Avatar: Der Herr der Elemente

Mir fiel gerade auf, dass wir noch kein eigenes Thema für die wahrscheinlich beste westliche Zeichentrickserie aller Zeiten haben.
Die Avatar-Reihe (bestehend aus Avatar: Der Herr der Elemente und Die Legende von Korra und KEINEM Spielfilm) hat ja in den letzten zwei Jahren durch den Release auf Netflix einen immensen Popularitätssprung erfahren, was dazu führte, dass Netlix ein Live-Action-Remake startete. Nachdem die Schöpfer der Reihe Bryan Konietzko und Michael Dante DiMartino das Projekt aufgrund von Unterdrückung ihres kreativen Einflusses verließen, gab es in der Fan-Gemeinde nur wenig Hoffnung auf weiteren guten Content aus der Reihe (abseits von Romanen und Comics). Doch Nickelodeon - während der Schaffung von Korra noch eher ein Hindernis - kommt nun als Messias daher und verkündete die Gründung der Avatar-Studios, dessen alleinige Aufgabe die Schaffung von Zeichentrick-Serien und -Filmen im Avatar-Universum für den Streaming-Service Paramount+ sein wird. Michael und Bryan werden dabei als Co-Chief Creative Officers tätig sein.

Was haltet ihr von Avatar: Der Herr der Elemente und Die Legende von Korra? Freut ihr euch über neuen Content von den Avatar Studios? Und lest ihr auch die Comics und Romane?

Ist super. Ja. Nein und nein.

Es ist schon ein paar Jährchen her, dass ich Avatar das letzte mal gesehen habe. Ich meine das lief zu der Zeit sogar noch im Free-TV irgendwo. Seitdem habe ich es auf Netflix auch auf meiner Liste, aber kam bisher nicht wirklich dazu mich noch mal ranzusetzen. Dennoch ist mir die Serie positiv in Erinnerung geblieben (über die Realverfilmung sprechen wir hier ja nicht…) und empfehle sie eigentlich auch seit jeher allen Freunden, die z.B. Fans von Animes sind. Schade ist dabei immer, dass meistens als Antwort kommt, es sähe zu kindisch aus. Die eigentliche Tiefe kommt durch die Optik für sie halt nicht gleich zur Geltung.

Korra habe ich ebenfalls auf meiner Liste, aber zu meiner Schande noch nicht gesehen. Kann sein, dass ich ein oder zwei Folgen irgendwann mal angefangen hatte, aber aus unerfindlichen Gründen bin ich nicht hängen geblieben. Kann ja noch kommen.
Von daher freue ich mich, dass es in naher Zukunft neue (Spinoff)Serien geben wird. Hoffe dabei aber, dass die originalen Serien nicht mit unnötigen Sequels o.ä. verhunzt werden.

Übrigens: Wenn „Batman: The Animated Series“ als westliche Zeichentrickserie gilt, wäre DAS mein Pick für die beste westliche Zeichentrickserie ever :ab:

Ich bin gerade mit dem Roman Der Aufstieg von Kyoshi fertig geworden und fange jetzt Der Schatten von Kyoshi an. Der Roman ist richtig richtig gut. Der Autor F.C. Yee versteht die Welt von Avatar offensichtlich sehr gut und hat nicht nur Avatar Kyoshi (Aangs Vor-Vorgängerin) großartig umgesetzt, sondern auch viele weitere tolle Charaktere erschaffen.
Es sei hinzuzufügen, dass die Kyoshi-Romane weit weniger kindgerecht als die Serie sind und dabei auch weit realistischer.

Ich feiere die beiden Serien und freue mich auf die neuen Contents.

Ich finde es, vor allem in TLoK, gut, wie auch schwierigere Themen (z.B. Faschismus, PTBS oder LGBTQ+) gut rüberkommen.

Vor allem nach dem Kampf mit Zaheer war es interessant zu sehen, wie Korra mit ihrem PTBS umzugehen hat. Ich fand diesen Prozess sehr interessant zu sehen.

Ihr sagt, dass die Kyoshi-Bücher gut sind? Dann gib ich mir da vielleicht doch noch einen Ruck.

… oder ich guck mir einfach den Live-Action-Film an, ist doch dasselbe :ugly:

Ich glaube wir können uns darauf einigen, dass Staffel 2 nicht so der Bringer war. Aber Staffel 3 war wirklich großartig und hätte Nickelodeon nicht so ein Affentheater veranstaltet, hätte Staffel 4 genauso gut werden können.
Nach Schulnoten würde ich Korra folgendermaßen bewerten: S1: 2, S2: 3 (gerettet von Avatar Wan), S3: 1, S4: 2.

DAI LI, OPEN UP!

Jo, stimme ich Dir voll und ganz zu. Was man aber sagen muss: die dritte Staffel hat die Fehler und auch die Handlung aus Staffel 2 wieder vollkommen gerettet und rausgeholt.

Ich möchte euch hier die Romanreihe von F.C. Yee empfehlen: Der Aufstieg von Kyoshi und Der Schatten von Kyoshi beschreiben die Anfänge von Aangs Vorvorgängerin als Avatar. Eine absolut fantastischer Roman, bei der die Zügel offenbar etwas lockerer saßen und die sich deshalb auch bei erwachseneren Themen mehr auslassen konnten als die Serie. Heute wurde ein neuer Roman von F.C. Yee angekündigt. Demnach erscheint im Juli (vorerst auf englisch) The Dawn of Yangchen, der den letzten Avatar aus Reihen der Luftbändiger vor Aang thematisiert und ich freue mich schon riesig drauf.

Ich habe mir mal die Freiheit genommen, die beiden nicht existenten Threads zusammenzuführen :ab:

Ich muss mal wieder was lesen - also Du sagst, dass die Bücher bzw. Romane echt gut sind?

Die Suchfunktion ist echt bescheiden. Ich habe Avatar gesucht und nix gefunden. Danke dir! Dann passe ich den Beitrag entsprechend an.

Die Romane sind wirklich sehr gut: Selbst ohne Vorwissen kann man die absolut genießen. Kyoshi ist hier noch nie der 200+ Jahre-Badass-Avatar aus der Serie, sondern eine etwas zu groß geratene, unsichere junge Bedienstete im Haushalt des angeblichen aktuellen Avatars, der Mittelpunkt von Ränkespielen der Reichen und Adeligen des Erdkönigreichs ist und macht eine sehr interessante Charakterentwicklung durch.

Avatar ist bei mir so ein etwas komisches Thema. Irgendwie sollte es mir gefallen… irgendwie tut es das auch… irgendwie tut es das aber nicht? Ich weiß auch nicht. Damals, als es noch recht frisch war, wirkte es für mich immer wie etwas, was ein Anime sein wollte, aber letztlich einfach nicht war. Dafür fühlte sich vieles irgendwie zu westlich (in den Animationen und der Mimik) und gewollt an. So war zumindest mein Eindruck ohne viel gesehen zu haben.

Ein paar Jahre später wollte ich den Hype dann mal etwas mehr nachvollziehen und hatte in die ersten paar Folgen (10 oder 20?) reingeschaut, die mir dann doch ganz gut gefallen hatten - wenngleich mein „irgendwie nicht ganz Anime“-Gefühl von oben immer etwas mitschwingte. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt aber auch immer ein bisschen das Gefühl, nicht mehr ganz Zielgruppe zu sein und die Folgen haben sich etwas zu episodisch angefühlt. Ich wusste bzw. habe oft gehört, dass es später deutlich stärker und ernster werden soll, aber irgendwie sind dann andere Dinge dazwischen gekommen, sodass Avatar letztlich liegen blieb.

Womit wir dann wieder beim anfangs erwähnten Dilemma wären. :smiley: Kann es leider tatsächlich etwas schwer erklären. Vielleicht kam Avatar für mich immer zur falschen Zeit. Wäre es damals neben Dragon Ball, Pokémon, Digimon und Co. auf RTL2 ausgestrahlt worden, wäre ich jetzt sicher ein glühender Fan. So fehlte mir, trotz mehr oder weniger vorhandemen Interesse, bzw. Affinität immer ein wenig der Zugang dazu.

So von außen betrachtet fand ich die Realverfilmung damals übrigens auch nicht so fatal, wie es alle Avatar-Fans empfunden haben. Natürlich fand ich den auch nicht gut, aber bereue es jetzt auch nicht wirklich den gesehen zu haben.

Worauf ich aber EIGENTLICH hinaus will ist, dass es einen neuen Trailer der Netflix-Adaption gibt und ich finde tatsächlich, dass das sehr gelungen aussieht. Ich glaube da hab ich Bock drauf.

Avatar – Der Herr der Elemente | Offizieller Trailer | Netflix - YouTube

Sieht natürlich stark produziert aus! Aber bisher konnte mich tatsächlich noch keine Netflix Eigenproduktion überzeugen. Vielleicht wird es besser, wenn die Ideen nicht von Ihnen selbst kommen. Allerdings bin ich bei Kinderschauspielern in der Hauptrolle raus. Ich empfinde das mit dem "Anime der keiner ist’ übrigens genauso. Wollte der Serie trotzdem aber irgendwann noch einmal eine Chance geben, weil da ja wirklich viele drauf schwören.

Avatar > euer ganzer Anime-Bumms. Isso!

Der Live-Action-Verfilmung stehe ich sehr kritisch gegenüber. Einerseits halte ich Realverfilmungen von bereits anderweitig verfilmtem Material für absolut wertlos. Sie hängen eigentlich immer hinter der Vorlage zurück, sind viel teurer in der Produktion und verändern oft einige Plotpoints zum schlechteren. Und auch ansonsten fühle ich mich von Live-Action-Verfilmungen zu von mir geliebtem Content ziemlich verbrannt. Harry Potter 3-7, Der Hobbit 2 und 3, Scott Pilgrim, Percy Jackson (mittlerweile zweimal)… Da freue ich mich viel mehr auf die kommenden Projekte der Avatar-Studios, die die Geschichte im sehr reichhaltigen Avatar-Universum fortsetzen.

Aktuell freue ich mich aber erstmal auf die viel zu späte deutsche Übersetzung des neuesten Romans von F.C. Yee „Das Vermächtnis von Yangchen“, des zweiten Romans zu Aangs Vorvorvorvorgängerin als Avatar.

Es sieht aber im Grundsatz erstmal nicht schlecht aus. Vor allem im Vergleich zu diesem anderen Film, der als missglückter Versuch gilt.

Es waren auch viele gegenüber One Piece sehr kritisch - am Ende hat es aber dann doch irgendwo überzeugt. Mal gucken, wie es hier wird!

Ich finde auch, dass es ganz ordentlich aussieht.
Nach dem wirklich soliden One Piece, bin ich erstmal optimistisch der Serie gegenüber. Ich bin gespannt.

Ich hab Avatar auch erst recht spät gesehen und war wohl nicht mehr die Zielgruppe. Vermutlich mit 19 oder 20, aber fand es trotzdem ganz unterhaltsam. Bin auch ganz positiv gestimmt, was die Netflix Version angeht. Im Trailer sieht es zumindest so aus, als halten sie sich sehr an das Original, da viele Szenen aus der ersten Season mit drin waren.

Hast Du mal „Die Legende von Korra“ geguckt? Da ist die Zielgruppe definitiv älter.

War da aber nicht die Resonanz relativ negativ?

Wer glaubt, für Avatar zu alt zu sein (geht eigentlich gar nicht. Die Serie ist in jedem Alter der Hammer.), der sollte mal den Nachfolger The Legend of Korra schauen. Das hat viel erwachsenere Thematiken, ältere Charaktere und viel interessantere Bösewichte (zumindest in den Staffeln 1, 3 und 4).

Keine Ahnung, wieso das so sein sollte, aber wie Garo schon sagt: alterslos.

Die zweite Staffel ist kein absolutes Meisterwerk. Aber die anderen sind definitiv richtig gut.

Themen, die ausführlich behandelt werden und auch vollends in dieses Konstrukt reinpassen (u.a.):

[SPOILER] - Faschismus

  • Staatsformen
  • PTBS, Depressionen
    [/SPOILER]

Die Themen sind für Erwachsene echt gut gemacht und gleichzeitig aber auch kindgerecht, zumindest vom Gefühl her.

In der ersten Staffel gibt es einen gezeigten erweiterten Selbstmord. Das hat mich schon etwas geschockt. Und Staffel 3 hat dann auch ein paar Szenen, die definitiv nichts für jüngere Zuschauer sind.