Sony kauft Gaikai

Gaikai, das kalifornische Unternehmen mit der Cloud-Gaming-Lösung, wurde heute von Sony für schlappe 380 Millionen $ aufgekauft. Damit haben sich die ersten Gerüchte gegen Ende Mai also bewahrheitet.

Cloud-Gaming ist hier in Europa noch nicht so wirklich auf dem Vormarsch. In den Vereinigten Staaten kann man inzwischen neben Gaikai auch noch OnLive nutzen, in Europa sind beide Dienstleister bislang nur für Großbritannien freigeschalten.

Was darf man nun von der Verbindung von Gaikai und Sony halten?

  • Der Großkonzern Sony liegt mit 1,2 Milliarden $ in der Kreide und kauft nebenbei einfach mal so für 380 Millionen $ ein komplettes Unternehmen? Ich hoffe für Sony, dass es sich irgendwann auszahlt.

  • Zockt sich Sony damit selbst ab? Sony lebt u.a. vom Software-Verkauf. Wenn Sony sich dazu entscheidet auch neue Titel über Gaikai anzubieten, müsste doch Sonys Software-Verkauf massiv darunter leiden? Bislang fährt man zwar mit dem unglaublich günstigen PSN+ eine ähnliche Schiene, allerdings wird Gaikai sicherlich nicht ähnlich günstig werden. Die Strategie hierzu ist mir ein Rätsel.

  • Cloud-Gaming erfordert permanente Online-Verbindung. Manchen mag das nun noch ein Dorn im Auge sein, eine stabile und schnelle Internetverbindung ist heute jedoch keine Rarität mehr.

  • Retro ade. Cloud-Gaming kann der der absolute „Retro-Killer“ werden. Es ist zwar noch ein unbeschriebenes Blatt, aber schon oft wurde bei Gaikai oder OnLive das Haupt-Gegenargument gebracht, dass man nicht mehr die Möglichkeit habe Titel zu spielen, wenn besagte Dienstleister die Titel von Server nehmen. Wenn sich ein Titel nicht oft genug verkauft oder ein bestimmtes Alter erreicht hat, um dessen permanente Live-Schaltung auf den Servern zu gerecht fertigen, wird wohl der gesamte Dienst zum besagten Titel abgeschaltet. Bislang kennt man dies nur bei Multiplayer-Titeln und deren Server, hierbei sprechen wir aber von dem kompletten Spiel, ergo auch der Singleplayer-Kampagne. .:-/