Children of Men konnte mich gestern in allen Ebenen vollkommen begeistern. Die Sounds sind spitze, und der Filmemacher versteht es perfekt, eine sehr düstere Zukunftswelt zu erschaffen; während es in den USA, Deutschland und in allen anderen Teilen der Welt zu Konflikten und Anarchie gekommen ist, hat England überlebt, aber nur durch eine brutale Herrscherart. Untergrundgruppen, Islamisten und andere verüben Bombenattentate, wer Ausländer – also Illegale – als Putzangestellte ins Haus holt, wird streng bestraft. Überall Militärs und Sicherheitspersonal und Illegale, die in Käfige gesteckt und in schlimme Gefängnisse deportiert werden. Armut und so weiter sind überall vorhanden, die Menschen haben die Hoffnung verloren. Die High Society dagegen lebt abgeriegelt und abgeschirmt im Zentrum von London, in den umgebauten Parks mit frei lebenden Tieren, Orchestern und so weiter. All dies kommt so fantastisch gut rüber. Wie schon gesagt, die Kulissen und alles sind genial, der Sound tut sein übriges dazu.
Die Geschichte ist durch den Trailer nur allzu gut bekannt. Es handelt sich um eine Verfilmung eines Romanes, die sehr gelungen sein soll.
Die Figuren, Clive Owen als Theo und der geniale Michael Caine als Jasper beherrschen das Publikum. Trotz der düsteren Atmosphäre gibt es hier und da auch wieder etwas Humor, Theo hat die Hoffnung schon lange aufgegeben, und sein Kumpel Jasper hat ein verstecktes Anwesen und kifft sich die Birne voll.
Auch Theos Ex-Frau und die verschiedenen Mitglieder der Gruppe, sowie der Polizist, der die Gruppe am Ende ins Gefängnis bringt und andere machen ihren Job sehr gut.
Es kommt alles sehr real rüber, die Welt stirbt. Auch die schwangere Kee, ebenfalls eine Illegale, macht ihre Sache sehr gut, auch wenn sie ein sehr komisches Englisch spricht (also mit starkem Akzent). Sie konnte mich ebenfalls begeistern. Der dicke Bauch, das Baby und auch die Geburt (sehr real dargestellt wie das Baby da rauskommt) sind sehr gut dargestellt, sehr sehr gut. Man hofft und bangt die ganze Zeit um sie, ihr Kind und auch um Theo. Werden sie es schaffen?
Die hier so oft gelobte Kameraführung wurde zu Recht gelobt. Die ist einfach nur spitze. Alles am Film ist so gut. Die Lichter, die Kameraperspektiven und auch die ganze Atmosphäre sowie der Sound. Auch bei der Geburt hat der Kameramann alles im Griff, man sieht nichts, und doch fast alles bis man am Ende doch noch einen Einblick in eine Geburt bekommt. Im Raum ist es dunkel, und der Kerl hat die Kamera einfach im Griff.
Auch bei Szenen mit Gefechten, zeigt sich dies sehr deutlich. Da wird auch geschossen und gebombt und ab und zu laufen wieder Islamisten durch die Strassen um einen Kameraden zu beerdigen, man sieht Frauen mit ihren Toten Männern, auf dem Grillfeuer in der Gefängnis-Staat liegen Menschen, die gegrillt werden und so weiter. Zivilisten werden von Militärs erschossen, die Gefängnisse für die Illegalen sind die Hölle (einige der Illegalen sprechen auch Deutsch, und niemand versteht sie). Und dort hin verschlägt es Theo und Kee.
Einigen mag der Schluss etwas abrupt und nicht so toll vorkommen, aber ich denke sehr, dass dies im Buch ebenfalls so geschildert wird.
Anschauen! So etwas Tolles habe ich schon länger nicht mehr gesehen.