Wenn ich etwas an Nintendo mag, dann ist es die Tatsache, dass sie schlicht und ergreifend anders sind. Sie haben ihren ganz eigenen Kopf und heben sich erfrischend vom Rest des Videospielindustrie ab.
In einem Interview mit dem Telegraph hat Shigeru Miyamoto, welches anlässlichseines Pikmin Short Movies Projekt stattfand, hat er etwas interessantes gesagt:
Das Interview findet ihr hier: Telegraph Ist übrigens wirklich interessant. Sehr zu empfehlen.
einen ähnlichen Gedanken nannte er bereits früher einmal, als es um Mario ging: Dort stellt er die Frage in den Raum, ob ein Mario-Spiel denn wirklich eine Geschichte bräuchte.
Was haltet ihr von den Gedanken des Erfinders der Videospiele, wie wir sie heute kennen? Würdet ihr ihm Recht geben?
Ich habe prinzipiell nichts gegen geringeren Fokus auf eine Story, wichtig ist sie mir trotzdem.
Schauen wir uns doch mal Mario an. Die Spiele haben minimal eine Geschichte, früher mehr, heute wieder weniger. Mir war es allerdings früher 1000-Fach lieber. Nie wirklich komplex, aber mit einer glaubhaften Welt, die nicht aus schwebenden Klötzen besteht. Mit sympathischen Charakteren, die auch mal mehr sagen als nur Tutorial-Hilfen. Gehört für mich alles zu einer Story dazu, quasi als Hintergründe der Spielwelt… und das fehlt mir seit Galaxy 2.
Man haut mir ja auch kein leeres Buch vor die Nase nennt es Feature und sagt dann: „Be your own author“
Ich hatte mir bis eben eigentlich noch nie wirklich Gedanken dazu gemacht.
Grundsaetzlich benoetige ich aber keine komplexe Geschichte in einem Videospiel. Gut, es sollte auch kein sinnloser Kram erzaehlt werden, der vorne und hinten nicht zusammenpasst und voller Logikfehler steckt. Das wuerde mich wiederum sehr stoeren.
Aber teilweise gibt es Spiele in denen dann die Charaktere ewig lange sabbeln und man nur denkt „werdet ihr heute noch fertig?“.
Dieses wird dann gerne in eine Filmsequenz verpackt, damit es nicht ganz so trocken ist.
Dem würde ich widersprechen. Mir persönlich gefällt es bei Mario viel besser direkt ins Geschehen geworden zu werden und durch die Level zu hüpfen. Wenn die Geschichte (gefühlt) sowieso immer die selbe ist, warum dann so viel Tamtam darum machen und es nicht einfach sein lassen?
Also ich persönlich finde mal mal so. Ich spiele auch gerne einfach mal die eine simple bis gar keine Story haben (bspw. Mario/Donkey Kong etc.). Aber genauso gerne spiele ich Spiele mit einer geilen Story alá Mass Effect bspw. Ich finde nicht, dass eins das beste ist. Sondern man braucht einfach Abwechslung, bzw. brauche ich sie.
Was ich davon halte? Er bekommt wohl langsam Altersstarrsinn und sollte sich zur Ruhe setzen… Kein wunder das bei Nintendo Stillstand herrschaft wenn sie die jungen Entwickler die noch Ideen haben blockieren.
Ich finde nicht das Story unnötig ist, was ich doof finde ist das die Story immer viel zu viel in der Vordergrund gestellt wird, dann noch hübsche Grafik und fertg ist der Bestseller. Es gibt sowohl grandiose Spiele, die auf Story basieren als auch ohne.
Ein Beispiel was ich hier nennen möchte ist Journey, es besitzt keinerlei Leitfaden, Story oder sonstiges und trotzdem ist es in der Lage durch seine Atmosphäre eine Geschichte zu erzählen. Sowas finde ich wirklich klasse. Das Gameplay muss einfach Spaß machen, ob mit oder ohne Story
Ich habe auch nichts gegen Reihen oder Fortsetzungen, aber irgendwo muss auch immer ein bisschen Innovation sein. Irgendwann ist einfach jede Story und jedes Gameplay ausgelutscht
Ich gebe ihm absolut Recht, selbst der Regisseur eines Spiels zu sein, ist doch schön. Doch Mario braucht in meinen Augen keine eigene Geschichte, für was auch? Prinzessin wird entführt, du musst sie retten und Ende der Diskussion. Spiele können ohne Story auch ganz spannend sein, da ja eigentlich das Gameplay an sich zählt.
Klar sind ab und zu Games ohne Anspruch toll, aber ich freue mich wenn ich ne tolle inszenierte Geschichte beim zocken habe.
Aber Stories etc sind nunmal nicht Nintendos Staerke, also erwartet da auch keiner was.
Bei allem Respekt gegenüber Herrn Miyamoto, aber bis dann endlich mal ein Spiel erscheint, in welchem man selbst der Autor ist, bevorzuge ich eine Story in meinem Spiel. ( Vielleicht ist Minecraft ansatzweise ein solches Spiel, ich habe es aber nicht gespielt )
Sicher, nicht jedes Spielgenre benötigt eine Story, sobald man jedoch einmal die Steuerung eines Charakteren mit Namen übernimmt, muss wenigstens eine rudimentere gegeben sein, damit zumindest eine gewisse emotionale Verbundenheit zum Spiel besteht.
Wie komplex die Story letzlich werden sollte, hängt selbstverständlich vom Spiel selbst ab.
Natürlich hat Herr Miyamoto recht, indem er sagt, dass das Spielerlebnis Vorrang hat - macht Sinn, andersherum lese ich lieber ein Buch - aber vor allem bei " komplexeren " Genren, ist es die gute Mischung aus Beidem, was für mich ein gutes Spiel ausmacht, welches mich sowohl emotional als auch mental und natürlich spieltechnisch fesseln kann.
Ich glaube auch nicht, dass Miyamoto grundsätzlich etwas gegen komplexe Geschichten in Games hat.
Ich sehe es ehrlich gesagt auch einfach etwas kritisch, dass viele große Videospiele heutzutage eher ein Imitat eines Hollywood- Blockbusters als eine interaktive Erfahrung sind.
Durch die somit fast schon passive Berieselung schränkt sich dieses geniale Medium oftmals schon ziemlich ein.
Meinen Spaß kann ich natürlich trotzdem haben, egal ob mit stupider Ballerei gegen strunzdämliche KI im x-ten CoD oder mit einer Visual Novel.
Beides kratzt aber nur an der Oberfläche dessen, was in diesem Medium möglich ist.
Aus dem Grund finde ich das ein paar Posts zuvor genannte Beispiel mit dem Buch auch etwas unpassend.
Es geht ja auch nicht darum, dass ein Game unbedingt dem Spieler freiheiten geben muss, viel mehr geht es darum, wie einfach es sich diese Industrie mittlerweile macht und sich dabei selbst Grenzen setzt, obwohl so viel mehr möglich wäre.
Ich hab auch nichts dagegen, dass Spiele keine Geschichte bieten oder irgendwas in der Richtung bieten, gerade nicht bei 2D-Marios.
Aber da man mit Mario 64 in die Richtung aufgebrochen und das Ganze mit Sunshine sogar noch verstärkt hat, vermisse ich das Ganze Drumherum nunmal ein bisschen. Hätte man mir nicht diesen Vorgeschmack gegeben, wär das ja nicht das Problem. Aber nach dem 3. Spiel plötzlich zu sagen: „Hm, nein, Story und interessante Charaktere sind doch blöd, nehmen wir alles wieder raus“ … sowas gefällt mir einfach nicht.
Ich glaube (wie Ryumaou schon geschrieben hat), dass er nicht allgemein gegen eine gute Story ist, aber es braucht halt meistens mehr als eine gute Story. Es ist ihm denke ich zu einfach ein Spiel auf Story zu reduzieren, es ist eben kein Film.
Ich unterscheide da zb auch für mich in zwei Mario Reihen und mein Favorit ist immer noch Sunshine, die Welt, das Gameplay und die Cutscenes mit Bowser Jr. waren schon klasse, aber tiefgründige Story war da trotzdem nicht. Ich denke auch nicht das er Story und solche Spiele ausschließt.
Ich denke auch das sowas absichtlich übertrieben von ihm gesagt wird oder so dargestellt wird.
war Nintendo nicht der Innovator in Sachen „tolle Stories in Videogames“ erzeugen ?
finde solche Aussagen wieder sehr seltsam von good old Miyamoto. gerade eine gute Story treibt uns doch oft dazu an ein Spiel durchzuzocken / Blut,Schweiß und Tränen in ein Spiel zu investieren.
sei es eine epische Drachengeschichte , das Überleben in einer Zombieapokalypse oder halt die bösen Pläne von Bowser zum 50. Male zu durchkreuzen. das treibt uns Gamer doch an. ein Ziel . ein Ende.
aber ist halt von Genre zu Genre so unterschiedlich das man da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen kann
wenn ich selbst der „Direktor“ meines eigenen Spieles sein möchte, dann kann ich Zeugs spielen wie Sims , Tomadachi Life, Football Manager und Co oder mich mit der Freundin treffen .. ach nee das ist ja eher Mystery Genre ^^"
Guter Punkt, Miyamoto tätigt in letzter Zeit echt einige strange Aussagen, in meinen Augen.
Nicht jedes Spiel braucht eine gute Story, aber in vielen ist sie wichtig. Ich muss jetzt nicht die 10.000 Beispiele, von Silent Hill 2 über Red Dead Redemption aufzählen. Wie schon bei beispielsweise der VR-Aussage merkt man, dass Miyamoto einfach einer von der alten Schule ist, Innovator, der er in der Vergangenheit war, hin oder her. Eine Story kann enorm von den Möglichkeiten, die ein Spiel bietet, profitieren, die Film, Literatur und so weiter aber nicht bieten. Wenn Videospiele irgendwann auf einer Ebene mit den anderen Medien stehen sollen, dann wird das gefühlt dreißigste, „sinnloses“ Rumgehüpfe mit dem dicken Klempner durch das Pilzkönigreich, wieder mal auf der Mission, die Prinzessin zu retten, nicht ausreichen. Tut mir Leid, aber mit dieser Einstellung bremst man die Videospielentwicklung, und fördert sie nicht. Dasselbe bei VR.
Umso ironischer ist das Zitat, weil die Videospielgeschichte in Miyamoto denjenigen sieht, der mit Donkey Kong erstmals eine richtige Geschichte in einem Videospiel erzählt hat. Also ist er quasi der „Erfinder“ von Geschichten in Videospielen, wenn man’s auf Spielejournalismus-Niveau ausdrücken möchte.
Eine wirkliche Neuigkeit ist seine Aussage aber nicht.
Letzten Endes kannst du ja trotzdem eine Geschichte erleben, auch wenn dir nicht direkt filmreif eine aufgetischt wird. Ich denke, dass das eher seine Aussage ist.
Es geht nicht darum eine zu erzählen es geht darum eine eigene zu erleben und zu gestalten.
Was mich wieder zu meinem Beispiel mit Mario bringt. Wenn das echt so gemeint gewesen sein soll, dann ist das nicht der Rede wert - das ist dann einfach Quatsch. Bei Beispielen wie Heavy Rain kann ich es eher nachvollziehen.
Ich gebe ihm absolut recht und habe das schon immer gesagt. Gameplay und dessen Mechaniken sind absolut Trumpf, Geschichte ist nebensächliches Beiwerk und wenn ein Game mehr auf Story als auf Gameplay ausgelegt ist bzw basiert, dann hat es seinen Sinn und Zweck für mich verfehlt. Dann schaue ich mir lieber einen Film an und gut ist.
Ich kann schon gut verstehen, was er meint wenn er sagt, es soll die Erfahrung sein und nicht die Geschichte, die einen berührt. Es ist im Endeffekt auch die Spielerfahrung die mich in Erinnerung immernoch berührt, wenn ich an Spiele wie SM64, OoT, Super Mario Kart, DKC usw denke, und nicht etwa die „Story“.