Anlass dieses Threads ist eine Studie, welche in Schweden durchgeführt wurde. Diese besagt nämlich, dass schwedische Jugendliche im Schnitt ihre ersten erotischen Filme mit rund zwölf Jahren sehen. Außerdem haben zehn Prozent der befragten Jungen an, sich täglich den menschlichen Paarungsakt zu Gemüte, wohingegen zwei Drittel von „mehrmals im Monat“ sprachen. 96 Prozent haben an dies freiwillig und allein getan zu haben. Das Internet machts möglich.
In Amerika gab es übrigens eine ganz ähnliche Studie: Dort lag das Durchschnittliche Alter bei Jungen bei 14,3 und bei Mädchen bei 14,8 Jahren.
Verwundert euch diese Studie, oder bestätigt das ehrlich gesagt nur eure Vermutung?
Jetzt mal über die Studie hinaus: Findet ihr das in Ordnung? In Deutschland fallen solche Videos mit einer Altersbeschränkung ab 16 bzw 18 Jahren aus. Berechtigt, oder nicht? In der heutigen Zeit gilt doch ohnehin nur noch „sex sells“ und scheinbar haben wir auch gar keinen Einfluss darauf (?). Sollte hier mehr Jugendarbeit geleistet werden? Wenn ja: Von wem?
Wir sind zwar alle keine (ausgebildeten/spezialisierten) Pädagogen, aber im Grunde ist es doch etwas ganz Natürliches, oder nicht? Könnte mir gut vorstellen, dass man damit argumentiert, dass das „nichts Schlimmes“ sei und wir alle einfach nur verklemmt sind. Politiker streiten ja auch immer wieder über eine Art „Porno-Sperre“ im Internet. Auf Google zum Beispiel wurden viele Suchergebnisse bereits dahingehend ausgefiltert - um die Jugend zu schützen. Doch diese sieht sie sich ja offensichtlich ohnehin an?
Jetzt hab ich ja schon ne ganze Menge Gedanken angerissen. Wie steht ihr zu dem Thema?
Ich bin kurz davor ausgebildeter Pädagoge zu sein und die Entwicklung ist in vielen Bereichen beunruhigend. Denn die Kinder/Jugendlichen werden mit diesem Thema meistens allein gelassen. Sexualkunde hin oder her, durch diese Filme können Kinder/Jugendliche, vor allem Mädchen/junge Frauen, ein völlig falsches Bild von Sexualität bekommen, bzw. davon was als „normal“ gilt. Ich weiß nicht mehr wo und wann die Doku lief aber ich hab eine gesehen, in denen junge Frauen zum Thema Sex befragt wurden. Bei vielen ging die Antwort in Richtung „Du bist nur eine Frau/erwachsen, wenn du viel Sex/Sexpartner hast und wenn du noch keinen Gruppensex hast, dann bist du unnormal“. Diese verhaltensbeeinflussende „Gefahr“ wird meistens in den platten, nichtsaussagenden Kommentaren von Verantwortlichen (Das ist noch nichts für Kinder, weil das noch nichts für Kinder ist) unterschlagen.
Die Persönlichkeitsbildung, vor allem im sexuellen Bereich, wird nach wie vor schlecht umgesetzt. Wirklich schlimm sind in diesem Fall auch die Handy-Videos, die in vermehrter Form seit Jahren auf dem Vormarsch sind.
Es ist leider so dass die Jugend immer früher erwachsen wird, körperlich aber eben nicht so schnell im Kopf.
Problematisch wird es wenn solche Leute ihr Weltbild über das definieren was sie in den Medien sehen. Mal ehrlich, selbst in den nachmittags laufenden Comedyserien wechseln einige Darsteller die Sexualpartnerinnen/partner häufiger als manch einer die Klamotten; da isses nicht selten wenn in einer Staffel mal eben 5-6 Leute verbraten werden. Dann noch schnell im Suff quer durch die ganze Clique und tadaa…
Ich bin kein Pädagoge und wüsste nicht wer da eingreifen sollte, die Schule vielleicht? Auf Eltern kann man sich gerade in bildungsschwächeren Umfeldern leider häufiger nicht verlassen, ob jetzt wegen Jobs oder Desinteresse (hab versucht es möglichst vorsichtig auszudrücken damit sich keiner aufn Schlips getreten fühlt, hoffe man versteht es trotzdem, aber bitte jetzt darüber keine Diskussion lostreten, gabs schon oft genug :bg: ).
Aber das ist meist weniger eine Frage des Alters, man sieht ja selbst in etwas älteren Kreisen Auswirkungen von sowas. Nicht nur einmal eine Diskussion von mehreren Mädels (mein Alter!) mitbekommen warum die richtigen Männer denn nicht so romantisch wären wie z.b. Edward…inzwischen hat man resigniert und sagt gar nix mehr dazu…
Wenn ich jetzt drüber nachdenke könnte es wirklich übel werden wenn eine ganze Generation sich nur an Film und Fernsehen misst…
Aber ne Sperre für solche Filme einzurichten bringt auch nix, wenn man will kommt man da auch dran, das Internet bietet so viele Möglichkeiten und wenn nur einer nen Schlupfwinkel gefunden hat weiß es am nächsten Schultag die ganze Klasse…
Ja und nein. Alle „bildungsschwächeren Familien“ über einen Kamm zu scheren ist natürlich kontraproduktiv. Ich kenne viele solcher Familien wo die Eltern die Einstellung haben „Den Kindern soll es besser gehen als uns, wenn sie groß sind“. Hier sind alle Beteiligten gefragt. In meinen Augen wäre es unsinnig eine Behörde allein damit zu beauftragen sich um das Problem zu kümmern. Sicherlich wäre es begrüßenswert, wenn das Niveau des Fernsehens mal disskutiert werden würde aber jetzt groß Verbote anzubringen informiert ja auch nicht über das eigentliche Problem. Eltern sind natürlich an erster Front dafür verantwortlich, dass die Nachkommen nichts zu Gesicht bekommen, was von der Altersfreigabe her nicht für sie geeignet ist. Die Pädagogen sehe ich an zweiter Stelle, wobei der Beruf des Lehrers in meinen Augen auch ne Generalüberholung bekommen sollte, da hier Wissen vermittelt wird und kein bisschen psychologische Arbeit im Studium stattfindet oder im Lehrplan steht. Zudem sind es die Lehrer/Pädagogen, die (eigentlich) darin geschult sein sollten Defiziete und Probleme zu erkennen und mit den Eltern darüber zu sprechen. Lösungen zu finden und, wenn es wirklich hart auf hart kommt, mit den zuständigen Behörden in Kontakt treten um Missstände zu melden. Danach kommen Behörden, Ämter und Ministerien. Vor ein paar Jahren gab es mal eine große Aktion zum Thema Mobbing im Internet und in vielen Schulen wurde den Schülern gezeigt wie man Privateinstellungen bspw. in Facebook nutzt, damit persönliche Daten nicht von allen eingesehen werden können. Ähnliche Aktionen wären auch in Punkto Medienpräsents und Medienwirkung auf Jugendliche wünschenswert.
Ich wollte nicht über einen Kamm scheren, mir fiel nur kein Sammelbegriff ein für die Gruppe Leute die es einen scheiß interessiert, die ihre Kinder nicht im Griff habe, ihre Kinder zu sehr in die Mangel nehmen und und und…mir ist klar dass jeder ein Einzelfall ist aber wie soll man dafür eine Gruppe finden?
Ich kenne als Gegenbeispiel auch Leute deren Eltern kaum Deutsch können und die jetzt ihren Ingeneursabschluss inner Tasche haben, deshalb meinte ich ja bitte nicht diskutieren, war vielleicht komisch ausgedrückt(schreib meist einfach meine Gedanken nieder wie sie kommen :bg: )
Und zum Thema Kontrolle: Das klappt nicht…solange es nicht passwortgeschützt ist klappt sowas nicht, ich kenns doch noch aus meiner Jugend, damals mit Modem, da ist man auch schon an mehr Porn gekommen als man im Leben konsumieren kann. Dann gab es noch andere nette Seiten die ich nichtmal erwähnen will weil wir da echt das würgen kam…na ja, egal…
Im endeffekt nützt nix was solange es bei den Kindern nicht klick macht.
Aufklärung, von wem auch immer wäre aber sicher der sinnvollste Weg denn mal ehrlich, das Fernsehen bekommst du nicht kontrolliert außer mit massiven Verboten…
Hier müsste man das Thema sowieso in verschiedene Bereiche aufdröseln denn ganz ehrlich, wenn wir jetzt bei Pornografie und „erotischen Filmen/Büchern“ u.ä. bleiben…ein Kind in der Pubertät dazu zu überreden da die Finger von zu lassen…das wird meistens nicht funktionieren :bg:
Ist halt die Frage was das Kind daraus ableitet was es sieht…
Wobei man bei der Diskussion nicht nur auf erotisch angehauchte Filme usw schauen darf, wenn man sich inzwischen die Musiksender mal 5 Minuten gibt und sieht was da für Bilder und Klischees vermittelt werden die fröhlich nachgelebt werden…^^°
Du hast dir deine Frage praktisch schon selbst beantwortet. Glaube kaum, dass man dem noch viel hinzufügen kann.[/QUOTE]
Wie du siehst, gehts doch. Die Problematik geht ja weiter über das Ansehen hinaus.
Touché!
Nur die Frage (die ja schon im Raum stand) lautet nach wie vor: Wer soll denn den Job übernehmen? Wenn ich da an meine Schulzeit zurück denke, in der unter anderem so eine Frau vorbei kam und Aufklärungsarbeit mit Sexspielzeug und Ähnlichem leistete, war das eine extrem unangenehme und peinliche Erfahrung. Gut, das war in der 8. Klasse und heute ist man reifer und sieht vieles sicherlich anders, aber es geht ja nicht um „heute“, sondern um damals. Mit den Eltern stelle ich mir das auch schwierig, weil unangenehm vor (wer redet schon mit seinen Eltern über seine nächtlichen Abenteuer?). Hinzu kommt vielleicht dann noch das Alter der, nennen wir sie mal, „Referenten“. Man kommt sicher ganz schnell in das Denken, dass sie einfach einem anderen Jahrgang angehören. Frei nach dem Motto: „Heute ist das anders.“
Finde ich auch sehr erschreckend. Ist aber auch eine logische Konsequenz daraus. Auf der anderen Seite: Was ist denn schon normal? Ich erinnere mich an eine Studie, die glaube ich mal in Kanada durchgeführt werden sollte um eventuell vorhandene Unterschiede im Sexualverhalten zwischen Männern, die sich erotische Filme ansehen und Männern, die es nicht tun, aufdecken sollte. Die Studie ist gescheitert, weil sich keine Probanten finden ließen, die es nicht taten, oder zumindest mal getan haben.
Natürlich sieht sich die Jugend immer früher und immer öfters Pornos an. Was soll auch daran schlimm sein? Jugendliche sind halt in meinem Alter halt in soner Phase, wo viel ähm rumexperementiert wird, und an Pornos kommt man irgendwie nicht vorbei.
Na ja, ich kenne da einige Leute (einen ganz speziell) die über die Jahre so viel Pornografie konsumiert haben dass sie bei realen Frauen echt Probleme beim Sex bekommen, also die nötige Reizschwelle zu errreichen wenn du verstehst was ich meine.
Weiß nicht sicher ob sie es in den Griff bekommen haben, bei sowas bohrt man natürlich nicht nach aber das wäre wohl eine wirklich greifbare Folge von zu viel Pornos schauen; wenn das ein dauerhafter Zustand bleibt könnten diese Leute echt Probleme in Beziehungen bekommen…
Ich finde da kommt es wie so oft drauf an wie man damit umgehen kann.
Dass Sex generell ne ganz andere Stellung hat als frueher kommt noch dazu.
Siehe „kein Sex vor der Ehe“, oder das „Sex ohne Liebe“ etc .. als ob das voneinander abhaengig waere.
Darum sehe ich die Probleme auch eher als Einzel und Extremfaelle.
Wenn ein Maedel glaubt, ohne Gangbang ist sie nicht erwachsen (han ich hier such zum ersten Mal gelesen) dann muss die doch von vorne herein schon ganz scjoen einen an der Klatsche haben.
Wenn ich so zurück denke… Meine Aufklärung hat eher das Fernsehen übernommen als die Schule oder meine Eltern. Als noch Soft-Material auf VOX lief :bg: Damals gab es das Internet ja noch nicht bzw. hatte es kaum jemand (Gott, wie alt muss ich jetzt klingen?!). Kann mich auch gar nicht daran erinnern, wann das Thema mal für ein, zwei Stunden in der Schule dran kam. Ich glaube das war in der 7. Klasse, also viel zu spät.
Ich sehe zwei Probleme bei dem steigenden Porno-Konsum der „Jugend von heute“: falsche Vorstellungen und aufkommende Langeweile, die auch schon angesprochen wurde.
Die Kids (vor allem die männlichen) setzen sich automatisch unter Druck, wenn sie sich die Meinung einreden, Sex liefe so ab wie in Pornos. Jeder, der schon mal über das gucken hinaus gehen konnte, dürfte mir zustimmen, dass das, was man da so sieht mehr Fantasy ist als eine Daily Life-Doku. Und damit meine ich nicht nur allein die netten Geschichten, die zum Akt führen („Warum liegt denn da Stroh?“) Viele haben dann schon von Anfang an ein falsches Bild davon und bringen beim ersten Mal dann nicht die Leistung, die beide durch die Pornos halt erwarten…
Die zweite Sache ist die Langeweile. Nach dem Motto: alles schon gesehen und gemacht. Irgendwann will der ein oder andere halt doch mal mehr und dann wird es, wie schon erwähnt, beziehungstechnisch eher schwer.
Kiddies können von mir aus so viele Pornos gucken und rummachen wie sie wollen. Solange alles verantwortungsbewusst passiert und alle verhüten, sehe ich das nicht so eng.