Allgemeiner Anime/Manga-Diskussionsthread

@Mjyrn

Isekai ist es ja nicht, da er nicht in eine andere Welt kommt, aber ich weiß, was du meinst.Ich denke schon, dass einige, recht tragische oder wichtige Elemente der Handlung nur deshalb funktionieren, WEIL die beiden wiedergeboren wurden. Aber ja, manches ist schon ein wenig… schwierig. Zum Beispiel, dass Ai deren Mutter ist und dass die beiden als Geschwister wiedergeboren wurden. Es wird ja auch immer wieder mit der „Brisanz“ der Beziehung gespielt. Kann daher schon verstehen, was du meinst.

Ich hätte mir hier einfach eine klarere Linie gewünscht. So verzettelt man sich zwischenzeitlich zu lang in Sidequests und baut durch Anspielungen unnötig irritierende Spannungen auf. Richtig schlimm war es aber am Ende, das überraschend wirr ausfällt und teils katastrophal umgesetzt ist. Essentielle Handlungsaspekte kommen plötzlich zu kurz und für bestimmte Ereignisse am Ende besteht einfach keine Notwendigkeit. Die Geschichte hätte gefühlt mindestens drei (gekünstelte) Plottwists früher enden müssen. Ein bisschen mehr dazu im Spoiler:

Ich mochte zum Beispiel die Idee, dass Aqua während der Suche nach seinem Vater, indirekt zahlreiche Kontakte knüpft, die ihm zum späteren Dreh seines Films verhelfen. Das war erzähltechnisch ein echt smarter Move, weil der Twist lange auf sich warten lies, aber dennoch stetig aufgebaut wird. Der Aha-Moment, als alle Fäden zusammenfinden, war klasse.

Auch mochte ich den Twist, dass es zwar AUCH darum ging, die Verbrechen des Vaters offen zu legen und ihn gesellschaftlich zu ruinieren, aber eben nicht nur. Es war ihnen auch wichtig dem Vater mitzuteilen, dass Ai (nicht zuletzt aufgrund ihres komplizierten Charakters) auch aus Liebe gehandelt hat, als sie ihn verlassen hat. Sie wollte ihm was Gutes tun, was natürlich ein besonders harter Schlag in die Gefühlswelt des Vaters ist und die Gesamtgeschichte, die geprägt ist, mit vielen gezeichneten Figuren, umso tragischer wirken lässt. An diesem Punkt hätte die Geschichte ändern sollen.

STATTDESSEN verpufft jegliche Wirkung des Films auf den Vater, sowohl gesellschaftlich, wie emotional (???) und Aqua sieht sich gezwungen, seinen eigenen Tod zu planen, um den (aus seiner Sicht alternativlosen) Mord an den Vater zu kaschieren. Dafür hat es aber überhaupt keine Notwendigkeit gegeben. Mag ja alles sein, dass das Ende von Anfang an feststand und dass die Geschichte das irgendwo auch hergibt (da sie letztlich aus, vielen kaputte Seelen und komplizierten Schicksalen besteht), aber dann muss ich sagen, war die Hinführung dazu so gar nicht gut umgesetzt. Dabei stört mich gar nicht so sehr, dass die Geschichte nicht gut ausgeht - sie ergibt einfach keinen Sinn und widerspricht an zahlreichen Punkten vorangegangenen Entwicklungen. Ruby betont zum Beispiel zig Mal, dass sie zwar ihrer Mutter nacheifern möchte, sich aber gleichzeitig von ihr emanzipiert hat - am Ende wird sie aber doch zum Ebenbild ihrer Mutter.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal so emotional auf ein Ende reagiert habe, einfach weil ich SO WÜTEND war, dass das so lieblos, wirr und fehlerbehaftet umgesetzt wurde.