Ich freue mich erstmal darauf, dass MGS5 voraussichtlich auch für den PC erscheint - hoffentlich nur in besserer Form als MGS2 damals.
Die blutige Szene mit dem Päckchen, das aus dem Bauch geholt wird, sehe ich schon als abschreckenden Augenblick an, aber nicht als sinnlosen Akt der Gewalt. Es macht mich eher neugierig, wieso es überhaupt erst da drin war - und wieso die arme Frau zuvor gefesselt und orientierungslos da hing. Etwas altruistisches wie Lebensrettungsmaßnahmen bezweifle ich, aber angesichts der örtlichen Gegebenheiten sieht das zumindest nach einer durchdachten Operation aus, samt Handschuhen und sauber gesetztem Schnitt. Es ist nicht hübsch anzusehen, aber das war der blutbeschmierte Gang in MGS1 vor dem Kampf mit Gray Fox auch nicht (wenn wir schon über übermäßige Gewalt reden). Generell kann man MGS als Anti-Krieg-Spielserie ansehen und die rücksichtslose Behandlung von Menschmaterial in Kriegen wird nur ausgebaut. Folter wird auch wieder vorkommen und da Ocelot, der berüchtigte Folterpsychopath, auf Big Boss’ (also unserer) Seite ist, kann man sagen, dass man diesmal auch der Folternde ist. Es bleibt die Frage nach dem genauen Grund, aber da verschwimmt auch schon „die Grenze zwischen Gut und Böse“, um die es wohl diesmal besonders gehen wird. Immerhin wird hier (laut Trailereinblendungen) nicht für eine Nation, Ideologie, Zukunft, etc. gekämpft, sondern aus Rache (für The Boss? Man bemerke die Blume während der Einblendung). Welche Auswirkungen das auf alle Beteiligten hat und wer alles miteinbezogen wird, wird meines Erachtens lediglich ungeschönt dargestellt. Vor allem hat Kojima nicht zu viel versprochen und bringt mit Kindersoldaten ein Thema zur Sprache, das sonst sogar in Filmen kaum oder zumindest nicht realitätsnah auftaucht. Es geht hierbei nicht um das trainieren von Jungs ab Kindesalter, damit sie als Erwachsene mal Elitesoldaten werden (siehe Solid und Liquid aka „Les Enfant Terribles“), sondern um Kinder, die mit Waffen aufs Schlachtfeld geschickt werden, um für andere zu töten oder zu sterben. Auch die namensgebenden Phantomschmerzen sind ein unbehandeltes Thema, welches sich in eine ganze Reihe von Kriegstraumata einfügt, die es schon in früheren MGS Teilen gab
Vom thematischen Inhalt sehe ich sehr viel Potenzial und habe bei Kojima auch das Vertrauen, dass er die Inszenierung sehr gut hinbekommt.
Gameplaytechnisch gefällt mir schon der scheinbare Fokus auf das Schleichen im Dunkeln, wenn man denn will. Ich befürchte, dass es auch möglich sein wird, wie in MGS4 mit dem Sturmgewehr durchzulaufen, aber bei offener Basis, die eben nicht in isolierte Räume aufgeteilt ist, wird das schon schwieriger. Da braucht es nur anständiger KI, so dass die Feinde nicht höflicherweise einer nach dem anderen angreifen. (Oder sie bauen The Sorrow wieder ein, der einen abstraft, wenn man zu viele Gegner getötet hat.) Vom Basisbau ist bisher noch nichts zu sehen, aber es wird für Fans schon interessant zu sehen, wie Outer Heaven entstanden ist.
Und falls sie das Gameplay doch verhunzen, kann man sich MGS5 auch als wunderbares 100 Stunden Let’s Play ansehen. ^^