Spielsucht

Ich weiß nicht, warum ich das alles geschrieben habe. Irgendwie hat es auch keinen richtigen Zusammenhang, ich denke ich musste es mir einfach mal von der Seele schreiben. Und mich würde interessieren, ob es euch auch so geht.

In diesem Spiel soll es nicht um die potentiellen Amokläufer gehen, die sich 24/7 mit CS und Cola in ihrem Zimmer verschotten, sondern um den ganz normalen Durchschnittstypen, der nach der Arbeit/Schule lieber eine Runde zockt, als etwas mit Freunden etwas zu unternehmen.

Bemerkt ihr dieses Verhalten öfter an euch? Mir ist es schon oft aufgefallen, als ich abends allein zu hause saß anstatt mit anderen wegzugehen, oder Sport zu machen, zu lernen, irgendwas das ich mir vorgenommen hatte. Danach und manchmal auch währenddessen habe ich mich immer über die verlorene Zeit geärgert und doch hab ich’s am nächsten Tag wieder gemacht (ähnlich wie der Alkoholiker den nach jedem Tag mit Alkohol die Reue plagt und der am nächsten doch wieder trinkt). Mir war immer klar dass ich viel spiele, aber Spielsucht? Das hört man doch immer nur in den Medien, das gibt’s doch gar nicht.

Es dauert ganz schön lange bis einem klar wird, dass das eigene Verhalten in jedem Aspekt einer Sucht entspricht. Schlechte Laune bei Entzug, Unkonzentriertheit bei anderen Dingen etc. einfach der ständige Zwang jetzt doch wieder den Controller in die Hand zu nehmen.

Als kleines Kind hatte ich nicht viele Freunde und ich bin ein Einzelkind. Meine Eltern waren, auch wenn sie es nicht zugeben wollten, eigentlich ganz froh, wenn ich mich mit meiner Konsole beschäftigte. Damals hatte ich noch nicht so viele Spiele und schon gar keine endlosen Onlinespiele, irgendwann waren sie also uninteressant und ich habe mich anderen Dingen zugewandt. Irgendwann kam Wolfenstein:ET als F2P auf den PC. Das Spiel war cool, dort war ich in einem Clan, kannte die Leute, wurde immer besser und bekam Respekt von Personen, die ich gar nicht kannte. Ich war zwar auch im RL in einer Clique, allerdings recht weit unten in der Hackordnung, da kam mir die Anerkennung aus dem Spiel gerade recht - ich spielte bis in die Nacht, war am nächsten Tag müde und genervt. Nach etwa 3-5 Jahren Enemy Territory fand ich wieder zu den Konsolen zurück.
Konsolen die als Kind mein bester Spielpartner waren und das Beste: Jetzt konnte ich mir so viele Spiele leisten, wie ich wollte. Mit der Zeit wurde mein Backlog immer größer, mit dem ständigen Zwang alles nachzuholen, immer mehr zu spielen. Das nächste Spiel war immer schon mit der Post unterwegs und das alte musste beendet werden. Spätestens hier sollte klar werden: Das ist kein Spiel mehr, das ist zwanghaftes Verhalten, purer Stress.

Versteht mich nicht falsch. Ich war immernoch gut in der Schule, in einer festen Beziehung, eigentlich lief alles ganz gut. Nur trieb mich irgendeine innere Kraft dazu, bei JEDER Gelegenheit zu zocken. Mittlerweile hatte ich eine eigene Wohnung, die kaum geputzt wurde, Bücher wurden immer weniger gelesen, Hobbies vernachlässigt, bis ich gar nicht mehr ins Training bin. Im Studium und mit der Freundin lief alles noch gut, und solange noch irgendwas läuft, denkt man nicht daran etwas zu ändern. Ach, ich konnte gar nichts ändern, ich hatte für die Spiele ja bezahlt, also mussten sie auch gespielt werden. Und am nächsten Tag war wieder irgendein Angebot für ein Spiel so gut, dass ich nicht nein sagen konnte.

Der ständige Reiz immer mehr, günstigerer Spiele (irgendwann reicht die anfängliche Dosis bei einer Sucht eben nicht mehr aus) trieb mich irgendwann zu Steam und auf Steam lauerte Team Fortress 2. Im Prinzip Enemy Territory im Comic-Stil und mit sammelbaren Items. Jetzt war alles aus. Als letztes Hobby wurde das Fitnessstudio aufgegeben, dafür war keine Zeit mehr, ich musste ja nach 9 Stunden im Geschäft noch Waffen und Hüte für Team Fortress sammeln und mal bei der Freundin vorbeischauen (was immer mehr zur Last wurde, da ich schnell wieder heim musste zum Zocken).

Und jetzt? Jetzt ist heute abend um 23 Uhr. Ich möchte mich nicht mehr so von irgendwelchen doofen Spielen unter Stress setzen lassen. Ich habe erkannt, dass ich ein Problem habe.
Jetzt wird erstmal im großen Stil deinstalliert und gehofft, dass ich möglichst lange durchhalte ohne rückfällig zu werden. Ich möchte wieder Zeit haben um mit meiner Freundin wegzugehen (ich bin schon froh, dass sie sich noch nicht von mir getrennt hat, obwohl ich bei ihr in letzter Zeit nur 1-2 Stunden lustlos vorm TV rumgehangen bin, bis „das endlich erledigt war“ und ich wieder zum Zocken heimfuhr), ich will endlich Zeit haben Japanisch zu lernen. Ich möchte wieder Bücher lesen. Und vorallem will ich wieder Sport machen - mein Rücken bringt mich ohne Sport vom Bürojob um, und die 3 Etagen zur Kantine komm ich ohne zu schnaufen nicht mehr zu fuß nach oben.

Ok, wie eingangs geschrieben, ich weiß nicht warum ich euch damit belästige. Ich muss nur irgendwo festhalten, dass ich zumindest mal das Problem erkannt habe. Man sagt ja immer, das sei der erste Schritt.


Nicht wayne !
Das ist ein super Thema wie ich finde.
Und auch ne Gelegenheit mal sein eigenes Handeln etwas distanzierter zu betrachten.

Kenne ich sehr gut.

Aber das ist bei meinen Hobbies generell so.
Ich zocke gerne, gucke Anime und Serien, chatten etc. Kann man alles schoen praktisch zuhause auf dem Sessel machen, man muss nicht wegfahren und meistens nervt einen keiner dabei.
Also alles in allem super.

Aber auch ich habe dann immer (eigentlich dann danach, wenns ins Bettchen geht) die ganzen Gedanken.. "Was hab ich jetzt den ganzen Abend/Tag/Wochenende eigentlich gemacht ? Wieder nur vorm TV/Notebook gesessen und das wars.
Andererseits bin ich schon alleine vom Gedanken ans Weggehen genervt.

  1. Gibts bei mir nichts wirkliches (kleines Kackdorf)
  2. Sind eigentlich alle Freunde (was auch „nur“ meistens Schulkammeraden sind/waren) irgendwo weiter weg mitllerweile.
  3. Abends nach der Arbeit noch weg ? neeee..zu stressig.
    Klar geh ich ab und zu mal auch mit den Eltern weg nen Cafe trinken oder zu irgendwelchen Events, aber das ist auch meistens immer so muehsam bis man sich erstmal uberwunden hat.
    Und dann darf natuerlich das Smartphone in der Hosentasche nicht fehlen.

Ich sehs ja eigentlich auch ein, dass ich suechtig bin. Nur bin ich auch zu bequem was daran zu aendern. -> Stress = kein Bock.

Mh, ja dafür bin ich meistens auch zu müde, aber wenigstens was anderes könnte man ja machen. Hausarbeit, was neues lernen, Hobbies etc.
Und dann am WE halt was unternehmen. :slight_smile:

Nur bin ich auch zu bequem was daran zu aendern. -> Stress = kein Bock.

Ich versuche immer mit dem Zocken dem Stress aus dem Weg zu gehen, mache dadurch aber eigentlich alles nur noch schlimmer, weil sich die Arbeiten die zu erledigen sind dadurch anhäufen. -> Teufelskreis

Ich kann McRib’s Punkte auch nur so unterstreichen. Freunde habe ich keine, somit auch keinen Grund irgendwie wegzugehen. Allzu gern bin ich auch nicht immer um Menschen rum - ab und zu mal weggehen was Essen oder so ist in Ordnung aber Party machen etc. ist bei mir nicht drinnen.

Nach der Schule/Arbeit bin ich froh zu Hause zu sein, weg von all den Menschen und endlich meine Ruhe zu haben (meine Arbeit umfasst Kundschaft und nach einem langen Tag will man für den Rest des Tages keine Seele mehr sehen), dann zocke ich halt gerne. Ich kann zwar nicht lange am Stück zocken, aber generell spiele ich sehr viel, auch mehrere Stunden am Tag wenn’s hinkommt - zwar seltener aber es kommt vor.

Großartig Hobbies habe ich keine außer Fremdsprachen zu lernen, dann steht halt Zocken auf der Tagesordnung. Wenn’s Spaß macht, warum eigentlich nicht? Für mich gibt’s nichts schöneres als gemütlich zu Hause zu sitzen und einfach drauf loszudaddeln.

Kurzum: Ich bin süchtig aber nicht bis zu dem Punkt, dass ich ständig nach einem Controller sehne. Und wenn ich ehrlich bin, wenn ich mir so die heutige Welt ansehe, bin ich froh so zu sein. :S Mich stört’s nicht und wenn andere anders denken, Pech gehabt.

Ich könnte zu diesem Thema auch einen Roman schreiben, aber ich lass das mal
5 Jahre Nintendo Clangaming und da gab es mehrere Phasen wo es in die Sucht ging
Trainieren um besser zu werden, um gegnerische Clans zu besiegen
Momentan habe ich so eine Phase in der ich meist zocke, wenn ich nicht gerade arbeiten muss
Ich komme auf die kranke Zahl von 46 Clanwars in diesem Monat und einer geht meist um die 60 Minuten
Ich kann so gut wie jedes wi-fi fähiges Nintendo Game auf hohem Niveau spielen und gehöre zu einigen auch Deutschlandweit zu den Besten, aber eigentlich bringt das einem im Leben auch nicht weiter
Naja man lernt coole Leute kennen und was gewinnen tut man auch mal, ich bereue da ja nichts, aber momentan übertreibe ich es extrem
Hat sicher auch was damit zu tun, dass mir viel Kacke passiert ist dieses Jahr und die Trennung mit meiner Freundin vor 2 Monaten den Rest gegeben hat
Nun habe ich mich wieder extremst zurückgezogen und versuche durch diese Ebene den Schmerz besser zu verkraften
Auf meinen Clan bin ich aber stolz, er gehört nicht umsonst weltweit zu den erfolgreichsten im Nintendo Business x)

Doch etwas viel geschrieben, aber ich könnte da echt noch viel mehr zu posten

Das Verhalten stelle ich in letzter Zeit bei mir vermehrt fest, aber das ist vermutlich meine Art, meinen Frust von der Ausbildung zu kompensieren - bevor ich anfange zu fressen, trinken oder sonst was, kompensiere ich meinen Ärger wegen meiner Ausbildung ins Zocken, was mir aber im Nachhinein dann lästig wird, weil meine wertvolle Zeit verloren geht.
Das beste Beispiel: Gestern. Wunderschönes Wetter. Erster Tag mal wieder ganzen Tag zuhause. Ganzen Vormittag gezockt, nichts auf die Reihe bekommen. Nachmittags - Eltern im Schrebergarten, ich zu Hause, Zimmer umräumen. Und das aus der Verzweiflung heraus, weil die Konsole „mich ruft“.
Zum einen Teil spiele ich wirklich, um mich abzulenken - aber mittlerweile merke ich selber, dass das Ganze die Oberhand gewinnt und ich davon meinen Tagesablauf abhängig mache, was nicht gut ist. Außerdem warte ich noch zwei, vielleicht drei Monate, dann werde ich nämlich doof schauen, wenn ich merke, dass am 05. des Monats kein Geld mehr da ist - weil ich mir Videospiele kaufen muss. .:-/:ar:

Man merkt das zum einen Teil garnicht, weil man sich denkt: „Mein Gott, die eine Stunde, sagt doch keiner was!“, wenn man hört, dass andere ganze Nächte lang wach bleiben, weil sie irgendwas questen, keine Ahnung. Aber erst nach einem Frontalaufprall merkt man, was für eine Scheiße man eigentlich baut.
Ich selber habe mir gestern Abend, als ich fertig war mit allem, total leid getan - anstatt das Wetter zu genießen, hocke ich zu Hause und muss wegen Videospielen drunter leiden. Aber das merke ich auch unter der Woche: Ich bin morgen um 7 Uhr ausm Haus und bin um 17 Uhr meist wieder da. 10 Stunden vom Tag verloren. Zu Hause - was machen wir? Man beklagt sich, einkaufen zu fahren, weil man nicht zuhause bleiben kann und Videospiele zocken kann. Mittlerweile finde ich mich zutiefst erbärmlich, dass ich so sehr darüber jammere, nicht spielen zu können.

Gelegenheitszocker sind unter Umständen etwas angenehmer als jene, die abends um 20 Uhr den PC starten und morgens um 8 Uhr erst wieder ausschalten. Aber Gelegenheitszocker sind eher davon betroffen an sozialer Isolation zu erleiden, weil ihr normaler Tagesablauf dadurch abzusacken droht, dass sie den Anschluss an das Spielen zu verlieren glauben.

Aber ob es jetzt eine Sucht ist… Ich weiß es nicht. Ich persönlich würde mich als videospielsüchtig beschreiben, ja. Aber nicht von der Sorte, die WoW, LoL, ABC und XYZ und wie die ganz Dinger heißen. Ich stehe dazu, dass ich viel zu oft meine Zeit damit verschleuder und verschwende, zu zocken, als mal irgendwas zu unternehmen. Soziale Isoaltion, ich komme?! Traurig. :frowning:

Ich find’s erstaunlich, wie offen ich mich selber mit dem Thema reflektiere. Und ich muss feststellen: Spaß macht die ganze Scheiße garnicht mehr. Irgendwas stimmt momentan sowie nicht mit mir, weswegen ich an der Stelle mal ein „Danke!“ aussprechen möchte für das nette Thema. :wink:

Und ich muss feststellen: Spaß macht die ganze Scheiße garnicht mehr.

Genau das habe ich vor ein paar Tagen auch gemerkt, als ich mich gefragt habe, wann Spielen eigentlich zu Arbeit wurde. Arbeit die erledigt werden musste, um den Anschluss an neue Releases oder Ingame-Items nicht zu verpassen. :o

Exakt das passiert mir auch, auch wenn ich es unterschwellig angeschnitten hatte eben.

Ich bin glücklich darüber, meinen Kaufzwang momentan auf eine Konsole runterzuschrauben, da ich finde, dass ich dann wirklich in der Armut landen würde.
Eigentlich geplant hatte ich noch, mir die PlayStation Vita sowie die Wii U zu holen. Letztenendes hat mein gesunder Menschenverstand triumphiert und ich lasse beide Konsolen fallen. Zuhause habe ich also noch den 3DS und meine PS3. Den 3DS füttere ich momentan mit endlos Software - 12 3DS- und 6 DS-Spiele, das ist für meine Verhältnisse viel, wenn man mal denkt, dass ich eigentlich ein Flashcardspieler bin.
Meine PS3 ist momentan bedient mit den drei „Uncharted“-Titeln und der „Tomb Raider“-Trilogie.

Nur leider spüre ich diesen Zwang in mir, die neuesten 3DS-Spiele (oder zumindest die halbwegs guten Titel) haben zu müssen. „Professor Layton und die Maske der Wunder“ erscheint am Freitag - kaufen? Nicht kaufen? Nächsten Monat erscheint „Disney’s Mickey Epic: Macht der Illusion“ - kaufen? Nicht kaufen? Dann noch „Paper Mario: Sticker Star“ - dasselbe Dilemma. Es ist wirklich momentan eine Krankheit und stolz bin ich da überhaupt nicht drauf. Aus dieser Nervösität heraus erstelle ich mir dann eine Liste mit potentiellen Titeln, die ich haben will und merke dann nebenbei nicht, dass das mein persönlicher Ruin ist.
Es ist schon traurig, wie weit sowas gehen kann. Vorallem verbindet sich die Spielsucht super mit der Kaufsucht. Kommt sehr geil an aufm Konto, wenn einfach mal kein Geld für ein belegtes Brötchen ausm Backshop da ist… Dasselbe Paradoxon trat doch beim iPhone-Release auf: Leute kampieren vor einem Elektroladen, weil dieses beknackte Handy erschienen ist. Vor 30 Jahren haben Leute noch vorm Bäcker gestanden, weil Brot und Brötchen billig waren. Und jetzt? Ich drehe den 50,-€-Schein dreimal um, bloß damit ich sicher gehen kann, das richtige Spiel zu kaufen. Zögere dann aber, mir etwas vom Backshop zu kaufen, weil die 2,-€ dann doch sehr viel sind… Da stimmt dann doch etwas nicht, oder? An Realitätsferne zu erkranken ist wohl noch so ein Aspekt, der neben der sozialen Isolation eintritt. Schon scheiße das Ganze. :sa:

Interessantes Thema, gut, dass das mal jemand anspricht!

Ich schnappe mal nen Stichworte auf, bevor ich dann zu meiner Sicht der Dinge gehe.

„Videospiele werden zur Arbeit“: ich spiele immer auf niedrigen Schwierigkeitsgraden, lasse unnötigen Nebenkram, der mich nicht interessiert, weg, und spiele nur die Spiele, die mich wirklich interessieren.

Und mein Verhalten:

Ich würde schon sagen, dass Videospiele bei mir einen hohen Stellenwert haben, aber erst hinter all den andern Dingen, die wichtiger sind.

Erstmal wird mit Freunden Zeit verbracht. Wir (= meine Frau und ich) haben da ein paar Freundesgruppen mit unterschiedlichen Bereichen der Unternehmungen, und da alle berufstätig sind und die Freunde ja auch wieder andere Freundesgruppen haben, haben wir meist schon Monate im vorraus den Kalender voll wann wir was mit wem machen. Und eben weil es nicht mehr so einfach ist immer mit allen nen gemeinsamen Termin zu finden aber wir unsere Freunde sehr schätzen hat das:

Prio 1.

Wenn man mal nichts zu tun hat, dann ist Familie Nummer 1. Tagsüber (= an Wochenenden, Feiertagen und Urlaub) sind wir eine schöne kleine Familie zu dritt, und geniessen auch die Zeit. Spazieren gehen, was unternehmen, gemeinsam Spielen etc. Wenn Abends mal wirklich nichts zu tun ist (= die kleine ist im Bett und meine Frau und ich haben sonstigen (Papier-,Termin-,etc.-)Kram geregelt) verbringen wir die Zeit auch gerne gemütlich zu zweit auf der Couch.

Das ist Prio 2.

Trifft keiner der beiden oben genannten Punkte ein, so zocke ich auch am liebsten. Meine Frau trifft sich mit ihrer Mädelsrunde? Zockabend im Kalender notiert. Die Kleine macht Mittagsschlaf, meine Frau ist nicht da? 2 Stunden Zocknachmittag

Das ist Prio 3.

Wobei ich auch sagen muss, dass ich dieses Jahr recht sportlich unterwegs war, und auch schon öfter das Fahrrad zum Einsatz kam. Ein guter Mittelweg: ich hab nen Fahrrad-Heimtrainer, währenddessen kann man immer noch gut rundenbasierte RPGs zocken, zB Dragon Quest VIII oder auch Xeboblade Chronicles (ist ja auch nur bedingt Echtzeit).

Also auch wenn ich viele Gedanken von euch kenne und selbst erlebt habe, halte ich mich für weit davon entfernt süchtig zu sein.

Ich kenn das Gefühl, dass man gerne zocken möchte, oder dass man ein Spiel unbedingt noch durchspielen möchte und soooooo gerne den neuesten Teil X kaufen will, aber ich finde nicht, dass das bei mir überhand gewinnt. Ich spiele zwei Instrumente, spiele Badminton, bin ein großer Fan von Anime und Manga und zocke eben auch relativ viel, sofern Zeit da ist. Ansonsten hab ich einen kleinen, aber feinen Freundeskreis, studiere Musik und Spanisch auf Lehramt und bin seit über 3 1/2 Jahren glücklich an meine Liebste vergeben, die von Videospielen, mal abgesehen von Layton und Wii Sports-Zeugs, nicht viel hält.
Jetzt wo das Studium auch so richtig los ging, liefe meine PS3 lediglich für zwei Blurays und trotz zwei guter Spiele dich ich derzeit bei mir rumfliegen hab, bin ich in den letzten zwei Wochen nicht zum zocken gekommen. Lediglich mal ein bisschen 3DS im Zug war drin. Schade finde ich das schon - schließlich würde ich gerne weiterspielen - aber Entzugserscheinungen hab ich noch nicht. Ich halte Videospieler einfach für ein sehr großes Hobby, dass mich mein ganzes Leben lang begleitet hat.

Kennen tu ich allerdings das Gefühl, dass man sich die Zeit für andere Dinge nimmt. Manchmal ertappe ich mich im Forum wie ich Unmengen an Zeit verschwende, die ich eigentlich sinnvoller füllen wollte :smiley:

Spielsucht, es ist nicht immer einfach sie als Betroffener zu erkennen und wo sie anfängt. Ich war als Jugendlicher sehr häufig am zocken, das ging sogar dann fast an den halben Tag, aber ich hätte mich niemals für spielsüchtig betitelt, weil ich damals auch deswegen so oft „abwesend“ war, weil ich Probleme mit meiner Familie hatte.
Andererseits erkennen Süchtige oft selbst ihre Sucht nicht an und die Probleme hätten durch die „Spielsucht“ entstehen können, aber in diesen Fall war das Ei vor dem Huhn da.

Heute zocke ich selten bis zu mehreren Stunden, ich schiebe es auf das Alter, ich bin einige Jahre vor der Dreißig, aber ich vermute dass mittlerweile auch andere Dinge mir genausoviel Spass bereiten können. Ich habe bis vor zwei Jahren nur am PC gespielt, meistens Hack & Slays, Action-Rollenspiele oder Sonstiges, bis ich irgendwann gemerkt habe dass ich mich mehr mit dem Internet und der Thematik rund um ein Spiel beschäftige als mit dem tatsächlichen Spielen. Das ist dann als würde man seiner Gewohnheit nachgehen, ohne dass man erstmal merkt, dass diese überhaupt keinen Spass mehr macht. Seitdem habe ich wieder zu Nintendo gefunden und bin ein vollkommen glücklicher Zocker, diese „Erwachsenenspiele“, wie sie gerne von einigen Usern genannt werden, haben nur den Sinn zu töten und zu suchten, Nintendo hat immer noch das Image eine Kinderkonsole zu sein, dabei verwechselt man wohl dass sie nur kinderfreundlich ist, weil es dort nicht nur ums Töten geht.
Ich bin jetzt ein Zocker der nur schnelle Spiele spielt, so wie damals als Kind, bevor ich zum PC gewechselt bin. Jump & Runs, Rennspiele, schnelle Onlineballerspiele, Rollenspiele akzeptiere ich nur Zelda, diese Suchtigames alá Diablo oder WarCraft sind besonders gefärhlich, weil da mehr der Erfolgsdrang das Spielen bestimmt als der Spielspass. Im Grunde gibt es vieler solcher Spiele, die dann größtenteils Anhang bei Leuten finden, die im echten Leben oft unzufrieden sind und sich gerne komplett in andere Welten flüchten. Natürlich ist das nicht immer so, denn es gibt noch andere Aspekte die diese Spiele bestimmen, wie das Zusammenzocken von Gruppen. Ich habe jahrelang Diablo 2 gespielt und war sogar recht bekannt, gegen Ende habe ich das Spiel nur noch aus Eigenzwang gespielt, weil ich was verkaufen, Items haben und mit einigen Charakteren Erfahrungspunkte sammeln wollte, damit ich ein Level aufsteige. In solchen Spielen bestimmt nach kurzer Zeit nicht der Spielspass das Spielen, sondern der Zwang, Blizzard hat das erkannt und konzentriert sich nur noch auf Suchti-Games mit großem Nerdpotential.
Für mich ist Spielspass am Wichtigsten wenn es um Spiele geht, ansonsten verliert eine Plattform für mich an Wirkung.

Was in dem ganzen Zusammenhang aus reinem Interesse noch wichtig ist anzusprechen: Smartphones. Das sind ja die wohl gängigsten Spielekonsolen heutzutage.
Ich weiß nicht, ob irgendjemand von euch schon das Phänomen beobachtet hat, aber es werden mehr und mehr Spiele für lau (quasi umsonst) in den App Store (plattformunabhängig jetzt) gepackt, die aber einen Haken haben: Kostenpflichtige Spieleinhalte.

Ich weiß ja nicht, inwiefern einige Leute von euch hier mit den „village apps“ à la „Smurfs’ Village“ (mittlerweile ja „Das Schlümpfedorf“), „Snoopy’s Street Fair“, „Mein Ice Age Dorf“ oder sogar „Die Simpsons: Springfield“ bewandert sind, aber das sind ja die Paradebeispiele dafür. Man kann sich in einer kostenlosen App ein Dorf erbauen, wo man mithilfe einiger Aufgaben Geld verdienen kann. Aufgrund spezieller Events (saisonal, oder aber Levelaufstieg) erhält man die App-spezifische Währung, die dann den Kauf von besonderen Items ermöglicht. Und diese App-spezifische Währung lässt sich mithilfe von echtem Geld erkaufen. Trugschluss: Du willst tolle Items? Richtiges Geld ausgeben. Ich sage euch aus eigener Erfahrung: Es lohnt sich nicht. Man wird arm, man hat von dem Dorf nichts mehr und schlussendlich stürzt die App irgendwann ab, weil irgendwie garnichts richtig läuft. Und dann? Dann bist du dein Geld FÜR IMMER los, ohne irgendwas davon zu haben. Das ist im Endeffekt schlimmer als Videospiele kaufen… Meiner Meinung nach.

Ich warte seit einigen Wochen nun auf den neuesten Jailbreak, damit ich mir die ganzen Sonderlinge „ercheaten“ kann - natürlich nur dazu, damit ich die „besonderen“ Items erhalten kann. Der Spielspaß ist ja dann fürn Arsch, wenn man sich irgendwie alles „erkauft“. Und das ist dann in gewisser Weise erträglicher als das eben genannte.
btw spiele ich aufm iPhone „Die Simpsons: Springfield“ und habe bislang (ich schäme mich) nur für 7,99€ eine Ladung Donuts gekauft. Bislang habe ich keine weiteren gebraucht bzw. sehe ich es nicht ein, nochmal Geld dafür auszugeben. Wie gesagt: Ich warte auf den Jailbreak, damit ich mich nicht so extrem … vollsuchte!? .:-/

Zur Definition als Sucht kann ich nichts sagen. Da sind die Menschen zu unterschiedlich. Wenn zocken, neben dem Broterwerb, der einzige Lebensinhalt ist, sieht es für mich als Laie bedenklich aus. Dazu siehst du selbst es als Zwang an.

Cool, dass du dein Problem erkannt hast und versucht es zu lösen. Gut ist, dass du damit an die „Öffentlichkeit“ gehst. Eine dir nahestehende Person, die du persönlich kennst, könnte dir helfen. Wenn du denjenigen einweihst, dann hast du immer einen latenten Zwang, zusätzlich zu deinem eignen den PC auszulassen. Also, dass du bewusst nicht nach Hause fährst, sondern dich mit der Person zum Sport, Kino, Spaziereingehen außerhalb von deinem PC/ Konsole triffst. evtl. wäre es auch hilfreich, wenn du dich an eine Suchtberatungsstelle wendest. Die werden dir sicher weiterhelfen können, oder dich einfach mit Hilfreichen Tipps versorgen.

Aber mal ehrlich. An einem normalen Arbeitstag. Wenn ich da heim komme, da habe ich kein Bock auf Party, oder andere „Interaktionen“ die viel von mir verlangen. Die Möglichkeiten sind
Intenet
Fernsehen
Zocken
0815 Bücher. Hier dürfte mich „Was ist Was“ schon überfordern. ^^

das zählt zwar nicht unter sucht, „produktiv“ ist aber was anderes. Allerdings habe ich „Großereignisse“ auf die ich mich freue. Also Wochenende, Heimspiele meiner Lieblingsmannschaft, eigne Spiele. Wenn die Woche mal richtig kacke war, dann bleibe ich, ohne schlechtes Gewissen daheim und zocke, schau mir nen Film an und zocke. Sollte ich mal im Lotto gewinnen und nicht mehr arbeiten müssen, dann wird meine Freizeitgestaltung auch bestimmt intellektueller.

Also wenn ich das so lese, bin ich irgendwie meinerseits beruhigt. Klar setzt man sich mti dem Thema auseinander und fragt sich, ob man bei dieser Menge am Zocken nicht vielleicht doch einer Sucht aufsitzt.

Mein Urteil für mich - Nein.
Ich zocke recht viel, es gibt Momente, da läuft Siedler Online am PC und ich sitz mit dem 3DS davor, überbrücke sotzusagen die Pausen bei Spiel 1 durchs spielen von Spiel 2, klingt pervers, ich weiß. Jedoch kommt sowas „nur“ 1 bis 2 mal die Woche vor. Auch zocke ich (wenn auch immer unregelmäßiger) MMO´s, hab eigentlich 3 laufen (Guildwars2, Lord of the Ringes Online und Star Trek online), aktuell spiel ich aber nur an Guildwars2 rum, und da meist nur am Wochenende ein paar Stunden (mir sind offlinegames zur Zeit lieber). Und auch wenn ich ein neues Spiel hab, wird das meistens eingehend konzentriert durchgezockt (wobei kauftermin und Star des Spiels auch oft lange auseinanderleigen, aber wenn ich ein Spiel Anfange, versuche ich, soferns mich bei Laune hält, durchzuziehen).
Auf der anderen Hand liegen aber dann mehrere andere Sachen, ich mach mir z.B. mit Freunde (ich hab nicht viele, aber gute) was aus, freu mich drauf und vermisse das zocken keine Sekunde, denkt auch nicht dran in dieser Zeit (außer es wird ein Gesprächstehma, wobei einer gar nicht zockt, der andere das nur kennt, weil sein Sohn zockt, bin also der einzige Zocker ind er Runde). Und Initiator des Treffens bin ich selber.
Oder wenn ich zur Mutter aufs Land fahr, der 3 DS ist oft mit, aber aufgedreht ist er selten (eigentlich nur, wenn ich in der Nacht aufs Klo muß, als Taschenlampeersatz :smiley: )
Was auch noch oft vorkommt, ich pausier mittendrin ein Spiel um mir einen Film anzuschaun (gestern Nachmittag war mir mitten im Zocken nach Star Trek IV, Teil 1 bis 3 hatte ich in den letzten 2 Wochen gesehen, die restlichen folgen dann demnächst)

Für mich ist das zocken eigentlich nur als TV Ersatz entstanden. Nachdem RTL, Sat1 und co wirklich nurmehr Dreck zeigen und es selbst bei den seriösen Formaten zu einem Niveauverlust kam, weigere ich mich strikt ins Trottelkasterl reinzschauen und mit dem Idiotenzepter (Fernbedienung) durch die Sender zu hüpfen.

Das typische Suchtverhalten lege ich also nicht wirklich an den Tag (also permanent ans Spielen denken, nervös werden, wenn keien Konsole verfügbar ist, am Handy rumspielen - gut, im letzten Fall bin ich zu blöd dazu, überhaupt ein Spiel zu ziehen, ich wills aber auch gar nicht)

Ich glaube (um bei XOR.it einzhaken) daß grad solche Trophäen, erkaufbare Zusatzsachen und Handygames die Sucht tatsächlich fördern können. Da ich für Trophäen zu faul und für Handygames zu blöd bin (diese zu kriegen), scheidet bei mri sowas mal prinzipiell aus. Das restliche Verhalten beobachte ich an mir selber weiter (ich bin ganz gut in mich-selber-analysieren, sonst hätt ich mich mit 16 tatsächlich wohin befördert), aber gewisse Sachen, wie hier beschrieben, hab ich an mir selber nicht beobachten können, bzw gibts doch zuviele Momente, die mir zeigen, daß ich tatsächlich jederzeit und über längeren Zeitraum ohne Spiele auskomm und ich keinerlei Gedanken daran verschwende.

Den Vergleich zu Fernsehen ziehe ich auch ganz gerne. Andere Leute gammeln vor der Glotze und ich spiele eben lieber Spiele. Für Assi-TV und Co hab ich keinen Nerv^^'.

Sehe ich auch genauso. Hat noch was deutlich aktiveres als nur dumm rumzusitzen und sich berieseln zu lassen.

So im Rückblick war ich damals in der ~10ten Klasse (also vor 6 Jahren) ziemlich WoW und GW süchtig. Mein erster Gedanke nach dem Aufwachen war, den Computer einzuschalten und los zu zocken. Da ging so eine Zockersession gut 16 Stunden pro Tag. Wenn ich heute so darüber reflektiere war das schon ziemlich übel … Vorangetrieben wurde das auch durch meinen RL-Freundeskreis, welcher wie ich, häufig und lange spielte.
Natürlich war das in diesem Ausmaß nur außerhalb der Schulzeit möglich.

In letzter Zeit habe ich aber auch ziemlich viel gespielt… Zum einen da mein langersehntes GW2 rauskam, zum anderen weil ich dieses mal in meinen Semesterferien überhaupt nichts mit mir anzufangen wusste. Aber ich sehe das ganze nicht mehr als ein Wettbewerb, sondern habe einfach meinen Spaß daran :slight_smile:

Naja, jetzt wo das Studium wieder losgeht, habe ich aber nicht mehr soviel Zeit zum Zocken. Da bin ich gut in der Lage Prioritäten richtig zu setzen.

Das fand ich immer sehr amüsant, wenn mein alter Herr PC- oder Konsolenspiele als Zeitverschwendung benannt hat, aber selber stundenlang vor der Glotze saß. ^..^

Zum Glück hat Robinho gut dargestellt, dass es auch bei den lieben Nintendospielen passieren kann.
Und den Abschnitt mit „Geht nur ums Töten“, überlesen wir mal oder stecken ihn in denselben Sack, wo bereits RTLs Beitrag über die Gamescom drin ist.

Aber irgendwie kann ich einige hier nicht ganz verstehen. Ihr redet immer von „wegen Zocken habe ich meine Hobbies vernachlässigt“, aber ist nicht gerade Zocken auch ein Hobby? Der Fußballer geht auch 3-4mal die Woche zum Training und an den anderen Tagen hat er Spiele oder geht eh nochmal kicken. Oder der „Pumper“ fast jeden Tag ins Studio geht. Klar, spiele ich wahrscheinlich auch weit mehr als der Durchschnitt, aber ist das gleich was böses oder Zeitverschwendung? Wieso sollte Zocken „weniger Wert sein“, als dumm mit irgendwelchen Leute in einer Disco völlig aus dem Takt rumzuhüpfen und sich zu betrinken.
Doch bei diesen Tätigkeiten wird nicht immer gleich von Sucht o.ä. gesprochen. Aber wenn man sagt, dass man Freitag und Samstag Abend lieber ein nettes Game zockt, ist man gleich süchtig? Als ich vor ~2 Jahren noch sehr aktiv Bowling gespielt habe, bin ich auch 5-6 mal die Woche zum Training gegangen und niemand hätte da jemals das Wort „Sucht“ in den Mund genommen.
Sicherlich, bei den 2-3 Fällen hier, wo das Zocken an sich keinen Spaß mehr macht, man es aber trotzdem macht, solltet ihr euch Gedanken machen. Doch die Gedanken habt ihr ja schon in euren Köpfen.
Wenn ich mich so betrachte, würde ich bei weitem nicht von Sucht reden, auch wenn ich mich ständig mit Games auseinandersetze. Einige würden sicherlich mich auch als süchtig oder „Sozial isoliert“ bezeichnen.
Doch dann bitte ich diese Person mir hier in meiner Umgebung die Leute zu zeigen, mit denen ich mich fast täglich über solch seltsame Dinge teilweise unterhalten kann, wie mit meine Zockerbekanntschaften, die ich bei dem Suchtspiel World of Warcraft vor über 7 Jahren kennengelernt habe. Oder andere Leute, mit denen ich über jeden seltsamen Quatsch erstmal 20min lachen kann. Mit diesen Leuten bin ich immernoch in Kontakt, obwohl keiner mehr dauerhaft WoW zockt, außer mal 1 Monat oder so, wenn ein neues Addon oder cooler Patch rauskam.
Mit meinen ehemaligen Schulkameraden gehen die Gespräche nie mehr weit über „Hey, dich gibts ja auch noch“ „Wie gehts“ hinaus.

Man muss halt die Grenze sehen zwischen Zeitvertreib, bzw. Erholung nach dem Arbeiten und Hauptbeschäftigung. Ich bin auch kein Freund der TV-Programme heutzutage (und habe deshalb eine recht umfangreiche DVD-Sammlung). Nur höre ich leider nicht wieder auf zu zocken, wenn die Zeit gekommen wäre etwas anderes zu tun, vom TV kann ich jederzeit problemlos aufstehen.

Klar sind Videospiele ein Hobby. Es kommt eben immer auf das Ausmaß an, in dem dieses Hobby betrieben wird. Das ist bei jedem Hobby so.
Ich habe von Schwimmen über Go spielen bis Standardtanzen schon alles gemacht und irgendwie neige ich dazu mich derart exzessiv in etwas reinzusteigern, dass ich sehr schnell besser werde, sehr viel Druck von außen erfahre (jetzt musst du aber auch auf den nächsten Wettkampf und gewinnen, bliblahblubb) und dann letztendlich das Hobby wechsel, weil es von Spaß zu Stress geworden ist.
Nur bei Videospielen habe ich die Kurve irgendwie nicht gekriegt, da habe ich einfach immer die „Dosis“ erhöht. Ich denke das liegt an den vielen Möglichkeiten, man kann ja einfach das Spiel wechseln, wenn man in einem festhängt und der erneute Griff zum Controller ist auch schneller getan als der Gang zum Training.

Das eigentliche Problem ist eben, dass Dinge darunter leiden, die mir wichtiger sind. Ich habe vor einigen Monaten mit einem Personal Coach gesprochen. Damals war ich noch nicht so weit mir einzugestehen, dass mein Spielverhalten krankhaft ist, aber ich wusste dass irgendwas schief läuft.
Ich habe mit ihm über Probleme im „Zeitmanagement“ gesprochen, weil ich gemerkt habe, dass ich außerhalb der (Zwangs-)Arbeitszeit nichts mehr gebacken kriege - auch nicht an Wochenenden. Er hat mir geraten mir einen ruhigen Tag Zeit zu nehmen (draußen in der Natur, ohne Ablenkung) und darüber nachzudenken, was ich vom Leben möchte - auf lange Sicht. Meine Ziele sollte ich auf einen Zettel schreiben, geordnet nach „Sozialen Zielen (Beziehung & Famile, Freunde etc.), Persönlichen Zielen (Hobbys, Beruf, Bildung etc.) und Körperlichen Zielen (Sport, Ernährung etc.)“.
Ich weiß, das klingt total bekloppt, aber diesen Zettel trage ich seitdem immer bei mir. Ratet mal was nicht darauf steht: Videospiele. Obwohl sie mir nicht wichtig sind, verbringe ich aber trotzdem mehr Zeit mit ihnen, als mit irgendeinem anderen Punkt auf der Liste.
Da wurde mir erst klar, dass ich kein Problem mit Zeitmanagement habe, sondern ein Problem mit einem irrationalen zwanghaften Verhalten (Sucht).