Ist schon etwas länger her, als ich das hier geschrieben habe. Es gibt zwar das Sprichwort, dass es sinnlos ist, über verschütteter Milch zu jammern aber ich wollte den GC nochma Revuee passieren lassen.
Who wants to live forever? Alle Jahre wieder müssen sich die Spieler von ihren geliebten Konsolen verabschieden. Das Alte geht und das Neue steht vor der Tür. Der Gamecube erschien hier zu lande am 01.05.2002 und war Nintendos erste Heimkonsole die auf klobige, staubfangende Module verzichtete. Aber war alles gut was nun im Begriff ist dahinzuscheiden? Wurden alle Möglichkeiten welche die Konsole bot auch wirklich ausgenutzt? Die Antwort darauf lautet NEIN! Der Wii steht vor der Tür und für uns ist es an dieser Stelle wichtig noch einmal in uns zu gehen und die letzten Jahre, und vor allem die Spiele der letzten Jahre, vor unserem geistigen Auge vorüber ziehen zu lassen.
Das Steuerkreuz. Das Symbol für Innovation und Spielspaß. In den frühen 80er Jahren von Nintendo entwickelt, dient es heute eigentlich nur noch als schmuckloser Schmuck am Controller. Wäre es nicht da würde doch irgendwie was fehlen, oder? Hat das Steuerkreuz vor 20 Jahren noch eine ganze Generation in seinen Bann ziehen können, benutzt der geneigte Spieler es heute oftmals nur noch zum Durchschalten des Menüs. Ein weiterer, magerer Bereich in dem die Nutzung des Steuerkreuzes noch vorhanden ist, ist der Beat´m Up Sektor. Leider muss man auch hier sehr schnell sehen, dass der Gamecube in diesem Genre doch sehr im Stich gelassen wurde. Nun mögen einige Spieler vielleicht denken, dass die Zeit des Steuerkreuzes um ist? Die Antwort ist wohl ein beherztes Jain. Wir wissen, dass der Controller des Wii ein Steuerkreuz besitzen wird. Unklar wie weit es für neuere Spiele genutzt werden wird, wissen wir doch das es in Verbindung mit der Virtual Console und den alten Klassikern steht.
Neben dem Steuerkreuz besitzt der Gamecube Controller noch eine weitere Nintendo eigene Erfindung: Schultertasten. Erstmals eingeführt bei den Kontrollern des Super Nintendos, schaffte es diese kleine Knopferweiterung in jedes nachfolgende Steuerkontrollgerät, ob jetzt von Nintendo oder der Konkurrenz. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Schultertasten von einfachen 0/1 Digitalknöpfen zur sensiblen und analogen Eingabemöglichkeit. Was so viel bedeutet wie: Je mehr ich die Tasten drücke, um so größer ist die Reaktion auf dem Bildschirm. Geneigte Spieler mögen sich jetzt fragen, ob diese Art der Eingabe nicht geradezu genial für Rennspiele wäre? Ja wäre sie. Allerdings sahen das viele Entwickler wohl anders und bevorzugten entweder die A und B Knöpfe oder, aus Kostengründen im Bezug auf Multiplattformtiteln, den rechten Analogstick. Dabei war die Nutzung doch so einfach. Luigis Mansion und Ataris V-Rally 3 haben es vorgemacht. Doch leider hielten es viele Entwickler nicht für notwendig die Schultertasten zu berücksichtigen. Wie dem auch sei: Die Erweiterung des Wii Kontroller wird auch wieder über Schultertasten verfügen. Hoffen wir, dass sie dieses Mal auch benutzt werden.
Redet man von Schulterbuttons, redet man fast schon automatisch vom Z-Trigger. Der Z-Trigger war eine Erfindung Nintendos für den Controller des Nintendo64. Dieser Knopf befand sich an der Rückseite und konnte mit dem Zeigefinger, wie als Abzug, betätigt werden. Seltsamerweise fand der Z-Trigger auch seinen Weg auf den Controller des Gamecube. Allerdings in abgeänderter Form. Schräg oberhalb der rechten Schultertaste. Zwar ist der Trigger auch jetzt noch mit dem Zeigefinger zu erreichen, hat allerdings keine Ähnlichkeit mehr mit einem Abzug und die dauerhafte Nutzung kann sehr schnell zu einem Zeigefingerkrampf führen.
Let´s fetz im Netz. Schon mit dem NES, SNES und dem N64 konnten die japanischen Spieler im Internet spielen. Für die restliche Welt hielt Nintendo aber immer diesen Spruch parat: „Wir denken, dass das Internet noch nicht verbreitet genug ist um dadurch Gewinn einzufahren“. Diese Aussage lassen wir jetzt einfach mal so stehen, ob es nun stimmt oder nicht. Fakt ist jedoch, dass die liebe Konkurrenz mit dem Internet keine Probleme hatte. So konnte man mit Playstation 2 und mit der X-Box nach Zahlung eines kleinen Obolus schnell und einfach ins Netz um sich Demos runterzuladen oder in zahlreichen Spielen gegeneinander anzutreten. Doch war Nintendo dem Internet wirklich so sehr abgeneigt, dass sie voller Begeisterung das Onlinespielen unterdrückten? Nein! Beachtet man die Unterseite des Gamecube erkennt man mehrere Steckplätze. Darunter auch Steckplätze für ein Modem und für ein Breitbandadapter. Die Konsole war also von Beginn an dafür ausgelegt mit Extra-Hardware bestückt zu werden um dann ins Internet gehen zu können. Und tatsächlich: Der Gamecube bekam sogar ein paar Spiele die für das Internet ausgelegt waren. Allen voran wäre hier wohl Segas Phantasy Star Online zu nennen. Allerdings waren diese paar Spiele wohl eher der Tropfen der dem Fass den Boden benetzt. Das Gamecube Online Modell war alles andere als erfolgreich, wohl weniger auf Grund der Käufer als vielmehr auf Grund des mangelnden Vertrauens von Seiten Nintendos. Kurzum wurde die Produktion des Breitbandadapters eingestellt und wie viele dieser Geräte bei den diversen Geschäften noch auf Lager sind, lässt sich wohl schwer in Zahlen fassen. Was die Onlinefähigkeit des Wii anbelangt, so können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht allzu viel , bestätigtes, verkünden. Der Wii kann Online gehen. Mit dem Wii kann man kabellos Online gehen. Mit dem Wii kann man alte Spiele runterladen. Ob und wie man mit dem Wii Online gegeneinander spielen kann, ist bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Redet man über die Onlinefähigkeit einer Konsole, spricht man fast auch gleichzeitig über die LAN Fähigkeit. Die LAN Fähigkeit bietet dem Spieler die Möglichkeit seine Konsole per Kabel mit einer anderen Konsole zu verbinden. Playstation2 und X-Box boten dieses Feature vom Start weg. Der Gamecube war dafür ausgelegt. Per Kabel konnte man die Konsolen verbinden, sofern beide Konsolen über ein Modem verfügten und das Spiel, in doppelter Ausgabe, einen LAN Modus beinhaltete. LAN fähige Spiele waren aber genauso rar gesät wie Wasserlöcher in der Wüste.