Hausarbeit ist Kinderarbeit? Nein!

Jaja, wir kennen das doch alle. Mama oder Papa sagt: „Bring den Müll raus. Deck den Tisch. Pass bitte mal auf deine kleine Schwester auf, ich muss kurz einkaufen.“ Bäh. Arbeit. Man könnte doch so viel sinnvollere Sachen machen. Wie kommt man nun am besten aus der Nummer raus… Ah! Genau! „Kinderarbeit ist verboten!“

Tja, schön ausgedacht, zieht aber leider nicht. Das Gesetz besagt nämlich: „die Beschäftigung durch die Personensorgeberechtigten im Familienhaushalt“.

Wer sich jetzt denkt, er könnte dafür ja eine Taschengelderhöhung einfordern, hat leider auch Pech: im §1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches steht, dass das Mithelfen die Gegenleistung für die Erziehung und das Dach überm Kopf ist.

Aber haben Kinder denn nicht genug zu tun? Schule und Hausaufgaben? Kann man ihnen da wirklich noch mehr Aufgaben zumutun? Quelle: t-online.de


Zu viel Arbeit für Kinder? Quelle: www.piqs.de, D. Sharon Pruitt, „Girl Tying Trash Bag After Yardwork“, Some Rights Reserved

Wie seht ihr das? Sollen Kinder im Haushalt helfen? Und wie viel helft ihr euren Eltern (bzw. habt ihr damals geholfen, als ihr noch daheim gelebt habt?)

Hausarbeit gehört, meiner bescheidenen Meinung nach, sogar mit zu dem weiten Feld der Erziehung. Kinder bzw. junge Jugendliche müssen lernen, dass man etwas tun muss und die Dinge sich Dinge, wie der Haushalt, nicht einfach so von alleine regeln. Spätestens bei der eigenen Wohnung fällt es einem ja dann auf.

Bei mir war das damals nicht anders. Müll rausbringen, Staubsaugen, die Spülmaschine ausräumen… Natürlich war das nie wirklich spannend und es hat immer genervt, aber geschadet hat es mir nicht. Und wenn ich mal nicht wollte, ließen die Konsequenzen nicht lange auf sich warten, z.B. mit Fernsehverbot.

Darüber können die Kids von heute natürlich nur lachen, aber Zeit genug haben sie nun wirklich. Prioritäten lernen!

Klar müssen Kinder mithelfen. Wer isst, Kleidung schmutzig macht, duscht, etc… der muss auch was wieder sauber machen! Ich sags mal so: selbst wenn ich selbst nie essen, trinken, duschen, kleidung tragen oder sonstwie Schmutz machen würde… ich habe hier noch 2 Kinder und die machen mehr Schmutz als mein Mann und ich zusammen. Klar, es gehört dazu… allerdings sehe ich es als absolut notwendig das das Kind lernt das die Eltern keine Roboter sind die hinter ihnen herräumen (auch simples duschen verursacht Schmutz der weggewischt werden will).

Ich finde es zb ein absolutes Unding wenn ich sehe wie manche Kinder/Jugendliche der Meinung sind das sie ihr. verkleckertes nicht wegwischen müssen, bzw sie sehen es nichtmal als ihre Angelegenheit an.

Man ahnt garnicht wieviel Dreck so anfällt. Auch mein kleinster (nichtmal 2) hilft schon mit. Er nimmt seine getragene Kleidung und bringt sie zum Wäschekorb. Er legt Dinge an seinen Platz wenn er weiss das sie „falsch“ liegen.
Ich finde es sehr wichtig das Kinder effektiv merken das das Leben kein Hotel ist.
Natürlich, übertreiben sollte man es nicht… aber bei 15 Minuten Hausarbeit sollte sich kein Kind beschweren können.

Sehe das so wie Haka kenne da eine nahe Verwandte, die nie was machen musste und plötzlich als sie auszog, überhaupt keine Ahnung/Plan hatte.
Ich durfte/musste immer mithelfen, um gewisse „Serviceleistungen“ freizuschalten, dabei handelte es meist um Sachen wie Frühstück wurde gemacht, ich wurde vom Wettkampf abgeholt oder musste mein höheres Taschengeld „rechtfertigen“

Auch Kumpels musste bei uns mit Anpacken, wenn sie in den Ferien mal für 3-4 Tage zum Zocken da waren und dabei ist es sogar einmal eskaliert xD

Kumpel hat sich zum Spaß bisschen darüber aufgeregt so nach dem Motto „Wenn ich im Garten schuften will, hätte ich auch mit meinen Eltern wegfahren können. Das ist ja reinste Kinderarbeit hier.“
Plötzlich rief das unseren Nachbar auf den Plan mit „Was?! Bei den Nachbarn gibt es Kinderarbeit? Da muss ich mal das Jugendamt einschalten“ und darauf ist mein Kumpel so dermaßen eingestiegen, dass er während des Umgrabens nur am Schimpfen war :ugly: Das war so herrlich und mein Vater und ich lagen heulend auf dem Boden :smiley:

Also ein wenig können Kinder sicher helfen, wenn sie älter sind auch ein wenig mehr.
Spülmaschine ein/ausräumen, Müll rausbringen usw. sind ja nicht wirklich Aufgaben die einen überfordern :bg:
Und dann vielleicht Samstags mal die auffahrt fegen…
Ich weiß noch dass mich als Kind solche Dinge immer sehr genervt haben; aber weniger weil ich es machen musste sondern mehr dass es bei meinem Alten immer sofort diese Sekunde sein musste, in 5 Minuten war nicht.
Ich denke wenn man die Kinder langsam dran gewöhnt lernen sie es auch und halten ihren Kram auch ordentlicher. Ich will nicht wissen wie es bei Kindern mit 18 ist die bis dato nie das Bett gemacht, geputzt, gesaugt oder Wäsche gewaschen haben, die gehen doch einfach unter wenn plötzlich alles ohne Hilfe gemacht werden muss, und das mit null Plan :ugly:

Gehört für mich ebenfalls fest zur Erziehung und ist meiner Ansicht nach sogar unverzichtbar. Natürlich muss alles in einem gewissen Rahmen bleiben. Kinder dürfen nicht um ihre Kindheit gebracht werden.

Ich musste lange Zeit ausschließlich mein Zimmer auf vordermann halten. Soll heißen: Immer alles aufgeräumt haben und einmal die Woche staubsaugen und staubwischen. Irgendwann kam dann noch der ausgebaute Dachboden dazu, weil dort der PC stand und ich der einzige war, der den Raum genutzt hat. In dem musste dann aber nur alle zwei Wochen staubgesaugt und -gewischt werden (mitlerweile steht der PC bei mir im Zimmer, aber der Putzdienst ist geblieben^^'). Außerdem gibts seit ein paar Jahren jetzt auch nen Küchendienst: Alle zwei Wochen (also eine Woche Dienst, eine Woche frei) muss ich alles wegräumen, was so in der Küche anfällt. Sprich: Spühlmaschine, sonstiges Geschirr spühlen/wegräumen, Müll rausbringen usw.

Wirklich schaden tut es nicht (ich brech mir ja auch nicht gerade nen Ast ab), aber nervig ist das natürlich schon. Finde ich aber auch nicht sooo schlimm. Wenn jeder mit anpackt, gibts für den einzelnen weniger Arbeit und man ist schneller fertig. Wenn ich Kinder hätte würde ich auch nicht einsehen, dass ich die ganze Drecksarbeit mache, während die anderen Mitbewohner schön fein die Füße hochlegen.

Also wir in unserer Generation mußten zumindest immer unser Kinderzimmer aufräumen und mit Einkaufen gehen, daher gebe ich zu daß ich es schon besser hatte als Ihr, zumindest was Hausarbeit angeht. Dafür hab ich allerdings „nur“ 10 DM Taschengeld die Woche bekommen.

Aber zum Thema: Hausarbeit ist keine Kinderarbeit. Nichtmal das was meine Eltern damals machen mußten als diese selbst Kinder waren: Säcke Kartoffel und Kohle mitschleppen