Danke nochmal für die ganzen Ergänzungen zu den Kabeln und Anschlüssen für alte Konsolen. Dass moderne Fernseher zumindest über Adapter meist noch Komponente haben, war mir nicht bekannt. Meiner hat es noch, ist aber auch nicht mehr der allerneuste. Ich sehe bei Bekannten immer wieder nur noch HDMI und auch in Datenblättern online. Dass zumindest Adapter vorhanden sind, wusste ich nicht.
Das bedeutet aber umso mehr, dass man für Gamecube-Spiele (wenn es einem nicht um den Game Boy Player geht) am einfachsten damit beraten ist einfach ne Wii mit Komponente an den Fernseher anzuschließen. Von daher passt meine Empfehlung. Das Ergebnis ist zufriedenstellend und vor allem ist es einfach und günstig. Auch die alternative Empfhelung mit dem Adapter als Alternative, wenn man den Gamecube direkt wählen will. Ansonsten kann ich generell für solche Infos RetroRGB empfehlen. Da ist es bis ins Detail erläutert und mit konkreteren Empfehlungen für alle Szenarios und Preisklassen dargestellt.
Nochmal zu den Handhelds:
Bei der Sache mit Android und dem Thema Privatsphäre/Umgang mit Daten würde ich gar nicht widersprechen, da habe ich sehr ähnliche Ansichten. Ich finde jedoch auch, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss und auch hier das Thema sprengt bzw. zu weit weg führt.
In dem konkreten Fall der Android-Handhelds ist das übrigens finde ich auch nicht so relevant. Der Fußabdruck mit nem Android-Handheld ist wohl aus diversen Gründen nicht mit dem eines Android Smartphones zu vergleichen, aber das meine ich noch nichtmal. Das ist wiederum wieder ne eigene Diskussion. Viel mehr ist es so, dass die Geräte im Vorhinein oft schon ne Android-Version anbieten, die „De-Googled“ ist. Im Gegenteil, oft wollen Leute Google Service im Nachhinein ja sogar hinzufügen, um auf Käufe und Apps im Play Store zuzugreifen. Wer daher auf die Privatsphäre wert legt, muss daher oft nichts tun und die Google Services einfach nicht aktiv hinzufügen. Und selbst wenn man ein Gerät hat, welches mit Google an Bord kommt, dann kann man auch die Geräte von Google befreien. Das ist für mich kein Thema, welches für oder gegen ein Gerät spricht.
Generell finde ich zwar nicht, dass du da was falsch dargestellt hast, aber dennoch, dass das Bild ein wenig verzerrt wurde. Dass man die meisten Geräte für SNES oder weniger nehmen soll bzw. lediglich damit keine Probleme hat, das stimmt so nicht. Das war einerseits vor mehreren Jahren so und vor nochmal ca. 1 - 2 Jahren gab es ne weitere Budgetklasse, die dann auch nochmal kurzzeitig in einer Preisklasse darunter ebenfalls in der Leistungskategorie waren.
Egal ob solche Handhelds, Android-Sticks, Raspberry Pi bzw. Einplatinencomputer generell, es gibt da immer Emulationslevel:
- Der niedrigste Level ist das, wovon du sprichst. Sprich nur Retro bis SNES und da sind dann selbst anspruchsvollere Spiele wie Yoshis Island nicht ohne Frameskip mit Full Speed zu erwarten.
- Der nächste Level ist dann alles bis inklusive PS1 und GBA zu emulieren. Sprich man problemlose Emulation bei allen 2D-Konsolen, mit Ausnahmen des SEGA Saturn, welcher ja in der Emulation ja mehr Probleme macht als Dreamcast. Hinzu kommt noch PS1. Das ist der Basislevel, den 90% aller Handhelds erreichen.
- Im nächsten Schritt gibt es dann extrem viel Varianz. Nämlich wie gut sie es schaffen auch noch Dreamcast, N64, Nintendo DS, Saturn und PSP sowie weitere anspruchsvollere Arcade-Systeme zu emulieren. Da es wirklich Geräte wie Sand am Meer gibt, gibt es da so viele Unterschiede, wo eine Chipklasse dann immer noch nicht richtig gut für N64 ist, aber besser als die davor und das dann in super vielen Varianten. Da würde ich auch sagen, dass es fast schon witzlos ist, von ner 70% zufriedenstellenden N64-Emulation auf ein Gerät zu wechseln, was es zu 75% kann.
- Die nächste Klasse ist es diese Geräte, dann alle flüssig und zufriedenstellend zu emulieren.
- Der nächste Level ist ein großer Schritt, nämlich die Möglichkeit auch Gamecube, Wii und etwas PS2 zu emulieren.
- Als Nächstes kommt dann ne vollkommen zufriedenstellende Emulation von PS2, Wii und Gamecube. Das können wenige Android-Geräte und ansonsten nur Handheld PCs.
- Als Nächstes hat dann Emulation von Switch, Wii U, PS3, da ist man dann meist bei X86 Handheld PCs angelangt.
Wenn ich deine Posts lese, fühlt sich das so an, als würdest du sagen, dass die meisten der Low-Budget-Handhelds am niedrigsten Level sind bzw. man die dafür verwenden sollte. Da würde ich aber entschieden widersprechen. Die meisten Geräte sind in der Lage PS1, GBA etc. sehr gut zu emulieren und unterscheiden sich dann eben bei Dreamcast, N64, PSP und Saturn und NDS. Es mag sich vielleicht anhören, als würde ich hier Nitpicking betreiben, aber in der Realität macht es einen gigantischen Unterschied, ob man „SNES und darunter“ oder bis inklusive GBA und PS1 emulieren kann. PS1 und GBA sind extrem beliebte Plattformen mit vielen Titeln, die heute noch sehr spielenswert sind, gerade unterwegs. Die noch mit emulieren zu können, bietet daher einen enorm hohen Mehrwert. Machen wir uns nichts vor, SEGA Saturn und Arcade-Titel hier in Deutschland nicht sehr beliebt und daher vielen nicht so wichtig. Daher gibt es wenige Titel, die es nur dort gibt und die gerade in unserer Region vielen Leuten am Herz liegen. Von daher kann man sagen, dass man mit so nem Handheld ein super Gerät haben kann, um alle 2D-Plattformen (+ 3D-Spiele von der PS1) im Hosentaschenformat alles in einem Gerät spielen zu spielen. Wenn man nicht gerade Wert auf SEGA und daher auch Saturn und Dreamcast legt (und auch da gibt es Geräte, die das können, da muss man aber halt genau schauen), findet man für unter 100 Euro sehr viele Geräte, die bis auf das N64 eigentlich die komplette Videospielgeschichte bis inklusive der 90er + GBA abspielt.
In Sachen Gefrickel würde ich daher sagen, dass man für all die Plattformen das eben nicht hat. Ich würde immer ein Custom OS installieren. Bei vielen ist das was ab Werk dabei ist erstmal wirklich Mist. Bei anderen ist das Stock OS schon durchaus brauchbar. Aber mit Custom OS hat man dennoch immer ein weitaus besseres Erlebnis. Und man muss sagen, dass ein Custom OS zu installieren wirklich kinderleicht ist. Man schreibt das Image mit nem Tool wie Balena Etcher auf die SD-Karte und legt es in das Gerät ein und fertig. Und meist haben diese Custom-Systeme Dinge vorkonfiguriert, die man bei Stock einzeln einstellen müsste. Daher würde ich natürlich jedem, der noch nichtmal das machen will, immer vorher sagen, dass man nicht erwarten sollte ab Kauf direkt 100% ein Top-Gefühl zu haben (wobei das bei Geräten, die mit illegal mit Roms verkauft werden sogar, das besser geht als bei anderen Varianten mit Steam Deck oder nem PC) und dass man ein wenig Konfiguration schon leisten muss. Aber das ist wirklich machbar.
Ich stimme dir zu, dass man da wirklich einen sehr komischen Markt hat. Dass Geräte bis PS1 und GBA flüssig emulieren können und dann ab N64, Dreamcast, PSP etc. frickelig, das gab es schon 2012 mit Android Handhelds wie dem JXD 7800B. Dass gab es dann gefühlt ewig. Darüber hinaus kam man im Segment unter mehrere hundert Euro erst vor 2 - 3 Jahren. Dennoch gibt es weit über hundert dieser Handhelds. Das heißt gerade ab Ende der 10er Jahre kamen mehrere Geräte im Jahr, die sich nur marginal unterschieden haben.
Wenn Leute Sammler sind und sich dauernd neue Handhelds zum Sammeln kaufen ist das genauso sinnvoll/sinnlos wie viele andere Sammlerhobbies. Wenn man technikbegeistert ist, und das daher verfolgt hat, kann ich das auch verstehen. Ich würde dir aber auch sehr zustimmen, dass es aus spielerische Sicht wenig sinnvoll ist/war da dauernd über Jahre neue Hardware zu kaufen oder auch nur die Entwicklung auf dem Markt zu verfolgen. Da haben sich viele was vorgemacht.
Von daher habe ich trotz der Widersprüche und Anmerkungen ein sehr ähnliches Fazit wie du. Es gibt seit ganz kurzem wenige Ausnahmen für PS2/Gamecube/Wii. Die mal ausgenommen würde ich aber immer sagen, dass man für alles ab dieser Generation und auch für problemfreie und sehr zufriedenstellende Emulation von N64, PSP, DS und Dreamcast am besten ein leistungsstärkeres Gerät mit größerem Bildschirm wie ein Steam Deck oder einen anderen PC Handheld nehmen sollte. Alles andere ist nur nerviges Gefrickel und nicht so zufriedenstellend.
Für Retro bis inklusive PS1 und GBA sind viele dieser Geräte wirklich toll. Aus spielerischer Sicht sehe ich da wenig Mehrwert mehrere zu haben und dauernd zu wechseln und rumzufrickeln. Aber es lohnt sich total eines der Geräte für diese Plattformen zu kaufen, es mit wenig Aufwand für Retro einzurichten und dann damit seinen Spaß zu haben. Ich finde sogar, dass sich das prima ergänzt. Sprich beispielsweise Steam Deck als großes Gerät für neuere Plattformen und ein kleiner Retro-Handheld im Hosentaschenformat für nen zweistelligen Preis als ein ultraportables Retro-Gerät.
@Tiago: Im Regelfall kann ja jeder der gängigen Default-Cores ne zufriedenstellende Emulation spielübergreifend gewährleisten. Ausnahme bieten nur Einzelfälle wie z. B. N64. Wenn man Cores wechselt dann eher, wenn die Hardware nicht jeden Core für jedes Spiel nutzen kann, weil die Cores unterschiedlich viel Performance brauchen. Wenn man mit nem Gerät wie dem Steam Deck aber an die Sache geht, wird man in der Regel auf dieses Core und Gefrickel Problem seltenst stoßen.
Bei geschlossenen System wie dem Steam Deck sind die Setups bereits sehr viel besser durchkonfiguriert als bei offenen Systemen. 100% Wunschlos-Glücklich wird zumindest nicht so einfach aus zwei Gründen gehen. Einerseits setzt es voraus, dass das Setup jedes der Spiele auch perfekt erkennt. Und wenn man selbst dumpt, kann es immer mal wieder passieren, dass der Dump nicht sauber ist oder man sonst irgendwas falsch gemacht hat. Wenn man alle Spiele nach gängigen Schemata in Ordner-Strukturen und Dateinamen hat und auch die Checksummen aller Dateien passen, dann passt da auch extrem vieles ab Werk. Aber da muss man halt dennoch beim Dumpen etc. darauf aufpassen, dass man da schon alles passend hat. Weiterhin ist es so, dass es beim 100% optimieren halt kein eines perfektes Setup gibt. Es gibt in der Emulation auch Dinge, die Geschmacksache sind. Beispielsweise Integer-Scaling vs. Non-Integer-Scaling, Native Auflösung oder Upscaling bei 3D Plattformen, Texturglättungen, CRT-Filter… das ist dann oft Geschmacksache. Auch in der Oberläche mit Theme, Metadaten etc. ist es oft Geschmacksache.
Es gibt schon fertige Lösungen, wo auch all das vorinstalliert ist. Sprich jemand ist da für jedes Spiel durchgegangen hat und alles das nach dem eigenen Geschmack emuliert. Sicherlich auch für Steam Deck. Ich kenne es aber für solche Handhelds und vor allem für Raspberry Pi und Co. Das sind dann aber Builds, die dann auch schon Roms an Bord und daher illegal sind. Da gibt es aber durchaus Lösungen die man runterladen und auf die SD-Karte kopieren kann und dann fertig ist.
Ich habe davon immer Abstand genommen, weil ich meine eigenen Dumps verwende. Ich aber sowieso lieber ne selektierte Auswahl an Spielen habe und nicht einfach alle einer Plattform (auf vielen Geräten nutze ich daher auch nur ein Bruchteil meiner Dumps) nutze und weil ich auch gerne Fan-Übersetzungen oder Rom-Hacks spiele, die in solchen Builts nicht dabei wären und wo man im Theme sowieso nochmal Artwork und Metadaten oft manuell eintragen muss.