The Last King of Scotland

Mal wieder so ein Film über ein schreckliches Afrika, tiefgründig, brutal (obschon praktisch nichts gezeigt wird) und gut wie es schon in The Constant Gardner (”The Descent”, “The Exorcism of Emily Rose“ und “The Constant Gardner”), Hotel Rwanda (Hotel Rwanda - eindrücklichster Film), Shooting Dogs (http://outnow.ch/Movies/2006/ShootingDogs/) und anderen Filmen der Fall war (Blood Diamond).

Beim für den Oscar nominierten „The Last King of Scotland“ geht es um den Diktator Idi Amin in Uganda und dessen Leibarzt, einen jungen Mann, der einfach nur helfen wollte und eher per Zufall in die tiefen Kreise des Diktators gerät, in dem er ein Leben in Luxus – Parties, schöne Autos, hübsche Frauen, viel Geld – geniesst aber gleichzeitig auch die Brutalität des verrückten Regimes erlebt und immer mehr realisiert, dass er selber nicht wirklich sehr sicher ist.

Trailer:

Bericht:
http://outnow.ch/Movies/2007/LastKingOfScotland/

Fazit: Das Thema ist brennend interessant, die Schauspieler (allen voran Forest Whitaker) grandios und der ganze Film ein eindrückliches Portrait eines Mannes, dem man seine Taten auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte, dann aber geschockt ist, wenn sie bekannt werden. Wer einmal mehr 120 Minuten spannendes, anspruchsvolles und beeindruckendes Kino sehen will, der kommt um The Last King of Scotland nicht herum.

In der Schweiz läuft der Film erst richtig ab nächsten Donnerstag.

Zur Story muss man nicht viel sagen. Der junge Schotte Nicholas Carrigan (James McAvoy) hat nach der bestandenen Doktorarbeit keine Lust zu Hause bei den Eltern rum zu hängen, sondern er möchte weg um etwas zu erleben, aber auch um zu helfen. Er möchte seine Nützlichkeit auch mit Abenteuer kombinieren. Darum beschliesst er sich nicht für Kanada, sondern für Uganda. Hier wurde durch einen Militärputsch der Staatspräsident abgewählt, was das normale Pack freut. Und auch ihn, als er eine Schwarze kennen lernt, die ihm das im Bus erzählt. Nachdem er mit ihr intim geworden ist, möchte er aber helfen. Auf dem Land hilft er einem Arzt (Adam Kotz) und seiner Frau Sahra („Dana Scully“ Gillian Anderson) dabei, Kinder und Menschen zu betreuen.

Die Beziehung zwischen ihm und der Frau des Doktors wird ebenfalls näher, und sie bemerkt, dass er nicht viele Kenntnisse über das Land besitzt. Sie sehen sich zusammen einen Auftritt des neuen Präsidenten Idi Amin (Forest Whitaker) an. Dieser baut einen Autounfall und benötigt einen Doktor. Nur Carrigan ist in der Nähe und sieht sich die angeblich gebrochene Hand des Präsidenten an, der mit dem Wagen in eine Kuh gefahren war. Während er versucht die Hand zu verbinden erträgt er das ständige Schreien der sterbenden Kuh nicht mehr, greift sich die Pistole des Präsidenten, die auf dem Autodach liegt und erschiesst die Kuh um ihr Leiden zu erlösen. Das freut Idi Amin nicht wirklich, aber als er merkt, dass Carrigan ein Schotte ist, ist der anfänglich so wütend aussehende Mann wie ausgewechselt…

Schon am Tag darauf wird der junge Schotte von der Präsidentenlimousine abgeholt und ihm wird aufgetragen, als neuer Leibarzt des Präsidenten zu arbeiten. Anfangs geniesst Carrigan das Leben in Luxus: Schnelle Autos, viel zu Essen, Feste, Veranstaltungen, schöne Frauen und ein guter Kumpel.

Als es aber Aufstände gegen den Präsidenten gibt, Carrigan nach Hause zurück möchte und sich oben drein noch in die dritte Frau des Präsidenten verliebt beginnt für den naiven Burschen einen Alptraum, dessen Anzeichen er schon längst hätte bemerken müssen…

Der Film ist sehr gut gelungen. Es geht nicht wirklich um die Gräueltaten von Idi Amin, dem sogar Kannibalismus nachgesagt wurde, der für den Tod von über 300’000 Menschen verantwortlich sein soll. Das er Gegner und “Verdächtige“ auch an Krokodile verfüttert haben soll, als die Gräber keinen Platz mehr boten, wurde allerdings wie auch der Kannibalen-Vorwurf erwähnt. Nur am Rande werden die Massentötungen und das “Verschwinden“ von Menschen erwähnt, gezeigt (in Kurzrückblenden oder auf Fotos).

Es geht vielmehr um die Beziehung zwischen dem jungen Naivling und seiner unängstlichen Art und Weise mit Idi Amin umzugehen. Forest Whitaker stellt den Mann auf eine grandiose Art dar. Mal ist er wie ein bester Kumpel, ein Buddy der Witze macht und den man sich zum Freund wünscht, dann plötzlich tritt der Wahnsinn in seine Mimik, er ist böse und unberechenbar. Ein Oscar hierfür (bester Hauptdarsteller) war ein absolutes Muss! Das ständige Hin- und Her und das langsame Aufwachen des Schotten in den Fängen eines ganz menschlichen Irren werden exzellent dargestellt. Die Bildsprache und die anderen Darsteller überzeugen, es gibt sogar einzelne lustige Szenen im Film (für die auch Idi Amin verantwortlich ist), und auch zwei brutale Szenen. Eine Szene zeigt das Resultat von einer Tätigkeit, die andere zeigt Folter. Aber im Gegensatz zu den oben erwähnten Filmen (Hotel Rwanda, The Constant Gardner) ist The Last King of Scotland nicht nur etwas brutaler, sondern er zeigt auch mehr nackte Haut.
Sogar die Entführung eines Passagierflugzeugs von Palästinensern, welches in Uganda landet und Verhandlungen hervorruft, kommt im Film vor.

Der Film hat mir sehr gut gefallen, da man nicht nur zwei Top-Charaktere zu sehen bekommt, sondern auch Einblicke in eine fremde Kultur, in eine ältere Zeit und auch Wissenswertes sehen kann. Kaufen werde ich mir diesen Film sowieso, aber Pan’s Labyrinth finde ich noch einen Deut besser (auch wenn sie nicht vergleichbar sind).

Dass die Dana Scully-Darstellerin die Ärzte-Braut darstellt, habe ich gar nicht bemerkt!

Anschauen lohnt sich auf jeden Fall! Das sage ich, obschon sich hier vermutlich dennoch niemand dazu veranlassen wird, sich den Film anzusehen oder dazu zu äussern. Afrikanisches Neger-Zeugs interessiert halt niemanden, verübeln kann man das ja auch nicht. Diese Art von Film ist nichts für Kinder, auch wenn der Film nicht ab 18 Jahre freigegeben ist (es geht auch nicht um die Brutalität, sondern um die ernste bzw. reife Thematik). Tja, wenigstens schreibe ich meine Meinung über Filme hier rein (auch wenn es keine Sau zu interessieren scheint) und verlinke nicht einfach x-mal nacheinander auf meine Seite um für ebendiese zu werben, auf der die Filmberichte – na ja, etwas wenig umfangreich erscheinen.