ausgrab
Wie einige Wissen bin ich ja zur Zeit in Japan. Japan ist ja ein tolles Land, aber es wird vielen Auslaendern doch recht schwer gemacht.
Natuerlich bekommt man als Student/Lehrer schnell ein Visum, aber oft ist es so, dass man da absehen kann dass diese Auslaender auch relativ schnell wieder das Land verlassen.
Mi seinen 1.8% Auslaenderanteil ist Japan generell in der unteren Liga (schon alleine im Vergleich zu Deutschland) und wie es aussieht wird sich auch die Auslaenderpolitik nicht so schnell aendern, auch wenn es dringen noetig waere.
Dabei ist das grosse Problem wohl oft die Gesellschaft, weil dadurch die Parteien nicht direkt das ansprechen aus Angst Waehler zu verlieren,
So nett die Japaner sind, viele sind einfach sehr Auslaenderskeptisch (feindlich wuerde ich jetzt nicht sagen) und sie haben sehr viel Angst um ihre Kultur und Gesellschaft, die durch einen zu grossen Auslaenderanteil sich negativ entwickeln koennte (wenn man uns so anguckt teilweisse auch nachvollziehbare Angst…TEILWEISE )
Um das ganze wieder aufs Auswandern an sich zu bringen, so wurde mir der laengere Aufenthalt auch recht schwer gestaltet.
Man hat zwar ein neues Punktesystem eingefuehrt, ueber welches man an ein Visum kommt, aber dabei komme ich als junger Handwerkergeselle nichtmal auf ein Drittel der benoetigten Punkte; Waere ich doppelt so alt und wuerde dreimal so viel verdienen und noch nen Master haben, kein Problem.
Oder, ich wuerde mit meiner Arbeit 10Jahre Berufserfahrung vorweisen koennen.
Mein Arbeitgeber hier will mich aber unbedingt, also muss man eben alles ein bisschen ..anpassen damit es klappt.
Ich denke mal in vielen Laendern wird es nicht ganz so nervig sein ein Visum zu bekommen.
Abgesehen von dem Visumstress bin ich sehr gluecklich hier. Die arbeit macht mehr Spass, da sie unter Anderem einfach mehr gewuerdigt wird als von dem undankbaren Pack lieben Kunden in Deutschland und auch das Ansehen von Handwerkern im Allgemeinen ist wesentlich besser. Hier versteht man wohl noch, dass es ohne die Leute die Strassen/Haeuser bauen oder Gueter herstellen einfach nicht geht.
Und Andererseits ist natuerlich auch der Service von einem ganz anderen Niveau als man es von der miesgelaunten Aldikassiererin gewohnt ist. Man wird immer mit einem Laecheln empfangen, beraten, bedient und man fuehlt sich (meistens) wohl beim Einkaufen.
Fuer mich war (bis jetzt zumindest) das Auswandern eine super Entscheidung. Wobei ich ja noch nicht wirklich von Deutschland losgeloest bin in dem Sinne. Auswandern auf Probe trifft es vielleicht ganz gut.
Aber sobald das mit dem Visum klappt verlagern sich auch saemtliche Versicherungen/Steuern etc auf Japan.
Ein Vorzeitiges Fazit, was aber imo schon selbstredend ist:
Man muss ein Land einfach richtig moegen um dorthin auszuwandern. Und damit ist eben nicht wie es im TV so oft gezeigt wird gemeint, dass der Urlaub auf Malle geil war und ich darum dort leben will. Man muss sich auf jeden Fall noch einen Plan B in seiner Heimat bereit halten in den ersten paar Jahren.
Es ist ein Riesenschritt, aber wenn er gut durchdacht ist und man weiss worauf man sich einlaesst kann man eigentlich nichts bereuen, egal wie es mit der Wahlheimat dann im Endeffekt laeuft.