Nie wieder Hausaufgaben!?

Schüler hassen sie wie die Pest: Hausaufgaben.

Wenn man schon Morgens in der Schule hockt, brav zuhört und mitarbeitet, warum sollte man dann noch daheim etwas machen?

Aktuell ist eine Diskussion entbrannt, ob man sie nicht komplett abschaffen sollte.

Natürlich sind hier die Meinungen gespalten.

Hausaufgaben-Gegner, wie die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Jutta Allmendinger, sehen Hausaufgaben als Unterstützung für soziale Ungerechtigkeit. Kinder, bei denen die Eltern nicht genug Zeit hätten bei den Hausaufgaben zu helfen, würden somit deutlich benachteiligt werden. Die Bildungsaufgabe läge allein bei Lehrern.

Für Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, soll sich an den Hausaufgaben nichts ändern. Sie seien ein gutes Mittel, um bei den Kindern zu überprüfen, ob der Lernstoff verstanden wurde. Außerdem förderten sie selbstständiges Arbeiten.

Quelle: bild.de


Müssen Schüler bald daheim die Schultasche nicht mehr öffnen?Quelle: Fir0002/Flagstaffotos

Wir sind hier nicht in der Schule, und die Eltern lesen auch nicht mit, also bitte alle ehrlich sein: was haltet ihr von Hausaufgaben?

Sind sie wirklich nur nervig? Bringen sie euch nicht doch weiter? Helfen sie euch, eure Schwachstellen zu erkennen und zu verbessern?

Ich bin definitiv dafür, dass Hausaufgaben bestehen bleiben wie sie sind. Im Unterricht alleine kann ein Lehrer kaum erkennen ob auch wirklich alle Schüler mitkommen (insbesondere bei immer größeren Klassen). Ein wenig mehr Übung daheim kann da wirklich nicht schaden – wobei es natürlich besser ist, wenn die Eltern auch drüber schauen. Ich weiß, dass es viele Eltern heute anders sehen, aber: die Bildung kann man nicht alleine auf die Schule schieben. Man muss sich auch in diesem Bereich Zeit für die Kinder nehmen – und da sind die Hausaufgaben ein perfektes Mittel.

Wurden nicht noch andere Gründe genannt, weswegen die Hausaufgaben abgeschafft werden sollen? Die fand ich nämlich sehr viel sinnvoller. Dafür kann ich dir außer LeFloid jetzt aber keine Quelle nennen, weil ich keine Lust hab so viel danach rumzusuchen. Ich geh einfach mal davon aus, dass da was dran ist und bring das in die Diskussion mit ein.

Da wurde nämlich erwähnt, dass Schüler schon in jungen Jahren unter großem Stress stehen und deswegen zum Teil sogar unter Depressionen leiden, keine Ahnung haben was sie mit ihrem Leben später anfangen sollen und während der Schulzeit einfach zu wenig Freizeit haben, um sich selbst finden zu können.
Da ist eine Menge Wahres dran. Ich war auch immer bis Nachmittags in der Schule, danach noch bis Abends Hausaufgaben machen und dann? Fernsehgucken? Computer? Früher schlafen gehen? Ja, das sind natürlich tolle Freizeitaktivitäten. Dann macht man sich auch noch die ganze Zeit Gedanken darüber, ob man die Hausaufgaben richtig gemacht hat, ob man nicht vielleicht was vergessen hat, was ist, wenn man vorlesen muss? Und selbst wenn man sie nicht gemacht hat (was bei mir eher der Fall war), macht man sich Gedanken darüber, ob man damit durchkommt. Der Kopf ist voll mit Schule 24/7, das zu Hause wird (unterbewusst) zu einem anderen Ort des Lernens, kein Ort zum runterkommen und entspannen, keiner kann mir sagen, dass das wirklich der Sinn der Sache ist, oder?

Dazu kommt, dass Hausaufgaben meistens keinen Lernfortschritt bringen, zumindest seh ich das so. Bei uns waren die Hausaufgaben einfach nur als sinnlose Beschäftigung da, oder, um Stoff zu Hause zu machen, den die Lehrer in der Schule nicht geschafft haben, den man dann aber sowieso nicht komplett versteht.
Für mich sind Hausaufgaben nur eine unnötige Beschäftigungsmaßnahme, die für zusätzlichen Druck und Stress sorgt.
Ein anderes Modell muss her. Die Idee, dass nach dem Unterricht „Freizeitclubs“ an Schulen angeboten werden (die Wahl von Clubs sollte wenn Hausaufgaben wegfallen natürlich verpflichtend sein, der Club geht nicht bis spät Abends, sondern findet Nachmittags statt) find ich eigentlich ziemlich genial. Dadurch wird eine weitere Freizeitaktivität geschaffen, die den Schülern beim Stress Abbau und bei der Selbstfindung helfen kann. Außerdem kann man Clubs einrichten, die den Unterrichtstoff nachbereiten. Sowas ist sehr viel effektiver als Hausaufgaben.
Man muss sich nichtmal unbedingt Sorgen um das Personal machen, wieso werden dafür nicht einfach Oberstufenschüler eingesetzt? Die müssen schließlich auch keine Hausaufgaben mehr machen, haben aber natürlich trotzdem mehr zu Hause zu tun und länger Unterricht, weswegen man ab der Oberstufe von Clubs befreit ist, aber die Möglichkeit hat selbst die Leitung zu übernehmen. Dafür gibt’s dann ein kleines Vergütungssystem, um das ganze noch reizbarer zu machen.

Ich weiß nicht wie lange es her ist, dass du zur Schule gegangen bist, Daniel. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das mit den Hausaufgaben immer schlimmer wird, sie kosten einem immer mehr Zeit, jeder Lehrer sieht sich dazu verpflichtet welche aufzugeben und es gibt überhaupt keinen Lernfortschritt. Wenn man wirklich intensiv und konzentriert an Hausaufgaben arbeitet, dann sitzt man da den ganzen Tag dran.
Ich bleibe also dabei: Stress und sinnlose Beschäftigung. Weg mit dem Scheiß.

So ein Schwachsinn mal wieder …

Hausaufgaben dienen zur Wiederholung und Übung des zuvor gelernten Inhaltes im Unterricht. Ob Lehrer Hausaufgaben sinnvoll und unterrichtsfördernd anwenden liegt in der Hand des Lehrers. Und das Gegenargument, dass die Bildungsaufgabe beim Lehrer läge ist eines der dümmsten Argumente die ich seit langem gehört habe. Wie in aller Welt soll es möglich sein, dass ein Lehrer der Hausaufgaben Ersatz von 30-40 Schülern pro Klasse ist, das ist einfach nicht möglich. Wenn man wirklich den Lehrer alles machen lassen machen würde, müsste man pro Schulfach mindestens doppelt so viele Stunden im Stundenplan haben um die Hausaufgaben zu ersetzen. Wieder mehr Probleme machen als es eigentlich nötig ist.

Und das Schüler an Depressionen leiden finde ich ebenfalls sehr fragwürdig. Einerseits habe ich noch nie von solchen Fällen gehört, andererseits liegt wohl ein Großteil der Depressionen mal wieder am Deutschen Bildungssystem. Da Grundschullehrer die Eltern seit neustem bei der Wahl der weiterführenden Schule des Kindes die Eltern nur noch „beraten“, gehen viele Schüler die eigentlich auf Schulen mit niedrigerem Bildungsniveau gehören, letzten Endes trotzdem auf ein Gymnasium. Daher kommt es natürlich zu Problemen beim Kind, da sind aber weder die Hausaufgaben Schuld, noch mangelnde Erklärversuche des Lehrers schuld.

Und das Argument, dass es zu „sozialen Ungerechtigkeiten“ kommt wenn die Eltern den Kindern nicht helfen können ist ebenfalls Schwachsinn. Das Argument ist mir zu doof um mich damit auseinanderzusetzen …

Ich selbst gehe nun in die Oberstufe und mache mein Abitur in 8 Jahren. Hausaufgaben finde ich trotzdem im Großen und ganzen sinnvoll. Wieder mal typisch Deutschland, Probleme schaffen wo keine sind …

Eine sinnvolle Änderung ist meiner Meinung nach das Abschaffen des Sitzenbleibens. Aber das ist eine andere Diskussion.

Da ich erst vor einem Jahr Abitur gemacht habe, will ich hier meinen Senf dazugeben:
Vorweggenommen sei die Grundschule. Hier kann ich nur meine subjektiven Erinnerungen wiedergeben, bzw. die Erinnerungen, die ich noch habe. Und die sehen insgesamt so aus:
Vormittags: Pokémonkarten + Yu-Gi-OH! in den Pausen. Nachmittags: Pokémon, Mario Kart, Smash Bros., Monkey Island und GTA bei den Nachbarsjungen ohne Zeitlimit für Videospiele. Dazu kommen Frischluftaktivitäten, Disney und jede Menge Schabernack.
Was ich damit sagen will: Ich habe keine Ahnung, wie sich ein heutiger Grundschüler fühlt, kann aber versichern, dass weder ich, noch meine Freunde, sich Sorgen um Hausaufgaben gemacht haben.

Das von mir besuchte Gymnasium ist eine Privatschule mit eher wenigen Schülern (6 - 700) und einem recht persönlichen Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern. Im Vergleich zu einigen anderen Schulen waren die Regeln schon recht streng und nicht jeder hat sein Abitur auf Anhieb geschafft (von den 70 Mitschülern, die ich in der 5. Klasse hatte, haben nur 30 mit mir Abitur gemacht).

Dennoch: Ich habe einen Abschluss von 2,3 und muss sagen, dass ich mich nicht daran erinnern kann, jemals wirklich Stress mit Hausaufgaben gehabt zu haben.

An die Unterstufe kann ich mich nur noch schlecht erinnern, weshalb ich dazu keinen Kommentar abgebe. Wo ich mir allerdings sicher bin, ist, dass die Lehrer von Anfang an großen Wert auf die Ausführung der Aufgaben legten. Disziplin wurde großgeschrieben und Ablenkungen nicht toleriert.

In der Mittelstufe gab es schon recht viel auf, doch wurden die Hausaufgaben (dank der Pubertät) eigentlich kollektiv ignoriert oder spät abends/früh morgens/im Bus/in der Pause/im Unterricht erledigt. Stressig war es eigentlich nur, weil man nicht erwischt werden wollte. Soweit ich mich erinnern kann, gehörte ich immerhin zu der „spät abends“-Gruppe.

Ab Sekundarstufe II/Klasse 11 hat das ganze natürlich deutlich angezogen. In Deutsch ein Gedicht interpretieren, in Geschichte einen Text hinsichtlich versteckter Intentionen analysieren, in Bio ein paar verknüpfende Aufgaben bearbeiten und Texte vorbereiten, in Englisch ein paar Kapitel aus „Angela“ zusammenfassen, in Mathe die Haare ausreißen. Da sind letztendlich schon einige Seiten Text (in Deutsch und Geschichte mindestens 3 pro HA) und Stunden an Arbeitsaufwand zusammengekommen. Wer die HAs nicht hatte, konnte in der Unterrichtsstunde bestenfalls eine 4 in der mündlichen Beteiligung erwarten. War das schlimm? Ein wenig. Bin ich in Depressionen versunken? Nope. Sind es andere? Vielleicht. Aber wir hatten einen guten Zusammenhalt im Jahrgang und haben uns gegenseitig geholfen oder in Freistunden andere Lehrer um Rat gefragt. Letztendlich hat jeder, der es bis in die 12. Klasse geschafft hat, auch sein Abitur geschafft.
Wie schon erwähnt, wurden Hausaufgaben an meiner Schule von den Lehrern immer ernst genommen (weshalb es in besagter Mittelstufe auch durchweg Ärger gab).
Allerdings hatte ich in der Oberstufe 2 Lehrer, denen die Hausaufgaben vollkommen egal waren („Ihr seit jetzt erwachsen, das müsst ihr selbst entscheiden“), und bei diesen Lehrern konnte man sehr gut beobachten, dass diejenigen Schüler, die die Hausaufgaben gewissenhaft erledigt haben, deutlich besser abschnitten - unabhängig vom persönlichen Interesse am Fach.

In diesem Zusammenhang kommt es natürlich auf die verschiedenen Lernstrategien an, die zu einem Schüler passen. Meine persönlichen Einschätzungen:

  • Wenn Hausaufgaben dazu benutzt werden, den im Unterricht nicht geschafften Stoff aufzuarbeiten, sind sie meiner Meinung nach nicht unbedingt immer sinnvoll. Die wichtigen Partien des Stoffs sollten unter der Aufsicht der Lehrperson thematisiert werden. Allerdings sehe ich nicht ein, dass der Bildungsauftrag allein an die Lehrer fällt. Hier dürfen Eltern auch gerne ihren Kindern unter die Arme greifen und sie motivieren und unterstützen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass sich der Schüler auf der für ihn geeigneten Schule befindet. Ich kenne viele Eltern, die ihre Kinder trotz Realschulempfehlung auf das Gymnasium geschickt haben. Die meisten haben es nicht in die Oberstufe geschafft (doch einige andere, die auf der Hauptschule begonnen haben, haben sich über Umwege hochgearbeitet).
  • Hausaufgaben sollten dazu verwendet werden, gelerntes Wissen anzuwenden und neue Verknüpfungen im Wissensnetz zu erstellen. Hier ist allerdings problematisch, dass nicht jeder Schüler gleich lernt. Manch einer lernt durch Eselsbrücken, manch anderer durch Wiederholung; der eine kommt aus einer Akademikerfamilie, der andere hat einen Gefängniswärter zum Vater; der eine ist ein Junge, die andere ein Mädchen etc. etc.
    Somit müsste ein Lehrer theoretisch jedem Schüler eine persönliche Aufgabenstellung geben, was natürlich aus vielen Gründen nicht möglich ist.

Ich persönlich kann nicht behaupten, dass mir Hausaufgaben nie geholfen hätten. Zumindest bin ich froh darüber, dass meine Lehrer immer konsequent geblieben sind und uns auch in der Mittelstufe zu Fleiß und Disziplin bewogen haben. Für mich war es die richtige Behandlung.

Da wir in der Uni auch jede Menge Hausaufgaben haben und ich mich noch gut an die Schulzeit erinner geb ich auch mal meinen Senf ab:bg:
Der erste und wichtigste Punkt: Genau wie der Unterricht stehen und fallen die Hausaufgaben mit dem Lehrer. Lehrer die keinen vernünftigen Unterricht machen lassen die Schüler auch gerne Sachen machen die entweder noch nicht durchgenommen wurden oder die dem Schüler nix bringen. Wir hatten da so ein, zwei Kandidaten, da bringt auch zusätzlich lernen nix mehr.
Aber wieder zurück zum Hauptthema. Sind Hausaufgaben sinnvoll? Sicherlich, man wird gezwungen den Stoff zu wiederholen, alles prägt sich besser ein weil man vieles nochmal durchgeht, man bleibt einfach am Ball. Ist in der Uni genauso. Ein Prof meinte mal dass die Leute die die Hausaufgaben immer machen und ihre 50% richtig gelöst haben in den meisten Fällen auch die Klausur schaffen und er hatte recht. Freiwillig würden das die wenigsten machen, ich war ja selbst mal Schüler und freiwillige Aufgaben hatten in der Regel 2-3 Mann von fast 30 :smiley:
Dass Hausaufgaben irgendwo nerven ist verständlich; wenn man schon bis 3 oder länger in der Schule war, es ist schönes Wetter wie heute und man muss sich nochmal 2 Stunden hinsetzen versucht man sich gerne mal davor zu drücken aber was bringt das? Genau wie der Faktor Eltern. Wenn der Unterricht gescheit ist sollte jeder in der Lage sein seine Hausaufgaben alleine zu bewältigen da es meist Wiederholungen vom gelernten Stoff sind. Ich habe auch nie meine Eltern gefragt sondern geschaut dass ich es hinbekam. Problematisch wirds da nur für Leute die nicht ganz so helle sind…aber die Fallen meistens schon in der Schule allgemein durchs Raster.
Man könnte noch stundenlang über das Thema diskutieren aber ich bin der Meinung dass man erstmal das Schulsystem an sich überdenken sollte und da fängt man nicht bei den Hausaufgaben an. Ist natürlich nur meine private Meinung aber na ja…:bg:
Um zum Abschluss zu kommen: Hausaufgaben sollten bleiben, außer es würde durch zusätzlichen Unterricht ersetzt oder durch sowas wie „betreute Hausaufgaben“ wo die Schüler diese noch in der Schule machen und ein Lehrer greifbar ist, das würde zumindest den schwächeren Schülern mehr bringen.

Ich find das ja faszinierend. Eine Person aus der Sozialforschung ist plötzlich der Meinung, sie wüsste über Bildung bescheid. Aha. Bei meinem nächsten Knochenbruch geh ich dann mal zum Tischler. Der kann das bestimmt kleben …
(Und wie komisch, dass der Präsident des Lehrerverbandes (also jmd. aus der Sparte Bildung) was komplett anderes sagt :bg:)

Das Argument, dass Kinder mit beschäftigten Eltern benachteiligt wären, ist so ziemlich der größte Schwachsinn, den ich seit langem gehört habe. Lächerlich sowas. Denn mal im Ernst - man kläre mich bitte auf - : seit wann machen die Eltern eines Kindes dessen Hausaufgaben!? Bzw. seit wann sollen Eltern die Hausaufgaben kontrollieren und berichtigen? Ja richtig, noch nie. Hausaufgaben soll der Schüler alleine machen, grade damit Fehler gemacht, erkannt (sei das noch zu Hause oder erst in der Schule) und dann korrigiert werden. Aber das soll selbstständig passieren. Das (und natürlich der Übungsfaktor) ist/sind der Sinn von Hausaufgaben. Daher: Sie sollen - nein müssen - bleiben.

Ich komme nach den Ferien in die Oberstufe und hatte bis jetzt eigentlich nie Probleme mit den Hausaufgaben. Die einzigen Fächern, in denen wir überhaupt regelmäßig Hausaufgaben bekommen, waren bis jetzt sowieso nur Mathe, Französisch und Physik - was aber auch wiederum an den Lehrern lag.

Wenn ich dann also mal doch Hausaufgaben hatte, konnte ich die ziemlich oft schnell in der Mittagsfreizeit erledigen. Und wenn es dann tatsächlich mal soweit kam, dass ich zu Hause noch welche machen musste, war ich mit denen spätestens nach einer halben Stunde fertig und konnte mich danach mit anderen Dingen beschäftigen, ohne mir die ganze Zeit Gedanken zu machen, ob ich denn jetzt alles richtig gemacht habe.

Und wenn Hausaufgaben tatsächlich solche Depressionen auslösen sollten, wären eh viele gar nicht davon betroffen. In meiner Klasse gibt es (mich eingeschlossen) eigentlich nur fünf Schüler, die die Hausaufgaben auch wirklich machen - der Rest schreibt sie vor dem Unterricht ab oder macht sie gar nicht. Die meisten Lehrer kontrollieren sie ja sowieso nicht.

Auch, wenn ich meine Hausaufgaben regelmäßig mache (was einfach daran liegt, dass ich ein musterhafter Schüler bin :D), muss ich sagen, dass sie mir nicht allzu viel gebracht haben. Meistens sind das nur weitere Übungen zu Themen, die wir schon im Unterricht behandelt haben - das ist natürlich gut zur Vertiefung, aber ich persönlich hätte das Meiste davon auch ohne weitere Übungen gut geschafft.

Von daher ist es mir eigentlich relativ egal, ob Hausaufgaben jetzt abgeschafft werden oder nicht. Sie waren mir bis jetzt nie eine Last, haben mir aber auch nicht wirklich etwas gebracht. Objektiv beurteilen kann ich das nicht, da ich weder zu denen, die ernsthafte Probleme mit Hausaufgaben haben (von deren Existenz ich bis jetzt aber auch noch nicht gehört habe :D), noch zu jenen, denen Hausaufgaben wirklich dabei helfen, den Lernstoff zu vertiefen und zu verstehen, gehöre.

Ich muss da noch was nachschieben zum Thema Depressionen. Meine Ärztin und ziemlich viele andere Quellen im Netz sagen schon seit Jahren dass es nicht mehr Depressionen, psychische Störungen usw werden sondern dass es einfach eher erkannt wird, deshalb eher behandelt wird und nicht mehr SO stigmatisiert ist wie früher so dass die Leute sich nicht mehr ganz so schämen zugeben zu müssen Hilfe zu brauchen. Dass die Zahlen unter diesen Gesichtspunkten steigen ist natürlich klar, ausm Zusammenhang reißen kann man natürlich alles.

@Sepo
Dir viel Spaß inner Oberstufe, da siehts mit den Hausaufgaben dann ein wenig anders aus:bg:

Ich komme nach den Sommerferien auch in die Oberstufe.. aber in einer Waldorfschule (Jaa, ich kann meinen Namen tanzen :bg: )
Hausaufgaben finde ich ganz sinnvoll, um den im Unterricht gelernten Stoff zu wiederholen.
Es kommt nur oft darauf an, welche Hausaufgaben das sind.. bei uns ist das alles ganz gut, meistens brauche ich nur eine halbe Stunde und habe dann so den Stoff kurz nachgehohlt.

Bei einem Freund von mir, der im Gymnasium ist, läuft das aber etwas anders. Er bekommt so viele Hausaufgaben, dass er 3 Stunden am Tag dafür brauchen würde. Was ist die Folge? Er macht sie erst gar nicht. Einer der Klasse macht diese immer und sendet die Hausaufgaben dann alle - diese schreiben dann nur ab. Und wenn nur einer von ca. 30 Schülern die Hausaufgaben machen, hat das einen Sinn? Ich denke nicht.

Noch ein Problem ist auch noch, dass diejenigen, die den Stoff soweit verstanden haben und die Hausaufgaben gar nicht machen müssten, diese eben machen, und die Schüler, die die Wiederholung eigentlich machen müssten, um das zu verstehen, machen die Hausaufgaben nicht.
Das habe ich jetzt schon sooo oft beobachtet. Ob das Sinn macht.. ich weiß ja nicht.

Schwieriges Thema das Ganze. Bin aber der Meinung, dass unser ganzes System (gerade der staatlichen Schulen) geändert werden sollte. Bei Günther Jauch gabs mal vor ein paar Wochen so eine Diskussion.. den, der das alles verändern wollte, habe ich zu 100% zugestimmt. Weiß nicht, vielleicht hat es jemand hier auch gesehen. ^^

Ich bin auch auf einem Gymnasium, und ich habe 3 Fremdsprachen.

Ich bin ein fauler Hengel, ich mache zwar meine Hausaufgaben, aber häufig auch nicht (Mitarbeit 3, Deutsch deswegen 4), ich selber bin ein Gegner der Hausaufgaben. Hausaufgaben sind für mich nur eine Zeitverschwendung weil ich den Stoff in der Schule meist verstehe, und wenn nicht, schaue ich ihn mir nochmals an. (Außer natürlich Griechisch, die Vokabeln sollte man lernen…) Gut, ich muss zugeben, ich mache die Hausaufgaben recht schnell (nach ner Stunde mit allem fertig), aber wehe ich vergesse sie, dann direkt nachsitzen (schon passiert!)

Ich habe eigentlich kein Problem mit Hausaufgaben, aber andere umsomehr. Wenn jemand das nicht versteht, weder in der Schule noch bei den Hausaufgaben, dem bringt das nix. Oder wenn ich mit 40° Fieber im Bett liege, dann bin ich einfach nicht in der Verfassung Hausaufgaben zu machen. Aber auch, wenn ich alle 5 Minuten zum Klo renne und das vollkotze, kann ich nicht Hausaufgaben machen. Und wenn ich dann zurück in der Schule bin, sage, ich habe meine Hausaufgaben nicht machen können „Ja dann rufe ich deine Eltern an und du bekommst eine 6!“

Hausaufgaben sind für mich nur eine Zeitverschwendung weil ich den Stoff in der Schule meist verstehe, und wenn nicht, schaue ich ihn mir nochmals an.
Interessant. Hausaufgaben sind also Zeitverschwendung, selbstständiges Wiederholen von schwierigem Stoff aber nicht? Denn das ich doch grade der Sinn der Hausaufgaben.

Ich habe eigentlich kein Problem mit Hausaufgaben, aber andere umsomehr. Wenn jemand das nicht versteht, weder in der Schule noch bei den Hausaufgaben, dem bringt das nix.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass diese anderen aber wenigstens durch Aufmerksamkeit versuchen, den Stoff zu verstehen. Wenn Schüler, egal ob zu Hause oder im Unterricht, obwohl sie sich bemühen, den Stoff nicht verstehen, dann gehören sie auch nicht auf diese Schule und sollten einen niedrigeren Bildungsabschluss anzielen. So hart das auch klingen mag. Dann hat es doch keinen Zweck, sich da jahrelang zum Abitur zu quälen, nur um dann höchstwahrscheinlich zu scheitern. Diese Problematik hat ja nun aber (meiner Meinung nach) nichts damit zu tun, ob Hausaufgaben sinnvoll oder nich sind, sondern liegt viel mehr daran, dass durch unser semigeniales Bildungssystem viel zu viele junge Schüler aufs Gymnasium geschickt werden, obwohl sie damit überfordert sind.

Oder wenn ich mit 40° Fieber im Bett liege, dann bin ich einfach nicht in der Verfassung Hausaufgaben zu machen. Aber auch, wenn ich alle 5 Minuten zum Klo renne und das vollkotze, kann ich nicht Hausaufgaben machen. Und wenn ich dann zurück in der Schule bin, sage, ich habe meine Hausaufgaben nicht machen können „Ja dann rufe ich deine Eltern an und du bekommst eine 6!“
Was, wie bitte!? Ja natürlich kann niemand, der krank ist, Hausaufgaben machen. Es arbeitet ja auch niemand mit über 40° Körpertemperatur. Trotzdem darf ja aber verlangt werden, dass der verpasste Stoff dann mit der Zeit selbstständig wiederholt wird. Wenn ich in meiner Schulzeit mal länger krank war, habe ich mir Mitschriften meiner Mitschüler geholt und das Wichtige dann eben nachgearbeitet.
Und da kann es natürlich vorkommen, dass man nach seiner Krankheit auch einmal ohne gemachte Hausaufgaben im Unterricht sitzt. Wer das dann aber ohne Entschuldigung der Eltern (solange man nicht volljährig ist, denn ab 18 darf man sich ja selber entschuldigen ^^) tut, hat auch selber Schuld. Was meinst du, wie oft Lehrer zu sagen bekommen, dass jmd. die Hausaufagen nicht hat, weil er/sie krank war und wie oft es tatsächlich der Wahrheit entspricht?

Ist im übrigen ein super Thread und umheimlich interessant über das Thema mal zu diskutieren. :slight_smile:

Ich weiß nicht, wie das bei dir ist, aber an meiner Schule hat man im Krankheitsfall den Lehrer angerufen oder am nächsten Schultag einen Attest mitgebracht. Meine Eltern haben mir auch häufiger eine kurze Notiz für die Lehrer mitgegeben, in der sie meine Arbeitsunfähigkeit bezeugt haben. Das kann doch wirklich kein Problem sein. :ka:

Vor allem tritt ein 40° Fieber nicht plötzlich nur am Nachmittag nach der Schule auf :ugly:

Ich hatte ein der Schule keine Probleme mit den Hausaufgaben vom Umfang her etc. Aber hatte auch welche in denselben Kursen, die viel mehr Zeit dafür gebraucht haben. Einzig bei Aufsätzen in Deutsch würde ich begrüßen, wenn diese nicht als Hausaufgabe aufgegeben werden…konnte die nie zu Hause oder irgendwo schreiben, dass ging nur morgens kurz vorm Unterricht gut.
Denke man sollte da klar unterscheiden. Zum Beispiel in Mathe sollte es ruhig immer Hausaufgaben geben. Schüler die es eh können, haben diese in 20min fertig und den Anderen hilft es. Natürlich müssen die aber auch entsprechende kontrolliert werden…Mein Mathelehrer hat immer zufällig jemand ein die Tafel zu beginn geholt zum Vorrechnen inklusive Erklärung. Folge: Jeder hat immer die Hausaufgaben gemacht und die, die es nicht schafften, konnte ihm dann entsprechend fragen stellen, wo es nicht klappte.

Schüler und Depression, wenn ich das schon wieder lese.:sa: Dabei meine ich ( 8-12 Jahre ) die an einer mittelschweren bis schweren depressiven Verstimmung leiden. In einer 5.Klasse ? Einfach kaum möglich !
Ja , es mag sein, das die Schulen etwas anspruchsvoller geworden sind, dementsprechend die Hausaufgaben. Jedoch gibt es heute viel mehr Möglichkeiten, sie zu bewältigen, a lá Internet&Google. Dabei sollten wir die guten alten Lexika nicht vergessen.
Aber seitdem mir Lehrer sagten " Wir wollen euch damit nicht ärgern" ist doch was wahres dran. Hausaufgaben sind in dem Sinne belastend, da sie viel Freizeit rauben. Jedoch sollen sie allgemeines Wissen fördern, sowie den Unterrichtsstoff festigen. Ja, ich gebe zu manche Themen sind einfach echt überflüssig. Vorallem wenn es sich um keine Schule handelt, die sich auf Themen , wie Biologie etc. richten.

Hausaufgaben sollten nicht abgeschafft werden, aber manche Themen sollte man sich hin und wieder überlegen, wie man diese gestaltet oder in wie weit sie als Selbststudium gelten sollten.

Ohne nun alles gelesen zu haben was andre schrieben.
Wäre dafür allerdings nur wenn man gleichzeitig die Ganztagschule überall einführt und man 1-2 Stunden betreutes wiederholen des Schulstoffes einführt.

Hausaufgaben machen schon Sinn aber kenne es aus meiner Schulzeit falls man doch etwas nicht so ganz kapiert (oder nicht kapieren will :D) dann bringen einen Hausaufgaben auch nichts.

Da wurde nämlich erwähnt, dass Schüler schon in jungen Jahren unter großem Stress stehen und deswegen zum Teil sogar unter Depressionen leiden

Das halte ich für Schwachsinn, wenn man ehrlich ist im vergleich zu anderen Ländern leben Deutsche Schüler in saus und braus und haben sehr viel Freizeit.
Wenn man nach Schweden schaut, da gehts frühestens um 15Uhr nach Hause während se bei uns schon Mittags nach Hause Gurken.

Oder was sollen da zb Chinesen sagen die teilweise von 7-20/21Uhr in der Schule sitzen?

Kann man finde ich leider schwer vergleichen. Gibt leider in Deutschland zu viele verschiedene Systeme…Ich bin zum Beispiel in der Grundschule in den Schulhort gegangen, da war ja auch schon Freizeit+Hausaufgaben dabei und alles erledigt, wenn man dann 16-17Uhr nach Hause ist. Gibt es in Schweden nicht auch hauptsächlich Ganztagsschulen? Da ist wäre ja schon Hausaufgaben- und Freizeit drin. Ähnlich wie in Frankreich, Bekannter hatte auch immer bis 17 Uhr „Schule“, aber dann auch schon gelernt, Hausaufgaben erledigt, Fußball gespielt oder gezockt.

Und China ist auch doch massivst Nachhilfe unterricht dabei oder? Meine da mal was gelesen zu haben drüber. Wobei die ja eh völlige andere Einstellung da haben. (gehen halt lieber zur Schule als in die Fabrik Handys herstellen :-)/ )

Das Problem ist oft eher, dass sogar Eltern mit genügend Zeit einem nicht bei den Hausaufgaben helfen können. Entweder weil der Bildungsstand der Eltern nicht mit der Schulart des Kindes kompatibel ist oder weil sich in der Zwischenzeit so viel geändert hat, dass sich die Eltern selbst erstmal richtig einarbeiten müssen. Oftmals ists da mMn effektiver, wenn ältere Geschwister für Fragen bereit sind (ich konnte meinem jüngeren Bruder häufigschneller helfen als meine Eltern, da ich eben auch viele seiner Lehrer kannte).

Betreutes Wiederholen des Schulstoffes würde aber auch nur einem Teil der Schüler helfen - andere würden vielleicht sogar darunter leiden. Ich habe nie wirklich Hilfe gebraucht und hab am besten alleine vor meinem Schreibtisch gelernt bzw. Hausaufgaben gemacht –> mehr Ruhe. Zudem hab ich oft auch erst am späten Nachmittag mein Zeug gemacht, weil ich mich dann wieder fitter gefühlt hab. Bei solchen Betreuungssachen ist eben immer eine gewisse Unruhe drin, das kannst nicht vermeiden. Zudem „bestraft“ man da eben die Leute, die sowas stört bzw. die es nicht brauchen.
Auf verschiedene Lerntypen wird man da nämlich bestimmt nicht eingehen können und wenn man irgendwas pauschalisiert, dann hat man nichts gewonnen.

Achja, zum Thema: Ich find Hausaufgaben haben schon ihre Daseinsberechtigung - es ist einfach eine gute Übung um den Stoff zu wiederholen. Sogar wer meint, dass er in der Schule alles kapiert hat, kann mMn mit ein paar Aufgaben noch was mitnehmen. Immerhin bleiben Dinge, die man vertieft bzw. wiederholt auch besser im Gedächtnis.

Wirklich Hausaufgaben hatte ich aber nur bis einschließlich zur 9. Klasse (sprich bis zum Ende der Hauptschule). In der Berufsschule hat man dann darauf verzichtet - freiwillige Übungsaufgaben und mehr nicht. Genau so hat man das dann auch in der Berufsoberschule gehandhabt (vergleichbar mit der Oberstufe des Gymnasiums). Pflicht war nichts. Nur wer daheim nix macht, der kann in der nächsten Stunde auch keine gezielten Fragen zum Stoff stellen. Oder man hat dann eben bei der Besprechung von Aufgaben keinen großen Lerneffekt mehr gehabt.

Grundsätzlich hängt der Sinn oder Unsinn von Hausaufgaben aber immer auch n wenig vom Lehrer ab. Es muss ein richtiges Maß gefunden werden, denn zu viel ist manchmal ebenso schlecht wie zu wenig. Genauso sollte man es vor allem in den höheren Klassen nicht mehr so eng sehen. Irgendwann müssen die Schüler ja selbstständig wissen was gut für sie ist. Und wenn jemand meint er schaffts ohne Übung zu Hause - warum nicht? Ich hab in den letzten Jahren z.B. auch manchmal nur die Hälfte der Aufgaben in Mathe gemacht. Andere dagegen alles, wieder andere nichts. Probleme gabs deswegen nie.