Man kann eigentlich gar nicht ein einziges Spiel als Kultspiel herausstellen.Für mich geht auch kein Weg an
Donky Kong Country vorbei.
Die Grafik war damals so genial,daß es zurecht ein Meilenstein in der Videospielgeschichte wurde.
Aber lest selbst.
Nach einem erfolgreichen Jahr, in dem der britische Spieleentwickler Rareware zahlreiche Spiele für Nintendo-Systeme entwickelt und sich als einer der wichtigsten Entwickler für Nintendo etabliert hatte, zog sich das Team um die Brüder Chris und Tim Stamper 1992 für zwei Jahre aus der aktiven Spieleentwicklung zurück, um eine Technologie zu entwickeln, die das Aussehen von Spielen verändern sollte. Damit war es möglich, Spiele mit 24-Bit-Grafiken auf einer Silicon Graphics-Workstation zu entwickeln und diese anschließend in zweidimensionale Grafiken zu konvertieren, die problemlos von Nintendos 1991 veröffentlichter 16-Bit-Konsole Super Nintendo Entertainment System dargestellt werden konnten. Während andere Entwicklerfirmen in ihren Spielen noch auf comicähnliche Grafik in Form von Sprites zurückgriffen, war Rare nun in der Lage, auf High-End-Workstations vorgerenderte Grafiken zu verwenden. Während Chris Stamper weiter an der Technologie feilte, entwickelte Tim ein Box-Spiel, um ihr Potential zu demonstrieren. Anschließend lud man Genyo Takeda, einen von Nintendos Spitzentechnikern, zu einer Demonstration im Rare-Sitz nach Twycross ein. Beeindruckt von der neuen Technologie kehrte dieser nach Japan zurück, um Hiroshi Yamauchi Bericht zu erstatten. Auf die Nachfrage Nintendos, was für ein Spiel Rare entwickeln wolle, antwortete Tim Stamper, er wolle ein Spiel mit Donkey Kong entwickeln. Yamauchi und Donkey Kong-Erfinder Miyamoto willigten ein, und Stamper machte sich mit seinem Design-Team an die Arbeit. Wissend, dass dieser Titel sehr wichtig für die lukrative Feriensaison sein würde, legte Rare großen Wert auf seine Qualität. Ein hauseigener Musiker schrieb mehrere Begleitthemen, und Miyamoto schickte Konzeptzeichnungen, um das Grafikdesign zu inspirieren, allerdings war das Team befugt, das Design nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Für die Spielgrafik wurden 3D-Objekte aus Polygonen zusammengesetzt und anschließend mit Farben und Texturen bedeckt. Um alles realistisch wirken zu lassen, bediente man sich bei der Umgebung des alten ländlichen Gebäudes, in dem Rare seinen Sitz hatte. Wurden beispielsweise Texturen für Bäume benötigt, pflückte man Blätter von Bäumen. Wurden Texturen für ein rostiges Fass benötigt, wurde eine alte Schaufel gescannt.
Das 1994 fertig gestellte Spiel Donkey Kong Country (Super Donkey Kong in Japan) ist ein Side-Scrolling-Jump’n’Run mit flüssig animierten, dreidimensional wirkenden Figuren und teilweise britisch angehauchtem Humor in Form von Wortspielen, comicartigen Animationen und Slapstick-Einlagen. Der mit diesem Spiel eingeführte „neue“ 3D-Donkey Kong mit roter DK-Krawatte lebt im Dschungel auf der Affeninsel, und es ist Aufgabe des Spielers, ihn durch die Jump’n’Run-Levels zu steuern, dabei Bananen zu sammeln und Gegner zu besiegen, um schließlich den vom niederträchtigen Krokodil King K. Rool und seiner Kremling-Bande entwendeten Bananenvorrat zurückzuholen.
Mit diesem Spiel wurden neue Figuren eingeführt: Der alte Cranky Kong (einigen Anspielungen nach ist er der „alte“ Donkey Kong) hilft mit Hinweisen aus, Funky Kong verschafft Zugang zu neuen Bereichen auf der Übersichtskarte, und bei Candy Kong kann der Spielstand gesichert werden. Der kleine und flinke Schimpanse Diddy Kong, Donkeys bester Kumpel, begleitet ihn durch das gesamte Spiel und ist ebenfalls vom Spieler steuerbar. Wird einer der Affen von einem Gegner verletzt und scheidet aus, übernimmt der Spieler die Steuerung des anderen. Erst wenn er ein Fass mit der Aufschrift DK findet und den Kameraden daraus befreit, sind wieder beide Affen verfügbar.
Getreu dem Arcade-Vorgänger spielen Fässer eine zentrale Rolle. Es gibt nicht nur Fässer, die auf Gegner geworfen werden können, sondern auch „Kanonenfässer“, die Donkey und Diddy durch die Luft schleudern. Ebenfalls vorhanden sind Kisten, aus denen sich verschiedene Reittiere befreien lassen, wie beispielsweise Rambi das Nashorn oder Enguarde der Schwertfisch. Auf der Consumer Electronic Show 1994 der Öffentlichkeit vorgestellt, stellte Donkey Kong Country selbst Spiele für 32-Bit-Konsolen in den Schatten und demonstrierte die technischen Möglichkeiten des vermeintlichen 16-Bit-Auslaufmodells SNES. Es wurde nicht nur zum meistverkauften Spiel des Jahres, sondern vom Magazin TIME auch zum zweitinnovativsten Produkt des Jahres gewählt. Insgesamt verkaufte es sich rund 6 Millionen Mal.