Ruffy and the Rivverside
Von Ruffy and the Riverside habe ich mir viel versprochen. Zuerst habe ich die Trailer auf Reddit gesehen. Eine süßer, Paper Mario-artiger Grafikstil für einen 3D-Platformer mit Collect-a-thon-Elementen klingt eigentlich super. Später erfuhr ich von der tollen Flip-Mechanik, mit der man bestimmte Elemente in der Weltaufnehmen und auf eine andere Fläche kopieren kann. So könnte man Eis kopieren und auf Wasser anwenden und schon ist es gefroren. Oder man setzt Ranken auf einen Wasserfall ein, um diesen dann hinaufzuklettern.
Also habe ich’s mir kürzlich gekauft und habe mich reingestürzt. Schon fand ich mich in als Ruffy, der Bär mit Bienenfreundin Pip in Riverside wieder, wo wir unterstützt von Maulwurf Sir Eddler den bösen Groll aufhalten sollen, der die Welt zerstören möchte. Dafür müssen wir die sieben heiligen Buchstaben finden. Die Story ist nicht allzu ernst, aber auch nicht allzu besonders und leider vermisst man eine ordentliche Prise Humor darin.
Das Spiel spielt sich recht flüssig mit nicht allzu vielen Aktionen abseits der anfangs erwähnten Flip-Mechanik, mit der man Texturen (und ihre Eigenschaften), Farben oder Symbole auf bestimmte Flächen kopiert. Ruffy rennt, hüpft, kann mit Pip ein wenig gleiten und um sich schlagen und hat auch eine Wirbelattacke, die man aber echt nicht braucht. Die Kämpfe im Spiel inkl. der Bosskämpfe sind nicht mal ansatzweise herausfordernd oder ausgeklügelt. Außerdem kann Ruffy noch auf Strohballen durch die Gegend heizen, was auf oft recht unterschiedliche und kreative Arten genutzt wird.
Die Welt ist intuitiv aufgebaut mit einem großen Areal in der Mitte, das zu allen Locations führt, inkl. zur Stadt Riverside, die vor allem dazu da ist, seine Kappen mit einem Glücksspiel aufzurüsten, was leider viel zu schnell dazu führt, dass man mit allen Kappen maximale Lebensregneration und Ausdauer hat und Geld damit bedeutungslos wird.
In der offenen Spielwelt sammelt man neben Gold noch 5 seltene Edelsteine finden, zu denen Sir Edder Geschichten erzählen kann, 40 Naturgeister, genannt Etoi, die sich gern hinter Rätseln verstecken, die die Flip-Mechanik erfordern, 40 Schmetterlinge, die man an einen Charakter in Riverside verkauft und 40 Steine, die es ermöglichen eine bestimmte Textur nach eigenem Gutdünken zu verändern, was dann auch so ins Spiel eingesetzt wird.
Leider gibt es keine Hinweise darauf, wo fehlende Collectibles sind, weshalb ich nicht alle gefunden habe.
Was mich am Spiel etwas traurig macht, ist, dass alles, was man macht, abgesehen von ein paar Gimmicks mit dem Heuballen immer dasselbe sind und sich irgendwie abnutzen. Der Fehler war wahrscheinlich, das Spiel direkt nach DK Bananza zu spielen und kurz vor Kirby und das Vergessene Land, wodurch das Spiel natürlich nur verlieren kann, aber auch ansonsten musste ich des Öfteren die Nase rümpfen, sei es wegen der blassen Charaktere, sich wiederholender Rätsel, schlecht erklärter Mechaniken oder des an manchen Stellen etwas unsauberen Game Designs.
Gegen viele andere Indie-Platformer macht das Spiel schon eine gute Figur, aber man sollte echt nicht den Fehler machen und es kurz vor oder nach den cleanen Nintendo-Produkten spielen. Deshalb kann ich nur eine 6/10 geben.