News: Mehrere Xbox-Studios kämpfen offenbar gegen drohende Schließung - Diskussion

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Demnach habe Microsoft die letzten Jahre die Xbox-Sparte stark subventioniert. Nun müsse, laut Nadella, das Geschäft auch Gewinn abwerfen:

Und der beste Weg, um Gewinn zu machen, ist die Vielfalt der First-Party-Titel einzuschränken? Haben die nix aus der Vergangenheit gelernt? Müssen die wieder lernen, dass Gears of War und Halo nicht ausreichen?

Ist natürlich eine andere Zeit, aber in der Xbox-360-Zeit hat das über weite Strecken durchaus gereicht (klar, gab noch andere Sachen wie z.B. Fable) und damals waren Exklusivtitel noch deutlich wichtiger. Der Unterschied in meinen Augen ist, dass die Spielqualität extrem nachgelassen hat. Vergleicht man den Impact, den Halo 3 damals hatte mit dem von Halo: Infinite - da liegen einfach Welten dazwischen.

Wenn man einen der besten, wenn nicht den besten, Konsolen-Egoshooter zocken wollte, brauchte man für Halo eine Xbox 360.
Wenn man den besten (Multiplayer)-Third-Person-Shooter spielen wollte, brauchte man für Gears of War eine Xbox 360.
Wenn man den besten Simcade-Racer haben wollte, brauchte man für Forza eine Xbox 360.

Heute sind die Spiele alle nicht mehr der Goldstandard, der sie damals für viele Xbox 360-Fans - da zähle ich mich dazu - waren. Ich geb dir aber trotzdem insofern recht, als die Xbox 360 hat ja vor allem dann Boden an die PS3 verloren, als man sich vom Exklusivthema zunehmen verabschiedet hatte, während Sony noch Spiele wie The Last of Us, Beyond: Two Souls, Tales of Xillia, Sly Raccoon: Thieves in Time, God of War: Ascension etc. auf die PS3 gezogen hatte. Allerdings ist diese gute, alte Zeit auch schon wieder fast 15 Jahre her und die Welt hat sich weitergedreht …

In der (westlichen) AAA-Spieleindustrie läuft die letzten Jahre so viel schief, dass ich ehrlich gesagt auch nicht wüsste, wie man das Ganze schnell und möglichst unkompliziert lösen könnte.

Ich denke nicht, dass die Schließung von den ganzen kleinen Studios der richtige Weg ist. Wahrscheinlich müsste die ganze Industrie von Grund auf Umgekrempelt werden, aber das ist unwahrscheinlich.
So werden wir die nächsten Jahre noch viel Slop und viele Flopps sehen, bis irgendwann die geldsüchtigen Heuschrecken weitergezogen sind. Vielleicht erholt sich die Industrie danach wieder.

Was läuft denn deiner meinung nach alles falsch?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, da jeder Aspekt mit dem Anderen zusammenhängt, aber ich versuchs mal…

Ich glaube eines der größten Probleme derzeit ist, dass viele AAA-Studios ihre Kosten nicht im Griff haben. Es ist für mich unbegreiflich, dass ein Spiel 300Mill+ in der Entwicklung kosten soll, das ist das Budget für ein ganzes Hightech Militärflugzeug!
Das schlimmste daran ist, dass sich inho die Spiele trotz des hohen Budget nicht wirklich hochpreisig anfühlen. Die Welten sind oftmals leer, das Writing selten tiefgründiger als eine Pfütze, die Charaktere geplagt von Reddit-Humor und einzeiligen „Got’cha-Momenten“, die Grafik meistens zwar hübsch, aber auch sehr unoriginell, das Gameplay oft nicht zuende gedaacht…Dazu kommen dann Mikrotransaktionen, DLC und (bald wohl auch) Werbung/Produktplazierungen in den Spielen.

Bei derart teuren Spielen kann und will man dann natürlich keine Risiken eingehen. So wirft man dann gefühlt die Zielgruppenanalyse aus dem Fenster und versucht krampfhaft aus jedem Spiel ein „Spiel für jederman“ zu machen, egal ob es reinpasst oder nicht.
Dadurch werden die Spiele dann sehr fade und eintönig und man nimmt ihnen die Chance einen eigenen Charme/ eine eigene Persönlichkeit zu entfalten. Am Ende hat man dann ein Spiel für niemanden gemacht und wundert sich, dass sich das Werk nicht verkauft.

Und selbst wenn ein Spiel Erfolg hat, ist das oftmals nicht genug. Schließlich muss man ja nicht nur das Budget wieder reinbekommen, sondern auch noch die Investoren glücklich machen. Und diese möchten schließlich nicht nur Geld machen, sondern sie wollen ALLES Geld machen. So wird dann der berühmte Single Player Developer schnell für ein Live-Service Game angeheuert. Was soll schon schief gehen? WEnn sich dann das Live Service Game nicht verkauft, weiß wieder keiner aus der Chefetage woran es lag. Aber man kann das Studio dann ja einfach schließen! Spart jede Menge Geld und ist auch gut für die Aktienkurse!

Das es auch anders geht, zeigt u.A, Nintendo. Deren Spiele sind um einiges günstiger in der Entwicklung und sind i.d.R. sehr beliebt und verkaufen sich gut. Jaa, sie haben keine hyperrealistische Grafik, aber braucht es das wirklich?

Ich habe jetzt einen Absatz, der wahrscheinlich nochmal so lang war wie das vorherige wieder gelöscht, weil es jeglichen Rahmen sprengen würde. Es ist tatsächlich nicht so einfach (und es ist vor allem aufwendig ^^") die ganze Thematik in einem Forumspost zusammenzufassen. Aber ich hoffe ein Auszug reicht auch.

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Ich hatte ursprünglich einen kurzen Beitrag geschrieben, aber wieder gelöscht weil die Frage an dich gerichtet war und ich kann nur sagen Amen. Du hast perfekt beschrieben, was das Problem mit dem AAA-Gamingmarkt ist und das viel besser und detaillierter als ich das könnte. Vollste Zustimmung meinerseits.

Danke dafür.

Ich denke, das Hauptproblem sind tatsächlich die hohen kosten für sinnlosen quatsch.

Ich bin immer noch der Meinung, dass es nicht mehr als 60fps braucht und schon gar nicht hyperrealistische grafik. Hast du ja auch schon genannt. Aber das frisst halt die meiste kohle.

Finde da das pareto prinzip ganz passend.

Ansonsten kann ich deinen Post komplett nachvollziehen und sehe es genauso. Viele Faktoren, die einander beeinflussen.

Vergessen darfst du aber auch uns als nutzer nicht. Was ein großteil jahr für jahr fordert… schneller, höher, weiter. Was nicht passt wird zerrissen. Diese gradwanderung ist extrem schwer. Und jeder kleine fehler, der bei so komplexen spielen nunmal passieren kann, wird ausgeschlachtet, breit getreten und hindert ja sogar dann leute daran, das spiel zu kaufen.
Die emotionalität, die teilweise an den tag gelegt wird, ist schon echt grenzwertig. Es ist immer noch ein hobby, Nichts lebensnotwendiges und die welt dreht sich weiter, auch wenn ein schatten fehlt, ein mario kart world zu viele fahrer hat oder die wüste bei prime 4 leer ist… :man_shrugging:t2:
So what.

Boah Mjyrn das ist der krasseste und wahrste Text ever. Meine absolute Hochachtung.

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Ich verstehe was du meinst und omg, gehen mir diese Miesepeter manchmal auch auf den nicht vorhandenen Sack XD
Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch, ob das nicht „nur“ eine kleine, sehr laute Minderheit ist, die u.U. eben auch ihr Geld damit verdient die neusten Spiele oder gewisse Entwickler nieder zu machen.
Es hilft da natürlich nicht, dass moderne Algorithmen solche Negativchannels lieben und besonders gern an möglichst viele Leute austrahlen.
Was natürlich nicht heißen soll, das diese Meinungen nicht auch auf Leute austrahlen und deren Kaufverhalten beeinflussen können. Aber ich frage mich wirklich, wieviel Wirkung sie konkret haben. Oder ob viele Leute vielleicht ein Spiel online zerreißen (gibt ja so schön viele Klicks und Likes), nur um es dann heimlich doch zu kaufen.

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Ich finde, das kommt etwas darauf an. Viele Spiele werden heutzutage in so einem unfertigen Zustand veröffentlicht, dass einem echt die Spucke wegbleibt, nur, damit es mal draußen ist und dann nach und nachgepatcht werden kann. Über Jahre hat das bei mir dazugeführt, dass ich fast keine Spiele mehr zum Launch kaufe, während ich früher häufig Launchkäufer war. Generell führt die Situation bei vielen dazu, dass sie Spiele zunehmend nicht mehr zum Launch kaufen, sondern nach Monaten, teilweise nach Jahren, im Sale, wenn das Spiel fertiggepatcht ist, alle DLCs dabei sind und das Spiel nur noch einen Bruchteil kostet. Da schmilzt dann auch die Marge der Publisher dahin und das ist schon etwas, wo sich die Industrie hinmanövriert hat. Früher stand das Spiel im Laden und das musste dann soweit wie möglich fertig sein - da war nichts mit nachpatchen etc.

Dass andersherum die Spielerschaft durchaus auch gute, gerne auch „neue“ Titel honoriert, wenn der Entwickler sich in’s Zeug legt, zeigen ja Beispiele wie Claire Obscure oder James Bond: First Light. Mir tut es leid um jeden Entwickler, der aufgrund der Schließungen seinen Job verliert, das ist natürlich ein Schicksal, dass man keinem wünscht. Aber für manche der Spielereihen ist das Ziehen des Steckers in Wahrheit schon mehr als überfällig und die großen Namen haben noch die Chance, sich zu behaupten. Ich habe seit über zehn Jahren mit Gears of War: E-Day mal wieder so etwas wie Hoffnung für die Reihe verspürt - bin gespannt.

Bei den Frames lässt du leider die komplette E-Sports-Sparte außer acht, bei denen das tatsächlich einen dramatischen Unterschied machen kann.

Aber abseits von solchen Extremen: YES! Wenn wir uns mal vor Augen führen, wieviel Hexerei vor 20-30 noch veranstaltet wurde, damit die Spiele so aussahen, wie sie aussahen, so sehr frage ich mich zunehmend… wozu?

Jetzt mal ganz ehrlich: Wenn wir uns Spiele wie das zuletzt erschienene Crimson Desert ansehe, dass sicherlich auch mit seiner Grafik punktet… war das Problem hier wirklich, dass es noch höher/schneller/weiter hätte sein sollen?

Oder hat ein Assassins Creed Odyssey wirklich daran gekrankt, dass die Spielwelt und der Umfang zu klein waren?

Ich behaupte: Nein. Wir haben mittlerweile mehr als genug Power. Bis hin zu dem Punkt, an dem ich mich frage, warum die Next-Gen schon wieder im Gespräch ist. Die Preise würden locker in den vierstelligen Bereich wandern und die optisch sichtbaren Sprünge werden auch immer kleiner.

Natürlich ist höher/schneller/weiter was Feines keine Frage (sonst hätte ein GTA6 auch nicht die Aufmerksamkeit, die es bekommt), aber am Ende des Tages sehe ich die großen Probleme der Industrie eher darin, dass die SUBSTANZ fehlt und nicht die MASSE. Quasi Qualität statt Quantität und das hat Mjyrn oben echt dufte zusammengefasst.

ich frage mich ja auch wohin das Abo Geld der Millionen Gamepass Abonnenten fließt…