Nur stellt sich die Frage um Unheilig nicht mittlerweile schon Mainstream ist? Immerhin hat z.B. „Geboren um zu leben“ einen Großteil der Käufer von Musik angesprochen (und auch viele Radiohörer usw). Damit war das ja ein Lied für die Masse, ein Lied das den Mainstream angesprochen hat. Ist das dann noch als Erfolg fernab vom Mainstream-Müll zu bezeichnen?
Das ist halt die Frage, die ich mir auch schon manchmal gestellt habe. Ich denke mir, man würde es sich zu einfach machen, wenn man sagt, „Hier die Band hat einen kommerziellen Riesenerfolg - das ist doch schon Mainstream“. Einerseits denke ich, ohne zu tief in der Materie von Unheilig zu stecken, das man nicht unbedingt damit gerechnet hat, das jetzt „Geboren um zu leben“ zu diesem Hit wird, der er geworden ist. Man ist nicht an die Sache gegangen, hier, nach dem Motto, „Wir machen einen schönen Tralala-Lollipop-Club-Song oder was auch immer (jetzt mal leicht drastisch dargestellt
), der sich unbedingt verkaufen muss“. Wenn eine Band mit ihrem eigenen Stil mal einen kommerziellen Erfolg hat, ohne dafür sich und ihren Stil gänzlich für den Massenmarkt zu ändern, dann ist das denen doch zu gönnen, imho. Was ich damit sagen will, Unheilig ist vieles, aber ganz sicher nicht im Vornhinein mit den Gedanken gestartet, für den Massenmarkt konzipiert zu sein, wie es jetzt z.B.: bei Justin Bieber der Fall ist.
Schlussendlich, und das ist am wichtigsten, muss man das Gesamtbild Unheilig sehen. Du hast als Beispiel jetzt den erfolgreichsten Titel von denen genommen, aber es gibt ja viele Songs davor und danach, die nicht annäherend so erfolgreich waren. Und wovor ich jetzt großen Respekt habe, ist es, wenn man seinem Stil treu bleibt, auch wenn der Megaerfolg dadurch nicht wiederholt wird.
Das „Problem“ mit Begriffen wie Mainstream, Casual und so weiter ist das sich ja jeder ungefähr vorstellen kann, was damit gemeint ist, auch wenn es natürlich nicht zwingend immer die Wahrheit ist. Und bevor ich hier ewig lange Textpassagen verfasse, was mich persönlich am Kalkül für den Massenmarkt ankotzt, nicht nur bei Musik, auch bei Videospielen, und es am Ende sowieso nicht Gegenstand des Themas ist, greif ich halt zu dem Begriff, wo jeder was mit anfangen kann ;).
Dabei versuchen sich so viele vom Mainstream abzugrenzen, dass sie selbst Teil eines gewissen Massenphänomens werden. Soll jetzt nichts gegen dich, Warpath Lord, oder irgendjemanden anderen sein, nur wollt ich das an dieser Stelle einmal loswerden.
Habe ich auch nicht so empfunden ;). Nur soviel dazu: Mir persönlich ist es relativ egal, ob jetzt die Songs meiner Playlist Millionen mal verkauft worden oder ich die einzige Sau bin, die den Track hört, sprich ob ich jetzt zu dieser Art „Mainstream“ gehöre oder nicht. Mich stören eher Sachen, wie z.B. das einfache eine ganze Menge Diversität durch den Einheitsbrei verloren geht, beziehungsweise, Kreativität, Engagement etc. jetzt nicht zwingend so die Chance haben, sich gegen Bilderbuch-Künstler, deren Tracks alle gleich klingen, durchzusetzen. Aber so ist es leider nunmal aktuell, imho.