Da die GDL sich wieder einmal nicht mit der DB einigen konnte, werden sie von Donnerstag, 2 Uhr, bis Montag, 4 Uhr die Arbeit im Personalverkehr niederlegen. Im Güterverkehr wird schon bereits am Mittwoch um 15 Uhr gestreikt.
Für mich als Student, der täglich mit der Bahn zur Uni hin- und herpendelt, ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Auf alternative Verkehrsmittel wie Fernbusse oder Auto kann ich nicht zugreifen, sodass ich eben auf die Bahn angewiesen bin.
Dass ich am Freitag nicht zur Uni fahren kann, ist für mich besonders ärgerlich, da ich an dem Tag wichtige Vorlesungen (und Übungen) habe, auf die ich nicht verzichten kann.
Der Bahnstreik nimmt Dimensionen an, bei der ich kein Verständnis mehr entgegenbringen kann und will und ich hoffe, dass ich nicht der einzige bin, der darunter leidet.
Für Flugkapitäne und für Lokführer hab ich derzeit recht wenig Verständnis.
Ich war auch am 01. September für mehrere Stunden abends in Köln „gefangen“ und konnte nicht zurück.
@SasukeTheRipper
Dasselbe Problem hatte ich auch gahabt (Streik am 15. Oktober ab 14 Uhr) und konnte es nur verhindern, indem ich zwei Vorlesungen sausen lassen musste.
Da wir in Deutschland glücklicherweise ein Streikrecht haben, muss man eben auch mit sowas leben. Kann zwar manchmal nerven, aber prinzipiell bin ich da recht solidarisch.
Wobei ich beim aktuellen Tarifstreit durchaus auch ein wenig skeptisch bin. GDL-Chef Weselsky scheint seine Machtgelüste doch schon sehr übertrieben stark auszuleben. Vor allem wenn die Infos über seine fehlende Kompromissbereitschaft wahr sind (alles oder nichts geht eben selten).
Betroffen werd ich übrigens auch sein. Wie stark kommt jedoch erst morgen auf, wenn der Ersatzfahrplan steht. An dieser Stelle übrigens auch ein Lob an die Bahn: Das mit den Ersatzfahrplänen klappt dieses Mal ziemlich gut. Da hat man auch aus der Vergangenheit gelernt.
Es gibt aber mehr als 20 Gleise… naja, vielleicht war das tatsächlich deswegen. Als ich am 19 von Koblenz nach Dortmund gefahren bin mit dem IC hatte ich aber keine Verspätung oder andere Züge. Dementsprechend hätte die MRB fahren können und laut meiner Freundin fährt die MRB dann auch, wenn die Bahn streikt
Sehe ich ähnlich. Streiks sind ein Instrument welches, auch wenn es uns so vorkommt, sehr selten eingesetzt wird. Dabei muss man sich immer vor Augen halten, wer wofür steht. In der Regel sind Arbeitnehmer ihren Arbeitgebern ausgesetzt. Es gibt gültige Verträge, die vom Arbeitgeber bestimmt werden. Laufende Verträge können ebenfalls verändert werden. Kann der Arbeitgeber da etwas machen? Kündigen wäre sicher eine Möglichkeit aber meist kontraproduktiv für beide Seiten. Die Gewerkschaften sind dazu da, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe miteinander kommunizieren können. Dabei muss klar sein: Der Arbeitgeber hat, dem Gesetz der Wirtschaftlichkeit nach, den Umsatz und den Gewinn im Fokus. Je größer eine Firma, umso größer auch diese beiden Faktoren. Der Arbeitnehmer will für seine Arbeit entlohnt werden und zwar annehmbar. Dieses „annehmbar“ orientiert sich dabei am Aufwand, Schwierigkeitsgrad der Arbeit und den notwendigen Qualifikationen. Dieser drei Bereiche können vom Arbeitgeber anders wahrgenommen werden als vom Arbeitnehmer (Stichwort Wirtschaftlichkeit). Da der Arbeitnehmer aber am längeren Hebel sitzt muss dementsprechend eine Möglichkeit des Machtausgleichs vorhanden sein. Das sind die Gewerkschaften. Diese sind übrigens in den letzten Jahrzehnten immer weiter entmachtet worden. (Wenn TTIP angenommen wird, dann könnten Gewerkschaften ganz von der Bildfläche verschwinden, völlig legal. )
Dies wäre der 5. Streik seit 1994, als die Deutsche Bundesbahn privatisiert wurde und zur gewinnorientierten Deutschen Bahn wurde. Es passiert also nicht alle Nase lang, wie man gerne das Gefühl hat.
Letztendlich geht es hier aber auch um Arbeitsrecht und, unter anderem, eine menschenwürdige Bezahlen von Lokführern (und weitern Arbeitsgruppen). GDL gegen Transnet. Gegen das Einstellen von Leiharbeitern oder das Schließen von Arbeitsverträgen von bspw. Lokführen mit einem Stundenlohn von 7,50. Wobei Transnet eine Gewerkschaft ist, allerdings nur dem Namen nach, die der Arbeitgeber orientiert arbeitet und die bestehenden Tarifverträge untergräbt, da hier Arbeitnehmer halt zu Dumping-Löhnen oder anderen fragwürdigen Vertragsdetails eingestellt werden. Dass vor allem die konservativen und wirtschaftsnahen Politiker oder die Main-Stream-Presse gegen Streiks sind, auch mal gerne etwas Hetze betreiben, sieht man bei fast jedem Streik. Egal ob Ärzte streiken, Piloten, Lokführer, Erzieher, Lehrer oderwasweißich, in den meisten Fällen wird nicht auf das Warum eingegangen, sondern lediglich die Erwiederungen der Gegner vermittelt. Total abgeschweift.
@Knacht:
Aber wie soll dann bitte Umsatz und Gewinn an der Börse erzeugt werden, wenn Einrichtungen, die der Allgemeinheit nützen in staatlicher Hand sind!!!
Bin nicht betroffen aber bin für Streik. Die Arbeitnehmer werden schon viel zu viel ausgebeutet in diesem Land. Leider können es sich nur Schlüsselberufe wie Lokführer und Piloten leisten ihre Forderungen durchzusetzen. Die anderen müssen verzichten weil man ihnen droht ihre Arbeit nach Osteuropa zu verlagern.
Wobei bei Streiks durchaus eine gewisse Ambivalenz vorherrscht. Wenn beispielsweise die IG-Metall zu Streiks aufruft oder auch verdi gegen das böse Amazon, dann sind die Medien bzw. allgemein die breite Öffentlichkeit da relativ aufgeschlossen (sofern davon überhaupt berichtet wird). Geht ja nicht an, dass man schlechte Arbeitsbedinungen hat und noch wenig verdient…
Aber sobald im öffentlichen Dienst (Bahn, Stadtwerke, Lehrer, eben die von dir genannten) gestreikt wird, dann sind die Streikenden plötzlich rücksichtslos, alle Gewerkschafter auch nur Machtgeil usw. Und wenn man gleich dabei ist, schimpft man gleich noch auf die hohen Preise der Bahn - weil die Lokführer auch die Preise festlegen.
Solidarität geht bei sehr vielen leider auch nur so weit, wie sie selbst nicht betroffen sind.
Weder guten verdienst noch frühe Rente bekommen sie wenn sie in eine Tochtergesellschaft aka Germanwings ausgelagert werden und dagegen wehren sie sich zu recht.
Mal abgesehen davon, dass sich das ausgebeutet werden auf den Personenkreis bezog der sich nicht wehren kann.
Ich werde vermutlich auch betroffen sein.. Beim ersten Streik hatte ich zum Glück Ferien und musste so nicht zum Berufskolleg fahren. Ich könnte zwar auch mit dem Auto fahren aber morgens ist auf der Strecke immer so viel Stau, das man teilweise 40 min für eine Strecke braucht die man normalerweise in 15 min schaffen würde. Da hab ich echt kein Bock drauf -.-
Vielleicht habe ich ja Glück und die Züge fahren bei uns trotz des Streiks, aber das denke ich eher nicht. Viel schlimmer finde ich ja noch, wenn keine Züge zurück fahren. Wenn keiner hin fährt, kann ich immer noch aufs Auto umspringen, zurück aber nicht und dann sitz ich da fest und das ist echt scheiße wenn man nach der Schule noch so einiges zu tun hat!
Ich muss Donnerstag Gott sei Dank nicht in die Uni und soweit ich weiß geht’s erst in der Nacht zum Donnerstag los?
wie das freitag aussieht, weiß ich allerdings nicht… Im blödesten fall stecke ich in münster fest. Wenn ich von zu Hause gar nicht erst wegkomme, stört mich das nicht allzu sehr.
Glücklicherweise brauche ich nur Bus und U-Bahn, um zur Uni zu kommen. Allerdings kann ich wegen dem Streik leider nicht mit Freunden am Freitag in Dortmund Interstellar im Kino gucken, aber dafür mach ich den Streikenden sicher keine Vorwürfe. :bg:
Bin persönlich nicht betroffen. Ich fahre mit dem Fahrrad auf Arbeit und muss das WE auch nirgends hin.
Finde das Streikrecht richtig und gut! Leider habe ich das Gefühl das es immer öfter ein Machtkampf der Gewerkschaften und Arbeitgeber ist. Irgendwie geht mir in der Debatte schnell der Arbeitnehmer ansich unter. Im Fall der GDL:
Wer wie und wo in welche Gewerkschaft fällt sollte klar geklärt werden und nicht per Machtkampf entschieden werden.
Bei Amazon denk ich mir:
es ist ein Logistikunternehmen und kein Einzelhandel
Zuschläge für Arbeiten außerhalb Mo-Fr 6-18Uhr sollten gezahlt werden!
Findest du es demensprechend auch richtig, dass Amazon seine Millardenumsätze, die sie in Deutschland generieren mit ihrem Einzelhandelsgeschäft, in Luxemburg versteuern und ihre „Verluste“ aus dem Logistikgeschäft in Deutschland versteuern?
Bei der Bahn stimme ich dir zu. Es verkommt jetzt zu einem Machtkampf zwischen den Gewerkschaften, da die Bahn 5% mehr Lohn und eine Neuregelung der Arbeitszeit angeboten hat.