Samaria – Kindsprostitutions-Drama aus Korea

Ich weiss nicht, wie vielen von euch der koreanische Filmemacher Ki-duk Kim gehörig ist. Er ist nicht berühmt, und ich kannte ihn eigentlich auch nicht. Dieses Jahr wurde im Kino einer seiner Filme gezeigt, ich sah nur die Vorschau des Filmes. Bin-Jip heisst der Film, in dem ein junger Mann Einbrüche begeht, aber nicht um Dinge aus den Wohnungen und Häusern zu entfernen, sondern um dort eine Nacht zu verbringen, oder zwei, oder drei.
Zu Bin-Jip: http://www.nordbayern.de/filmkritik.asp?art=379935&man=3

Vor langer Zeit lass ich im SPIEGEL-Magazin mal etwas über einen koreanischen Film, kann mich aber nur noch an eines der Bilder erinnern. Zu meiner Überraschung läuft genau dieser Film seit Donnerstag in den Schweizer Kinos. Und zur zweiten Überraschung stammt der Film von Ki-Duk Kim.

Aber hier geht es um den Film Samaria. Zum Trailer:
http://www.cineman.ch/movie/trailer/9238/trailermed1.mov

Zur Geschichte oder zum Film selber werde ich nichts sagen, da ich den Film noch nicht gesehen habe. Werde ihn morgen anschauen gehen (auch Sin City, welchen ich aber schon kenne).

Auch Outnow.ch hat der Film eigentlich eine sehr gute Bewertung erhalten:
http://www.outnow.ch/Movies/2004/Samaria/

Auch in der 20Minuten bekam der Film eine sehr gute Bewertung:
„Nach Bin-jip überrascht der koreanische Regisseur Kim Ki-duk mit einem stilleren, aber nicht weniger faszinierendem Jugenddrama zum Tabuthema Kinderprostitution.“

Im Blick wurde der Film sogar als „Film der Woche“ gepriesen (Achtung: Im Artikel etwas Spoiler):
„…am Schluss bleiben nur Verlierer zurück.“

Werde euch dann berichten, ob der Film das Kinoticket wert ist oder nicht.

Zur Story (ohne Spoiler):
Zwei Mädchen, noch nicht 18 Jahre alt, gehen auf eine Schule in Korea, und verdienen sich ihr Geld auf eine verbotene Weise. Das eine Schulmädchen arrangiert zwar die Treffen, spricht mit Freiern mit dem Mobilphon, um Zeit, Ort, Preis und Datum abzumachen, oder zeigt sich auch mal vor der Kamera, sie aber geht nicht mit den Freiern mit. Sondern ihre aller beste und wohl einzige Busenfreundin. Ihr gefällt der Sex mit den Männern, spricht immer mit ihnen. Die beiden wollen so Geld für eine Reise zusammenbekommen. Yeo-Jin ist aber nicht nur für die Administration zuständig, sondern sie passt, während Jae-Young sich mit den Freiern vergnügt, auch auf Polizeikontrollen auf, und warnt ihre Freundin, wenn sich Polizisten nähern. Jae-Young hat wirklich Spass daran, und findet Gefallen am Sex, aber Yeo-Jin, ihr Vater ist ein Polizist, ihre Mutter ist tot, sieht es nicht gerne, was ihre Freundin da eigentlich tut.
Und dann kommt es, wie es kommen muss: Während Jae-Young mit einem Freier schläft, gelingt es einigen Polizisten, über die Feuerleiter ins Hotel zu gelangen, und Jae-Young sitzt in der Falle. Yeo-Jin, die vor dem Hotel steht, weiss nicht, was sie tun soll, da springt ihre beste Freundin, obwohl Polizei sowie sie ihr zurufen, nicht zu springen, nur in Unterwäsche bekleidet aus dem Fenster und schlägt hart auf dem Boden auf.
Weinend bringt Yeo-Jin ihre blutüberströmte Freundin ins Krankenhaus, dort erliegt das Mädchen ihren Verletzungen. Yeo-Jin erlebt den Tod aber nicht mit, denn die macht sich auf die Suche nach einem der letzten Freier ihrer Freundin. Jae-Young bat sie, ihn über ihren Todeskampf zu informieren. Doch dieses fiese Arsch willigt erst ein, nachdem er mit Yeo-Jin Sex hat. Sie verliert ihre Unschuld, nur, damit der Mann mit ins Spital geht, um Jae-Young nochmals zu sehen, bevor sie stirbt. Der Mann lässt sich aber viel Zeit, ihm ist Jae-Young wohl nichts Wert, und als sie am Spitaleingang die Leiche von Jae-Young sehen, bricht Yeo-Jin in Tränen aus, dem Mann ist das sichtlich egal.
Darum macht es sich die zierliche Yeo-Jin nun zum Ziel, alle Männer zu treffen, die im Laufe der Zeit Sex mit ihrer toten Freundin hatten, um ihnen das ganze Geld zurück zu zahlen. Und das macht sie nur, um ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihrer aller besten und einzigen Freundin, die nun tot ist, zu erleichtern.
Doch ihr Vater, der Herr Kommissar, der hart gegen die Jugendprostitution vorgeht, entdeckt bei einem Fall plötzlich, was sein kleines, nettes und unschuldiges Mädchen so treibt. Er ist ausser sich, und ihre Freier werde es nicht mehr schlecht haben…

Kommentar (etwas Spoiler):
Der Film ist einfach grandios, sehr traurig und extrem rührend. Es gab mehr als eine Stelle im Film, an denen ich fast heulen musste. Der Sound tut sein übriges dazu. Die Darsteller sind einsame Spitze, ob es nun die beiden Mädchen, ihr Vater oder die Freier sind. Der Film zeigt die Probleme ganz klar, aber die Mädchen, bzw. Jae-Young wird nicht zum Sex mit den Männern gezwungen, sie tut es einfach. Sie macht sich selber zur Nutte, und ihre Freundin, die dafür nichts übrig hat, gerät nach ihrem Tod in die Schuldgefühle, und prostituiert sich selber. Traurig, und niemand weiss es. Niemand weiss, oder wird im Film die traurige Vorgeschichte erfahren. Ihr Vater weiss nicht, warum seine Tochter etwas tut, dass ihr nicht Spass macht. Vielleicht hätte er es verstanden, wenn er mit ihr ein normales Gespräch angefangen hätte?
Es gibt keine Sex-Szenen zu sehen, doch wird dem Zuschauer gezeigt, dass viele Männer pädophile Neigungen haben, oder zumindest Spass am Sex mit Jugendlichen Mädchen. Die Nachfrage scheint auf jeden Fall vorhanden zu sein, dass merkt man schon zu Beginn des Filmes, als Yeo-Jin als „Schulmädchen“ eingeloggt mit dem „Geilen Typen“ einen Termin abmacht. Er fragt: „Ihr seid doch nicht von der Polizei?“ Und sie: „Wenn du es nicht bist, sind wir es auch nicht.“ Die beiden Mädchen scheinen nur sich zu haben, keine anderen Freunde, keine Familie oder andere Hobbys. Immer wieder werden sie nackt gezeigt, in der Dusche, und sie waschen sich, und reden mit einander. Sie lieben sich. Die eine würde für die andere alles tun, und dann stirbt sie vor ihren Augen. Ihr Tod, der Sprung aus dem Fenster und alles ist krass traurig gemacht.
Der Vater kann es nicht glauben. Er flippt aus, stellt seine Tochter, die er abends in ihrem Bettchen betrachtet, nicht zur Rede, aber es belastet ihn extrem. Er vernachlässigt sich, flippt bei seinen Freunden aus, geht nicht mehr zum Job, erzählt seiner Tochter keine Geschichten mehr, rasiert sich nicht. Aber er kennt natürlich den Grund nicht, warum seine Tochter so was tut. Er weiss nicht, warum seine Tochter, die scheinbar glücklich ist, abends weint. Die Wut wird immer stärker, und immer stärker geht er auch gegen die Freier seiner Tochter vor. Er spricht sie vor dem Hotel an, zerbricht Glasflaschen, droht ihnen, wirft ihre Handys weg. Er versperrt ihnen nach dem Akt mit dem Wagen den Weg, gibt ihnen Ohrfeigen, beschimpft sie, und die Männer gehen, wortlos, und in voller Schande. „Was denkst du wer ich bin?“ Der Vater? Die Freier verstehen es irgendwie. Einem zerwirft er den Wagen mit Steinen, einer, der kein grosses Selbstbewusstsein besitzt. Diesen Mann wird er an den Prager stellen, der ist genau richtig. Er fährt ihm nach, und der Mann scheint zu wissen warum, entschuldigt sich, und geht dann in das Hochhaus, zu seiner Familie an den Abendtisch. Der Kommissar, so wütend wie noch nie, geht ebenfalls hoch, läutet, wird eingelassen (von der Tochter des Mannes), und fängt den Mann am Essenstisch vor der Frau, dem kleinen Sohn, der Grossmutter und der Tochter, an zu schlagen. Nicht fest, nur Ohrfeigen. Der Mann schaut runter auf sein Teller, kann keinem in die Augen sehen, er wert sich nicht. Der Kommissar tut es immer wieder und dann sagt er es: „Schämst du dich eigentlich nicht? Schläfst (oder fickst, weiss es nicht mehr genau) mit Mädchen, die jünger sind als deine Tochter!“.

Dann geht der Kommissar, er hat den Mann in Ruhe gelassen, doch dieser sitzt nun schweigend am Abendtisch, beschämt und misstrauisch beäugt von seiner ganzen Familie („Warum hast du dich nicht gewehrt, warum hast du dir das gefallen lassen?“).

Man sieht eigentlich nicht viele brutale Szenen. Der Kommissar steigt in seinen Wagen, dann sieht man, wie der Familienvater auf den Balkon geht, dann hört man, wie etwas auf den Bürgersteig schlägt, die Brille liegt zerbrochen da, Blut läuft auf die Strasse. Der pädophile Mann hat Selbstmord gemacht, was wollte er anders tun? Seine geheime und verbotene Leidenschaft für verdammt junge Mädchen wurde am Essenstisch vor allen genannt. Wie kann er da seiner Frau, oder seiner jungen Tochter noch in die Augen schauen? Wenn Erklärungen nichts mehr nützten, hilft nur noch der Tod. Es würden vermutlich viele so handeln…

Nachdem der Kommissar dann aber zu weit geht, und den letzten Freier seiner Tochter, die immer noch nicht die geringste Ahnung hat, dass er für die Missgeschichte verantwortlich ist, tötet, wandelt er sich. Er ist jetzt wieder ganz der alte, macht mit ihr einen Ausflug zum Grab der Mutter am Arsch der Welt (lange lange Autofahrt). Doch dies gehört schon zum Ende, schon geplant. Dann kommt das Ende, was sich zum Glück als Traum herausstellt, und danach kommt aber ein nicht weniger traurigeres Ende. Wirklich traurig, kann euch den Film nur empfehlen!

hab jetzt den kommentar nicht ganz gelesen, aber bist du sicher das du dich da nicht vertippt hast?

Er ist ausser sich, und ihre Freier werde es nicht mehr schlecht haben…

Glaub kaum der ein Polizist der gegen Päderastie ist, es den Freiern „nicht mehr schlecht“ gehen lässt ^^

liest sich ziemlich interessant, werde mir denn evtl. mal angucken gehen !

Läuft der Film denn in den großen Kinoketten oder nur in Indipendened Kinos?

Original von Rene
Läuft der Film denn in den großen Kinoketten oder nur in Indipendened Kinos?

wa schon lange im kino

mfg

Original von Legolas
hab jetzt den kommentar nicht ganz gelesen, aber bist du sicher das du dich da nicht vertippt hast?

[QUOTE]Er ist ausser sich, und ihre Freier werde es nicht mehr schlecht haben…

Glaub kaum der ein Polizist der gegen Päderastie ist, es den Freiern „nicht mehr schlecht“ gehen lässt ^[1]
Ja, das war ein Fehler. Aber vertippt habe ich mich nicht, sondern das ist ein Flüchtigkeitsfehler, denn ich glaube, am Anfang hatte ich den Satz richtig geschrieben, ihn dann aber nochmals geändert (du siehst, der Beitrag wurde einige Male geändert). Und das war am Abend, hatte nicht mehr viel Zeit, um alles nochmals durchzulesen.

Original von DAZsound
liest sich ziemlich interessant, werde mir denn evtl. mal angucken gehen !

Das wird vermutlich nicht so einfach sein, da der Bericht im SPIEGEL, welchen ich im Eröffnungsbeitrag erwähne, schon sehr alt ist. Soll heissen, der Film ist in Deutschland (Flek bestätigt dies ja auch) schon längst in den Kinos angelaufen. Das Review auf www.outnow.ch gibt es auch schon sehr lange. Doch der Film kam eben erst jetzt in der Schweiz in die Kinos.

Original von Rene
Läuft der Film denn in den großen Kinoketten oder nur in Indipendened Kinos?

Bei uns läuft er nicht in den grossen Kinoketten. Wie auch schon zuvor z. B. Woodsman oder Osama ist der Film in einem kleinen, unbekannten Kino gelaufen, und dort habe ich diese Filme auch angesehen. Wird wohl in Deutschland ähnlich gewesen sein.

Ich hoffe, dass der Film bald auf DVD veröffentlicht wird, da er ja schon seit längerer Zeit zumindest in Deutschland im Kino gelaufen ist.


  1. /quote ↩︎

@indrid

dar wir bei areaps2.de auch dvd muster von rem [dem vertieb von samaria etc. ] bekommen hiermal die mail von vorgestern oder so :

Liebe Presse,
rapid eye movies HE veröffentlicht am 04.10.2005 SAMARIA von Kim Ki-Duk auf DVD.
Detailierte Informationen entnehmen Sie bitte der angehängten Pressemitteilung.

hab die mail aber mal ein wenig gekürtzt

mfg

Hab dehn Film gerade auf dvd gesehen und ich muß sagen - ich bin ein wenig entäuscht. Er hat mir nicht so gut gefallen wie ich es erwartet hatte und alles in allem wa er mir dan doch ne ecke zu unstimungsvoll. Richtige Atmosphäre kahm nicht auf - Schade !

Ich weiß nicht ob er mir wirklich nicht gefallen hat oder ob es nur an meiner stimmung lag [wa etwas müde] - werde ihn mir nochmal ansehen und dan ein urteil abgeben. Aber bis jetzt bin ich alles andere als überzeugt und mein fest geplanter kauf ist erstmal „außer kraft“ gesetzt.

mfg

achja@indrid
die dvd wird wie gesagt am 4 okt. erscheinen unzwar in einem Digi Pack + Schuber mit Poster als extras sind nen Making Off, die Pressekonferenz zum Film von der Berlinale, der Kino Trailer sowie eine „hidden FeatureS“ vorhanden

achja@indrid
die dvd wird wie gesagt am 4 okt. erscheinen unzwar in einem Digi Pack + Schuber mit Poster als extras sind nen Making Off, die Pressekonferenz zum Film von der Berlinale, der Kino Trailer sowie eine „hidden FeatureS“ vorhanden

Danke für die Infos.

@Flek
Kannst du in Erfahrung bringen, warum bisher kein einziges Geschäft in der Schweiz kein einziges Exemplar dieser DVD erhalten hat? Sollte doch am 4. Oktober erscheinen, und in der Zeitung wurde schon mässig davon berichtet, aber die DVD gibt´s bisher in der Schweiz nicht. Ist das eine Verspätung der Lieferung oder was?

Richtige Atmosphäre kahm nicht auf - Schade !

joa, ich dnek genauso, hab eigentlich den film ausgeliehen, um mal wieder kräftig einen zu schrubben, aber das wurd wohl nix .. scheiss film!

Original von 1337

[QUOTE]Richtige Atmosphäre kahm nicht auf - Schade !

joa, ich dnek genauso, hab eigentlich den film ausgeliehen, um mal wieder kräftig einen zu schrubben, aber das wurd wohl nix .. scheiss film![/quote]

Jope und leute wie dich braucht man in diesem forum nicht ! Hoffe du wirst gebant - ich meld dich schonmal. Davon abgesehen glaub ich kaum das der film was für leute wie dich ist - geh lieber agro hören … :ar:

@indrid
nein tut mir leid - keine ahnung warum hab ihn alerdings hier auch noch nich im laden gesehen und bei amazon ist er lieferbar in ~2 wochen - würde auf lieferschwirigkeiten tippen

Also diverse Läden in der Stadt wissen von dem Film nichts, eine grosse Videothek sagt, dass sie Filme von Rapid Eye Movies HE nicht einfach so bekommen, weil die ein sehr kleines und unbekanntes Label seien, man müsse die Titel extra anfordern.

Bei einem anderen Geschäft sagte man mir, es gäbe Probleme mit der Lieferung, bisher ist kein einziges Exemplar in die Schweiz geliefert worden, obschon man Anfang Woche beretis Werbung für die DVD gemacht hatte (siehe Anhang).

Auf www.cede.ch ist der Film bestellbar, fragt sich nur, ob er dann auch wirklich ankommt… Die Seite http://www.laserzone.ch hat die deutsche DVD gar nicht im Angebot, und auf der Seite http://www.1a-dvdshop.ch/Default.asp?idlnk=2979393 steht nun beim Film „versandfähig“, zu Beginn der Woche war die Rede einer Verspätung. Gehe mal morgen in die Stadt, wenn es den Film nicht gibt, schicke ich mal eine Mail an einen dieser Onlineshops.

Jau REM ist „relativ“ klein aber nen gutes label wens um asiatische filme geht [bei weitem besser als ems und co.] > wen alles nichts hilft entfehle ich dir im forum von www.hkfilmweb.de nachzufragen wo man dehn bei euch bekommt > die haben nen berreich nur für REM der auch von REM Mitarbeitern moderiert wird.

mfg

Habe die DVD gerade in einem Geschäft gesehen und gekauft.