwachen lässt. „Mensch, du hast die Mütze von Bruce Dickinson. Wie geil ist das“ sag ich mir quasi an jedem morgen, an dem ich in meinem Bett erwache.

Auch der Kontakt zu bestimmten Menschen löst in mir eine gewisse Euphorie aus. Einer meiner ältesten Freunde mit dem ich Anno 2001 auf meiner alten Schule zusammen angefangen habe studiert mittlerweile Medizin in Ungarn und ist 3-4x im Jahr hier. Im Sommer allerdings immer für 1-2 Monate. Wir pflegen zwar auch während seiner Ungarn-Zeit starken und regelmäßigen Kontakt über Skype aber ihn zu sehen und mit ihm Sachen zu unternehmen ist für mich das höchste der Gefühle. Da wird mir auch so gut wie jeder andere Mensch egal wenn es heißt „Heute abend geht was!“.

Ich hab zwar jetzt nen kleinen Striptease hingelegt aber mir war grad irgendwie ein bisschen danach^^
@Rene: danke. mein Abend wurd gerettet :slight_smile:

Jeder kann so viel ausziehen wie er mag…^^

Ich zum Beispiel bin auch ein Recht nachdenklicher Mensch und habe schon viel über das Leben nachgedacht. Wo kommen wir hin wenn wir sterben? Gibt es einen Gott? Ich trinke nicht rauche nicht und esse kein Fleisch.
Die oben stehenden Fragen wùrde ich mir vielleicht auch gar nicht stellen wenn ich damals nicht so krank gewesen wäre.
Das ist ja oft so. Eine Krankheit zeigt einem wie kostbar und zerbrechlich unser Leben eigentlich ist.
Ich freue mich einfach ùber jeden neuen Tag und bin gespannt was komnen wird.
(Hat sich jetzt furchtbar schnulzig angehört aber egal)
Außerdem versuche ich im Internet cooler rüberzukommen als in Wirklichkeit weil ich von mir selbst denke das ich total uncool bin.

Puhh meine Hose ist noch an. Wer mòchte als nächstes Strippen??^^